Man kann zwischen der angeborenen und der erworbenen Farbenblindheit unterscheiden.
Generell unterscheidet man zwischen 3 verschiedenen Arten der Farbenblindheit:
Oft wird die Farbenblindheit mit der Farbfehlsichtigkeit verwechselt. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass bei den Farbfehlsichtigen alle Farb-Rezeptoren funktionieren, dagegen aber bei einem Farbenblinden entweder der Grün- oder Rot-Rezeptor gar nicht funktioniert.
Im Auge gibt es Zäpfchen und Stäbchen, die eine wichtige Rolle bei der Farberkennung spielen. Durch die Zäpfchen werden Lichtreize aufgenommen, Farben erkannt und Details gesehen. Dagegen sind die Stäbchen für das Sehen im Dunklen zuständig.
Personen mit einer Farbenblindheit haben entweder keine Zäpfchen oder die vorhandenen Zäpfchen sind nicht funktionsfähig. Daher können keine oder fast keine Farben gesehen werden. Diese Menschen haben zudem eine geringe Sehschärfe und eine erhöhte Blendempfindlichkeit. Dagegen funktionieren die Stäbchen regelrecht, dass heißt wiederum dass die Augen im Dunklen normal sehen. Bei Achromaten sind die Zäpfchen im Auge nicht aktiv, um das Licht verarbeiten zu können. Daher blendet das Licht immer so stark.
Eine Farbenblindheit führt zu folgenden Beschwerden:
Je nach Person kann die Stärke der Symptome variieren. Natürlich wirkt sich die Verminderung der Informationen beim Farbempfinden auf das Lebensniveau der Betroffenen aus. Sie verringert die Sicherheit der Informationsverarbeitung sowie die Reaktionszeit. Vor allem in der Kindheit stellt die Farbenblindheit einen großen Nachteil dar, da in diesem Alter die Farben beim Lernen und bei der Selbstbeurteilung eine große Rolle spielen.
Eine angeborene Farbenblindheit wird meist schon in den ersten Lebensmonaten erkannt. Die Eltern merken, wie das Kind mit den Augen zittert und es eventuell bei hellem Licht die Augen zu kneift. Das Kind fühlt sich später im Hellen unsicher, bekannte Personen auf Distanz werden nicht mehr erkannt und Farben können nicht zugeordnet werden.
Die Diagnose ist jedoch oft schwierig zu stellen. Für eine sichere Diagnose müssen spezielle Untersuchungen durchgeführt werden. Früher wurde oft ein ERG, das so genannte Elektroretinogramm, gemacht. Bei der Untersuchung wurden auf die Hornhaut Elektroden aufgebracht und das Auge mit verschiedenen Licht und Farben gereizt. Durch die Elektroden wurde die Aktivität der Zäpfchen und Stäbchen aufgezeichnet. Insgesamt handelte es sich jedoch um eine recht unangenehme Untersuchung. Seit einigen Jahren wird eine neue Untersuchungsmethode, das so genannte OCT (Optical Coherence Tomography), durchgeführt. Das Verfahren ist mit dem Ultraschall vergleichbar, verläuft schnell und einfach. Der Patient schaut lediglich in ein Gerät rein und dabei werden die Aufnahmen gemacht.
Die Erkrankung ist zurzeit nicht heilbar. Es wird jedoch an einer Gentherapie geforscht. Dennoch ist fraglich, ob das Gehirn nach einer Gentherapie, die ungewohnten Eindrücke überhaupt sinnvoll verarbeiten kann. Besteht hingegen eine Farbuntüchtigkeit, so kann die Farbsehstörung korrigiert werden. Zur Behebung der Anomalie wird eine speziell beschichtete Brille verwendet. Hierbei wird die Beschichtung so ausgeführt, dass das durchgehende Lichtspektrum so verändert wird, dass der Farbuntüchtige den gleichen Anreiz bekommt wie ein Normalfarbsichtiger. Durch Korrekturbrillen kann man erreichen, dass der Farbuntüchtige solche Farbtöne bemerkt, die er vorher nicht gekannt hat. Die Farbsehstörung kann in 80 Prozent der Fälle korrigiert werden.