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Weltschlaganfall-Tag am 29. Oktober

Lesezeit: 2 Min.

Siebzig Prozent aller Schlaganfälle sind vermeidbar – wie man sich schützen kann.

Der 29. Oktober ist einer Krankheit gewidmet, die für die Hälfte aller Todesfälle weltweit verantwortlich ist: dem Schlaganfall. Die Weltschlaganfall-Organisation (World Stroke Organisation, WSO) rückt die Krankheit mit einem Aktionstag einmal im Jahr ins Zentrum des öffentlichen Interesses, um Aufklärung und Prävention zu betreiben. 2015 hat die WSO das Motto "Frauen und Schlaganfall" gewählt.

Weltschlaganfall-Tag am 29. Oktober
Weltschlaganfall-Tag am 29. Oktober

270.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Für viele ist das Leben anschließend nie mehr so, wie es einmal war: Lähmungen und Gefühlsstörungen in den Extremitäten, Sprach- und Schluckprobleme, Gleichgewichts- und Bewusstseinsstörungen sind nur einige der Spuren, die ein Schlaganfall hinterlassen kann. Ein Drittel der Schlaganfallpatienten wird zum Pflegefall, für ein weiteres Drittel endet der Schlaganfall tödlich.

Die Weltschlaganfall-Organisationen möchten an ihrem Aktionstag zunächst mit dem Vorurteil aufräumen, dass ein Schlaganfall eine typische Alterskrankheit ist. Profiboxer Axel Schulz, Schauspielerin Gaby Köster, der Musiker Wolfgang Niedecken und der Wolfsburger Fußballprofi Felipe Lopes haben aus ihrem Schlaganfall kein Geheimnis gemacht und zeigen: es kann jeden treffen. Die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe geht davon aus, dass rund 15 Prozent aller Schlaganfall-Patienten jünger als 45 Jahre sind – Tendenz steigend. Glaubt man der Hochrechnung der Forscher, so wird sich die Zahl der Menschen, die an den Folgen eines Schlaganfalls leiden, in den nächsten 15 Jahren verdreifachen.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: 70 Prozent der Schlaganfälle sind vermeidbar!
Aufklärung, wie sie unter anderem die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe betreibt, tut also in allen Altersgruppen Not. Denn wer die Risikofaktoren kennt, kann vorbeugen. Die beste Prävention ist ein gesunder Lebensstil: Übergewicht und Rauchen vermeiden, regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung – damit lässt sich das Schlaganfall-Risiko gezielt reduzieren.

Zur Aufklärung gehört auch die Sensibilisierung der Bevölkerung für Alarmzeichen eines Schlaganfalls. Denn mehr als bei jeder anderen Erkrankung kommt es beim Schlaganfall darauf an, dass der Patient schnellstmöglich medizinisch versorgt wird – am besten in einem Krankenhaus mit einer sogenannten "Stroke Unit".

Wer meint, einen Schlaganfall-Patienten vor sich zu haben, kann einen ganz einfachen Test durchführen: den sogenannten FAST-Test. FAST ist die Abkürzung der englischen Begriffe für Gesicht (face),Arme (arms),Sprache (speech) und Zeit (time). Der Test ist außerdem schnell (englisch: fast) durchzuführen. So geht’s:

  1. Den Patienten bitten zu lächeln (face)
  2. Den Patienten bitten, beide Arme auszustrecken und die Handflächen nach oben zu drehen (arms)
  3. Den Patienten einen einfachen Satz nachsprechen lassen (speech)
  4. Hat der Patient Schwierigkeiten, sei es auch nur bei einer der Aufgaben, muss unverzüglich die 112 gewählt werden (time)

Prävention und Aufklärung sind Kernthemen, die auch 2015 am Weltschlaganfalltag im Zentrum stehen werden und für jeden wissenswert sind. Doch auch für Angehörige von Schlaganfall-Patienten wird es wieder zahlreiche Info-Veranstaltungen zu Pflege, Therapie und Rehabilitation geben.

Frauen erleiden seltener einen Schlaganfall als Männer – aber es gibt spezielle frauenspezifische Faktoren, die das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Informationen der World Stroke Organisation zum Weltschlaganfalltag 2015 mit dem Schwerpunkt "Frauen und Schlaganfall" sind hier zu finden: http://www.world-stroke.org/newsletter/latest-updates/18-news/latest-updates/265-countdown-to-world-stroke-day-2015

Ausführliche Informationen rund um das Thema Schlaganfall bieten die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft unter http://www.dsg-info.de und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unter http://www.schlaganfall-hilfe.de/home

U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 03.11.2015
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