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Operationen an den Tränenwegen - Notwendigkeit einer Operation

Lesezeit: 2 Min.

Wann ist eine Operation der Tränenwege nötig?

Eine Operation an den Tränenwegen wird im Allgemeinen dann durchgeführt, wenn die Tränenflüssigkeit nicht richtig abfließen kann. Die ableitenden Tränenwege sind dann verschlossen oder verengt. Das Krankheitsbild wird als Tränenwegsstenose bezeichnet.

Die Ursache für eine Tränenwegsstenose lässt sich häufig im Einzelfall nicht ermitteln. Der Tränenwegsverschluss kann angeboren sein. Bestehen die Beschwerden schon vom Kindesalter an, dann deutet dies darauf hin. Bei dem angeborenen Tränenwegsverschluss ist eine Membran die Ursache, welche sich nicht eröffnet hat.

Nicht selten sind Entzündungen dafür verantwortlich, dass die Tränenwege verstopft sind. Eine Canaliculitis (Entzündung der Tränenkanäle) kann durch Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst werden und führt zu einer leicht schmerzhaften Rötung und Schwellung der Tränenpünktchen und Eiterabgang. Kleine Steine (Dakryolithen) lagern sich aufgrund der Entzündung in den Kanälchen ab und verlegen diese, die Steine müssen mittels Operation entfernt werden.

Die Tränenwegsstenose führt dazu, dass das Auge vermehrt zu tränen scheint beziehungsweise überwässert ist. Tränen fließen vermehrt aus dem Auge über das Unterlid. Auch Schleim oder Eiter können sich vor das Auge setzen. Die überschüssige Tränenflüssigkeit auf dem Auge kann zum verschwommenen Sehen führen. Das tränende Auge wegen Tränenwegsverschluss kann nicht nur störend sein, sondern zu Folgeproblemen führen. Entzündungen in den Tränenwegen sowie an Bindehaut und Augenlidern können sich ausbilden.

Wenn langfristig eine Tränenwegsverengung oder ein -verschluss besteht und die Tränen nicht richtig abfließen, kann das ständige Abwischen der Tränen zu einem Verziehen des unteren Lids führen (Wischektropium, Wischentropium). Da dann das Tränenpünktchen als Öffnung des Tränenkanälchens nicht mehr richtig am Auge anliegt, können die Beschwerden noch stärker werden.

In manchen Fällen ist der behinderte Tränenabfluss durch eine Verletzung bedingt.

Tränensackentzündung als Sonderfall der Tränenwegserkrankungen

Eine Tränensackentzündung (Dakryozystitis) gehört ebenfalls zu den Erkrankungen, bei denen der Tränenabfluss beeinträchtigt wird. Die Tränensackentzündung kommt selbst oft durch ein Abflusshindernis zustande, Bakterien wie z. B. Pneumokokken können die Entzündung letztendlich verursachen. Bei der akuten Tränensackentzündung handelt es sich um eine heftige Erkrankung mit Schmerzen und einer Schwellung seitlich an der Nase. Auch Fieber und Krankheitsgefühl treten oft in Erscheinung. Die Dakryozystitis (Tränensackentzündung) kann auch chronisch sein, sie kann aus einer akuten Form entstehen oder aber unabhängig davon. Bei dem chronischen Verlauf stehen die Ausbeulung und das Augentränen im Vordergrund. Sowohl akute als auch chronische Entzündungen am Tränensack bedürfen einer Operation, um erfolgreich behandelt zu werden.

Wann geschieht keine Tränenwegs-OP?

Nicht zu den eigentlichen Tränenwegserkrankungen gehören Veränderungen wie abgekippte Lider (Ektropium), bei denen die Tränenpünktchen das Wasser nicht richtig aufnehmen können, sowie ein ständiges Augentränen wegen einer Reizung. Diese Ursachen für den Tränenfluss müssen in der Diagnose von den Tränenwegsstenosen unterschieden werden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 08.02.2016
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Notwendigkeit einer Operation

 
sagt Jonah   vor 6 Monate  155

Vielen lieben Dank für Ihre Antwort!

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