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Szintigraphie der Nieren, Nuklearmedizinische Untersuchung der Nieren, Nierenszintigraphie

Lesezeit: 4 Min.

Eine Nierenszintigraphie untersucht verschiedene Teilfunktionen der Niere...

Definition

Bei einer Nierenszintigraphie können mittels schwach radioaktiver Substanzen die Nieren und deren Funktion dargestellt werden. Verschiedene Erkrankungen sowie Verletzungen können durch eine solche nuklearmedizinische Untersuchung der Nieren festgestellt und beurteilt werden.

Ursachen

Bei der Szintigraphie der Nieren kann die Durchblutung, die Gewebeaktivität und die Ausscheidungsfunktion beider Nieren untersucht werden. Ebenso kann der Harnfluss von der Niere zur Harnblase dargestellt werden. Sinnvoll sein kann die Untersuchung bei bestimmten Erkrankungen, beispielsweise bei Bluthochdruck (wenn dieser durch Nierenarterienverengung bedingt ist), Nierentumoren, Entzündungsherden, Harnaufstau,  Auch nach Behandlungen und Operationen (z. B. auch nach einer Nierentransplantation) kann zur Verlaufskontrolle eine Szintigraphie angezeigt sein.

Symptome

Die Symptome sind abhängig von der jeweiligen Erkrankung.

Diagnose

Neben der Anamnese (Patientengespräch beziehungsweise -befragung) und der körperlichen Untersuchung können verschiedene weitere diagnostische Methoden durchgeführt werden. So können beispielsweise bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) in Betracht kommen. Je nach der Symptomatik beziehungsweise der Erkrankung sind oft weitere, spezielle Untersuchungen sinnvoll.

Differenzialdiagnose

Veränderungen mit ähnlichen Symptomen müssen voneinander unterschieden werden. Hier kann nicht selten die Szintigraphie entscheidende Hinweise geben.

Therapie

Konservative Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Art der Erkrankung.

Operation

Vor einer Szintigraphie der Nieren muss der Körper vermehrt Flüssigkeit aufnehmen, so dass der Patient wenigstens einen halben Liter vorher trinken sollte (bei kleineren Kindern eine geringere Menge).

Für die nuklearmedizinische Untersuchung (Szintigraphie) der Nieren muss ein schwach radioaktives Mittel in den Körper gebracht werden. In aller Regel wird bei der Nierenszintigraphie diese Substanz über eine Kanüle in die Armvene verabreicht. Das schwach radioaktive Mittel gelangt rasch in die Nieren und von dort aus weiter in die Harnblase. Die Aufnahmen können sofort beginnen und dauern etwa eine halbe Stunde. Bei der Untersuchung sollte der Patient sich möglichst wenig bewegen, notfalls können Pausen eingelegt werden. Die radioaktiven Strahlen werden von einem Aufnahmegerät (z. B. Gamma-Kamera) registriert. Aus den aufgenommenen Werten wird ein Bild erzeugt. Bereiche, die viel Kontrastsubstanz aufgenommen haben, werden anders dargestellt als Areale mit geringer Anreicherung. Für viele Zwecke genügt ein zweidimensionales Bild (Szintigramm), nach Verarbeitung mit einem Computer kann ein dreidimensionales Bild beziehungsweise eine Serie von Schichtbildern erzeugt werden (SPECT, Single Photon Emission Computed Tomography). Es kann eine Nierenfunktionskurve angefertigt werden, die die Ausscheidung zeitlich darstellt.

Bei Vorliegen einer Harnabflussstörung wird parallel ein Medikament (meist Furosemid = Lasix®) in die Vene verabreicht. Durch das Arzneimittel können die Funktionsstörungen besser beurteilt werden. Auch bei anderen Erkrankungen ist es oft notwendig, ein harntreibendes Medikament zu geben.

Bei einer vermutlichen Nierenarterienverengung nimmt der Patient eine Stunde vor der Szintigraphie eine Tablette ein, die einen so genannten ACE-Hemmer (beispielsweise Captopril®) enthält.

Um die Reinigungsfunktion der Nieren für das Blut zu untersuchen, wird eine Blutentnahme aus einer zweiten Vene notwendig.

Mögliche Erweiterungen der Operation

In der Regel muss keine Erweiterung der Untersuchung durchgeführt werden.

Komplikationen

Die Radioaktivität der gegebenen Substanz ist gering beziehungsweise die Menge des Mittels klein. Daher ist keine stärkere Strahlenbelastung zu erwarten als beispielsweise bei einer Röntgenuntersuchung. An der Einstichstelle für die Injektion der radioaktiven Substanz kann es selten zu Nervenschädigungen, Infektionen und Narbenbildung kommen. Durch unterstützend gegebene Medikamente können sich weitere Nebenwirkungen ergeben. Bei Furosemid kann es unter anderem zum Blutdruckabfall oder zur Förderung einer Harnstauung kommen, bei ACE-Hemmern ebenfalls zu einer Blutdrucksenkung oder einer Nierenfunktionsschwäche. Durch einen Blasenkatheter können Harnwegsinfekte gefördert werden. Allergische Reaktionen, insbesondere auf das eingespritzte Mittel, sind möglich. Nur sehr selten sind diese so schwerwiegend, dass es zu lebensbedrohlichen Komplikationen oder Schäden an wichtigen Organen kommen kann.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

Bei geeigneten Aufgabenstellungen können die Nieren beziehungsweise krankhafte Veränderungen durch die Szintigraphie zuverlässig dargestellt werden. Es kann z. B. eine Unterscheidung von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen gelingen. Die Funktion (z. B. Ausscheidung, Harnabfluss) kann durch die Szintigraphie der Nieren gut dargestellt werden. In vielen Fällen können Veränderungen bereits früher erkannt werden als bei anderen Untersuchungsmethoden.

Im Vergleich zu einer Röntgenuntersuchung oder Computertomographie ist die Strahleneinwirkung nicht erhöht. Der radioaktive Stoff zerfällt innerhalb kurzer Zeit oder wird über den Harn vom Körper ausgeschieden. Die Szintigraphie-Aufnahme selbst erzeugt keinerlei Strahlung, es werden lediglich die Strahlen, die durch das Mittel erzeugt werden, aufgefangen.

Nicht nur bei Erwachsenen, auch bei Kindern kann die Szintigraphie sinnvoll sein, da die Untersuchung schmerzlos ist (abgesehen vom eventuellen Einstich bei der Injektion) und die Strahlenbelastung relativ niedrig ist. Bei Schwangeren wird die Untersuchung nur dann vorgenommen, wenn sich keine diagnostischen Alternativen bieten.

Hinweise

Vor der Operation

Vorherige Szintigraphie-Untersuchungsbefunde sollten vom Patienten mitgebracht werden.

Eine mögliche Schwangerschaft sollte dem Arzt mitgeteilt werden. Auch sollte angegeben werden, ob ein Beruf mit erhöhter Strahlenbelastung ausgeübt wird.

Arzneimittel können normal eingenommen werden.

Der Patient sollte nach der Gabe der Injektion des radioaktiven Mittels viel Flüssigkeit aufnehmen, damit es sich nicht stark in der Harnblase sammelt und schneller den Körper verlässt.

Der Patient braucht sich vor der Untersuchung nicht auszuziehen. Allerdings müssen Metallteile vom Körper entfernt werden. Dies kann beispielsweise Brillen, Hörgeräte, Zahnprothesen, Zahnspangen sowie Ketten, Ringe oder Piercings betreffen, des Weiteren aber auch Schlüssel, Kugelschreiber, Geldstücke, Gürtelschnallen, Knöpfe, Reißverschlüsse oder Haarspangen.

Nach der Operation

Falls die Untersuchung unter ambulanten Bedingungen erfolgt und ein Schmerz- oder Beruhigungsmedikament gegeben wurde, so muss der Patient beachten, dass er für 24 Stunden kein Auto, keine anderen Verkehrsmittel und keine Maschinen selbst bedienen darf. Daher sollte er sich abholen lassen. Bedeutsame Entscheidungen sollten ebenfalls vertagt werden.

Ansonsten kann der Patient nach der Untersuchung normal essen und trinken sowie die gewohnte Arbeit wieder aufnehmen. Zu langer Kontakt mit Kleinkindern sollte am Untersuchungstag vermieden werden. Auch sollte in Absprache mit dem Arzt für eine bestimmte Zeit ein eventuelles Stillen von Kindern unterlassen werden.

Letzte Aktualisierung am 28.12.2009.
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