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Nachtblindheit  (Hemeralopie, Nyktalopie)

Lesezeit: 2 Min.

Bei Nachtblindheit fehlt die Anpassung an die dunkle Umgebung

Eine Person mit Nachtblindheit kann in einer dunklen Umgebung noch schlechter sehen als andere Menschen. In aller Regel handelt es sich eigentlich um eine Nachtsehschwäche, denn Betroffene können meist in der Nacht und Dämmerung doch noch ein wenig sehen. Trotzdem ist der Begriff Nachtblindheit für dieses Phänomen gebräuchlich. Die Nachtblindheit kann als Anzeichen einer Erkrankung auftreten, aber auch unabhängig von anderen Störungen vorhanden sein. Eine Behandlung der Nachtblindheit ist an sich nicht möglich, nur eventuelle krankhafte Ursachen können gebessert werden. Die Nachtblindheit wird häufig mit dem Fachbegriff Hemeralopie bezeichnet, der eigentlich falsch ist, da er Tagblindheit bedeutet. Der eigentlich richtige Ausdruck der Nachtblindheit lautet Nyktalopie. Meist wird dennoch auch bei Nachtblindheit das Wort Hemeralopie verwendet.

Ursachen 

Zu einer Nachtblindheit kommt es, wenn die Stäbchen der Netzhaut nicht richtig funktionieren. Die Stäbchen sind eine der beiden Sorten von Zellen, die die Lichtstrahlen aufnehmen (Photorezeptoren). Im Gegensatz zu den Zapfen sind die Stäbchen nicht für das Farbensehen bei gutem Licht, sondern für die feine Hell-Dunkel-Unterscheidung zuständig. Die Stäbchen ermöglichen ein (graues) Sehen in einer Umgebung mit schwachen Lichtverhältnissen. Wenn diese Zellen nicht gut funktionieren, sieht der Betroffene in der Dunkelheit schlechter als andere Menschen und leidet somit an Nachtblindheit. Außerdem ist die Dunkelanpassung gestört, so dass die Lichtempfindlichkeit nicht wie bei Gesunden in dunklem Umfeld stark steigt.

Die Ursache einer Nachtblindheit ist entweder eine andere Erkrankung, oder die Nachtblindheit ist eine eigenständige angeborene Störung. Im letzteren Fall wird die Nachtsehschwäche vererbt. Dazu kann auch die Störung Retinopathia pigmentosa (Retinitis pigmentosa) gezählt werden, bei der die Photorezeptoren (Zellen zur Lichtregistrierung) untergehen. Das führt einerseits zur Nachtblindheit und andererseits zu einer zunehmenden Einengung des Gesichtsfeldes.

Eine Störung, die zu einer Nachtblindheit führt, ist der Mangel des Vitamins A. Der Mangel kann wegen einer verschlechterten Nahrungsaufnahme oder einer Magen-Darm- oder Lebererkrankung entstehen. Vitamin A ist unentbehrlich dafür, dass der menschliche Körper eine chemische Verbindung namens Rhodopsin bilden kann. Rhodopsin ist der Stoff, an dem in den Stäbchen eine Reaktion abläuft, wenn Licht eintrifft. Weitere Erkrankungen, die eine Nachtblindheit bedingen können, sind unter anderem die diabetische Erkrankung der Netzhaut (diabetische Retinopathie), Entzündungen der Netzhaut, Glaukom (Schäden am Sehnerv durch verhältnismäßig zu hohen Augendruck) oder weitere Sehnerv-Erkrankungen.

Eine andere Form der Nachtblindheit, ohne dass die Stäbchen beeinträchtigt sein müssen, entsteht bei einer Trübung der Augenlinse (Grauer Star, Katarakt) oder der Hornhaut des Auges.

Symptome

Mit einer Nachtblindheit ist das Sehen bei geringem Lichteinfall geschwächt. Dies muss im Verhältnis zur Sehfähigkeit gesunder Augen beurteilt werden. Wenn Menschen mit normaler Nachtsicht noch relativ gut die Objekte der Umgebung erkennen können, können Nachtblinde teils noch Schemen wahrnehmen, teils gar nicht mehr sehen. Bei Tageslicht haben Nachtblinde keine Probleme mit dem Sehen (sofern keine anderen Augenkrankheiten bestehen). Dafür haben Betroffene Schwierigkeiten, sich im Dunkeln zu orientieren oder nachts Auto zu fahren. In manchen Fällen kommen weitere Symptome hinzu, falls eine bestimmte Erkrankung die Ursache der Nachtblindheit ist.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 14.08.2015
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sagt Alko   vor ~ 2 h  10

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Ich mache mir Sorgen!!!   Offene Frage
fragt Gittel   vor ~ 2 h  7

Ich würde vor 2,5 Wochen an der Netzhaut operiert Dabei wurde ein langsam resorbierbares Gas eingebracht. Jetzt ist das Auge noch entzündet und ganz ... mehr

 
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