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Photodynamische Therapie (PDT)

Eine Behandlung am Auge bei feuchter AMD (Makuladegeneration)

Bei der Makuladegeneration (altersbedingte Makuladegeneration, AMD) geht allmählich das Netzhautgewebe an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) zugrunde. Bei der Erkrankung werden eine trockene und eine feuchte Makuladegeneration unterschieden. Bei einer feuchten AMD kommt es im Gegensatz zur trockenen Form zusätzlich zu einer krankhaften Gefäßeinsprossung in die Makula. Eine mögliche Behandlungsmethode für die feuchte Form der Makula-Erkrankung ist die photodynamische Therapie (PDT). Hier wird ein bestimmter Farbstoff gegeben, so dass eine spezielle Laserbehandlung eingesetzt werden kann.

Informationen zur Erkrankung AMD (Makuladegeneration)

Das hauptsächliche Einsatzgebiet der PDT (Photodynamischen Therapie) ist die feuchte Form der AMD (altersbedingte Makuladegeneration). Die Veränderungen an der Netzhaut ergeben sich bei der Makuladegeneration im höheren Lebensalter. Es wird angenommen, dass sowohl Erbfaktoren als auch äußere Einwirkungen (insbesondere hohe Lichteinstrahlung) eine Rolle bei der Entwicklung der AMD spielen.

Durch einen verminderten Abbau von Pigment in der Pigmentzellschicht des Auges kommt es zu einem Verfall der Pigment- und Netzhautzellen (trockene AMD) an der Makula (Bereich des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut). Bei fortschreitender Erkrankung wachsen Blutgefäße in die Makula ein. Diese sind nicht sehr stabil und können Flüssigkeit absondern oder auch bluten (feuchte AMD). Diese feuchte Form lässt sich oftmals mit der PDT (Photodynamischen Therapie) behandeln.

In der Mitte des Sehfeldes des Betroffenen besteht ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Schatten beziehungsweise ein grauer Schleier. Dadurch, dass der Bereich betroffen ist, an dem das Auge am schärfsten sehen kann, ist die Sehkraft oft erheblich eingeschränkt. Besteht eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem) an der Makula, so ist das Sehen verzogen. Tritt eine Blutung auf, so kann es zu einer akuten Sehverschlechterung kommen.

Beide Augen sind oftmals in unterschiedlichem Maße von der Makuladegeneration betroffen.

Diagnose vor der Photodynamischen Therapie (PDT)

Nach der Befragung des Patienten (Anamnese) und der Betrachtung des Vorderabschnitts des Auges wird der Augenhintergrund mit speziellen Vergrößerungsgläsern gespiegelt. Dazu muss die Pupille mit speziellen Augentropfen erweitert werden. Der Augendruck wird oftmals bestimmt. Durch einen Amsler-Test, bei dem der Patient eine gitterförmige Grafik betrachtet, kann besonders gut eine Verzerrung des Sehens erkannt werden. Bei einer Fluoreszenzangiographie (FLA oder FAG) wird eine Reihe von speziellen Aufnahmen des Augenhintergrundes mit einem leuchtenden Farbstoff angefertigt, der über die Vene gespritzt wird. Durch diese Untersuchung lassen sich Veränderungen durch eine feuchte Makuladegeneration meist sehr gut darstellen. Die Ausdehnung der krankhaften Stellen werden genau vermessen, damit eine Behandlung genau dieser Bereiche erfolgen kann unter Schonung des umgebenden normalen Gewebes.

Differenzialdiagnose zur AMD

Weitere Erkrankungen der Makula beziehungsweise der Netzhaut müssen von der altersbezogenen Makuladegeneration unterschieden werden. Dazu gehören beispielsweise auch Gefäßverschlüsse.

Therapie bei AMD

Möglichkeiten der konservativen Therapie

Es kann versucht werden, mit verschiedenen Medikamenten (z. B. Vitaminpräparate) den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Vergrößernde Sehhilfen können unterstützend eingesetzt werden.

Die Photodynamische Therapie (PDT)

Bevor die Photodynamische Therapie (PDT) beginnen kann, müssen die Pupillen mit bestimmten Augentropfen erweitert werden. Ein venöser Zugang wird gelegt, in der Regel in eine Armvene. Durch diesen Zugang erfolgt eine Infusion mit einer bestimmten grünlichen Substanz (Verteporfin, Visudyne™), die nach ungefähr zehn Minuten komplett in den Körper gelaufen ist.

Etwa eine Viertelstunde nach der Infusion kann die eigentliche photodynamische Therapie beginnen. Es werden Betäubungstropfen auf das Auge geträufelt, und der Patient setzt sich in einem abgedunkelten Raum an eine Spaltlampe, ein Gerät mit Vergrößerungsgläsern, in das der Kopf eingestützt wird. Ein so genanntes Kontaktglas wird auf das Auge gesetzt. Für knapp eineinhalb Minuten wird die betroffene Stelle am Augenhintergrund mit Laserlicht bestrahlt. Durch diesen Rotlicht-Laser kommt es zu einer Reaktion des Wirkstoffes Verteporfin (Visudyne™), so dass Sauerstoff abgegeben wird. Dieser zerstört die Zellen der unkontrolliert wachsenden Blutgefäße. Es entsteht eine Vernarbung, die möglichst klein gehalten werden muss, um die Sehkraft dadurch nicht zu stark herabzusetzen.  

Die Laserbehandlung ist beendet, wenn der ständig zu hörende Signalton aufhört.

Mögliche Erweiterungen der Behandlung PDT

Normalerweise erfolgt keine Erweiterung des Eingriffs. Jedoch kann jederzeit die Behandlungssitzung unterbrochen oder beendet werden, wenn Komplikationen oder Probleme auftreten.

Manchmal kann auch ein anderer Eingriff angezeigt sein, beispielsweise eine Laserkoagulation, eine Injektion bestimmter Medikamente oder eine chirurgische Entfernung der neu gebildeten Gefäßmembran.

Komplikationen bei der PDT (Photodynamische Therapie)

Durch die Infusion mit Verteporfin können Schwindelgefühl, Übelkeit und Kopfschmerz hervorgerufen werden. Allergische Reaktionen sind möglich, schwerwiegende Folgen sind sehr selten. Bei Austritt oder versehentlicher Injektion in das Gewebe um eine Vene herum kann es zu Reizungen kommen, es besteht dort eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Es kann zu Flüssigkeitsansammlungen in der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) kommen, die sich oft wieder zurückbilden, manchmal aber auch länger bestehen können. Sehr selten können Strukturen am Auge oder in der Umgebung verletzt werden. Ebenfalls können sich Infektionen ergeben. In manchen Fällen kann es zu dauerhafter Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung oder extrem selten dem Verlust des Auges kommen.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose nach einer PDT

In den meisten Fällen kann die Gefäßwucherung durch die Photodynamische Therapie erfolgreich unterbunden werden und oftmals ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Schon bestehende Schäden der Makula (Netzhautmitte) können durch diese Laserbehandlung allerdings nicht behoben werden.

Es ist dennoch möglich, dass die feuchte Makuladegeneration auch nach der PDT wieder einsetzt, da die verödeten Blutgefäße im Laufe der Zeit wieder offen werden können. In diesem Fall kann eine erneute Photodynamische Therapie oder eine andere Behandlung angezeigt sein, beispielsweise die Injektion von Wirkstoffen wie Triamcinolon, Avastatin oder Ranibizumab in das Augeninnere.

Hinweise für Patienten

Vor der Behandlung

In aller Regel handelt es sich bei der PDT um eine ambulante Behandlung. Der Patient sollte gut erholt und nach normaler Nahrungsaufnahme zur Behandlungssitzung gehen.

Nach der Behandlung

Bis zu einer halben oder einer Stunde nach der Behandlung kann das Auge noch betäubt sein. Der Patient sollte vorsichtig mit dem Auge umgehen, damit es nicht versehentlich zu Verletzungen kommt.

Der grüne Farbstoff Verteporfin bewirkt eine starke Lichtempfindlichkeit, bis es nach etwa zwei Tagen vom Körper ausgeschieden wurde. Der Patient erhält vom Arzt eine besondere Sonnenbrille, die die Augen schützt und getragen werden muss. Ebenfalls sollte Sonne und ein zu starker Lichteinfall vermieden werden, da es ansonsten zu einem ausgeprägten Sonnenbrand kommen kann. Es empfiehlt sich das Tragen langärmliger Bekleidung und eines Hutes oder einer Mütze. Herkömmliches Innenlicht birgt normalerweise keine Gefahr, sondern kann sogar den Abbau von Verteporfin fördern.

Damit andere Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine Therapie mit einer lichtempfindlichen Substanz durchgeführt wurde, bekommt der Patient ein farblich auffallendes Armband mit einer hinweisenden Beschriftung. Insbesondere medizinisches Personal kann dann erkennen, dass z. B. bei einer notwendigen Operation oder zahnärztlichen Behandlung mit möglichst wenig Lichteinfall gearbeitet werden muss.

Bis eine Woche nach der PDT sollte keine zu starke körperliche Tätigkeit ausgeübt werden. Angeordnete Arzneimittel oder eventuell Augentropfen sollten nach Anweisung des Augenarztes eingenommen werden. Kontrollen beim Augenarzt sind notwendig.

Nach der Behandlung muss sich der Patient abholen lassen, da er für 48 Stunden kein Auto mehr fahren darf, ebenfalls dürfen keine Maschinen bedient werden.

Sollten sich Auffälligkeiten ergeben, die auf Komplikationen hindeuten könnten, so sollte rasch der Arzt verständigt werden.

Photodynamische Therapie | PDT | Makuladegeneration



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

verfasst am 04.09.2006, aktualisiert am 09.12.2009.
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