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Exophthalmus: Diagnose, Therapie

Lesezeit: 2 Min.

Diagnose bei einem Exophthalmus (hervorgewölbter Augapfel)

Menschen, deren Auge deutlich hervortritt, sollten sich zur Untersuchung zu einem Augenarzt begeben. Der Arzt kann feststellen, welcher Grund für den Exophthalmus vorliegt und ob eine Behandlung notwendig ist. Im Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) wird unter anderem erfragt, seit wann die Augen so auffällig sind, ob es weitere Beschwerden gibt und ob Vorerkrankungen, auch aus dem allgemeinmedizinischen Bereich, bekannt sind. Ein Sehtest wird durchgeführt. In der Augenuntersuchung schaut der Arzt auch von hinten oben über den Kopf. Damit kann er einschätzen, wie stark die Vorwölbung ist und ob sie auf einem oder auf beiden Augen besteht. Der Arzt schaut sich das Auge unter Vergrößerung mittels der so genannten Spaltlampe (Untersuchungseinheit) an. Dort wird auch der Augendruck ermittelt.

Eine recht genaue Vermessung der Augenvorwölbung ist mit einem Gerät namens Exophthalmometer möglich. Ein übliches Exophthalmometer (nach Hertel) besteht aus einer bestimmten Anordnung mit Messvorrichtung und Spiegeln, so dass die Augen von der Seite betrachtet und ausgemessen werden können. Gemessen wird, wie weit der Abstand der Hornhaut nach vorne von der seitlichen Kante der Augenhöhle ist.

Weitere wichtige Untersuchungen können das Ultraschall, die Röntgenaufnahme, die Computertomographie oder die Kernspintomographie (MRT, Magnetresonanztomographie) sein. So können Veränderungen innerhalb der Augenhöhle ermittelt werden.

Eine Blutuntersuchung erfolgt, um bei einem Verdacht auf eine Schilddrüsenstörung die entsprechenden Hormonwerte zu messen und um erhöhte Entzündungswerte feststellen zu können. Eine Gesichtsfelduntersuchung ist häufig sinnvoll.

Therapie 

Eine Therapie ist beim Exophthalmus (hervorstehendem Auge) anhand der Ursache möglich. Daneben ist in schweren Fällen eine Behandlung der Symptome und Verhinderung der Folgen erforderlich.

Wurde in den Untersuchungen eine ursächliche Schilddrüsenerkrankung wie Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt, dann erfolgt eine Behandlung mit verschiedenen Medikamenten. Bei der Basedow-Erkrankung kann eine Radiojodtherapie erfolgen. Speziell zur Behandlung des Exophthalmus (hier auch Endokrine Orbitopathie genannt) eignet sich Cortison als Medikament. In manchen Fällen wird die Augenregion bestrahlt (Radiotherapie).

Entzündliche Erkrankungen der Augenhöhle (Abszess, Phlegmone) werden mit Antibiotika behandelt. Es kann notwendig werden, eine Eiterhöhle (Abszess) zu eröffnen und den Inhalt abzulassen. So kann hier eine Operation angezeigt sein.

Eine Operation wird auch durchgeführt, wenn ein Tumor in der Augenhöhle die Ursache des hervortretenden Augapfels ist. Der Tumor wird vollständig beseitigt (falls dies möglich ist). Bei bösartigen Tumoren können gegebenenfalls eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung sinnvoll sein.

Ist der Exophthalmus so massiv, dass dem Auge dadurch Schäden drohen, muss in dieser Hinsicht eine Therapie erfolgen. Wenn die Lider nicht mehr optimal geschlossen werden können, muss das Auge feucht gehalten werden und intensiv gepflegt werden. Ansonsten droht die Augenoberfläche auszutrocknen und die Hornhaut erheblich geschädigt zu werden. Hierzu werden beispielsweise oft Tränenersatzmittel eingesetzt.

Eine Operation, die die Symptome des Exophthalmus bessert, kann in schweren Fällen notwendig sein. So können das Oberlid und das Unterlid im seitlichen Bereich durch eine Naht miteinander verbunden werden (unvollständige Tarsorrhaphie). Die Lidspalte wird enger und der Patient kann das Auge dann einfacher schließen. Eine weitere Möglichkeit ist die Operation an den Augenmuskeln, die z. B. bei Doppelbildern sinnvoll sein kann.

Prognose

Die Prognose eines Exophthalmus ist nicht einheitlich, da verschiedene Krankheiten sie bedingen können. Ist der Exophthalmus durch eine Schilddrüsenstörung bedingt (Endokrine Orbitopathie), dann ist die Prognose mäßig. Oft bleibt der Augapfel hervorstehend. Mit den zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden kann nicht immer eine Besserung erreicht werden. Ein Exopthalmus anderer Ursache (Entzündung, Tumor) lässt sich meist dadurch beheben, dass das erkrankte Gewebe entfernt wird. Damit ist wieder mehr Raum in der Augenhöhle vorhanden. Dauerhafte Beeinträchtigungen, z. B. der Augenbeweglichkeit, lassen sich aber nicht ausschließen.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 14.08.2015
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