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Luftnot im Schlaf gefährdet Herz und Kreislauf

Lesezeit: 1 Min.

Herzpatienten, die an obstruktive Schlafapnoe leiden, leben gefährlich!

21.06.2004 - Herzpatienten, die an nächtlicher Luftnot (obstruktive Schlafapnoe) leiden, leben gefährlich! Wird die Störung nicht behandelt, vervierfacht sich langfristig das Risiko für einen Herzinfarkt.

Herzinfarkt

Dass die Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe die Gefahr schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (Schlaganfall, Herzinfarkt) günstig beeinflussen kann, ist bekannt – allerdings nicht, in welchem Umfang Schlafapnoe-Patienten mit korornarer Herzkrankheit (KHK) von einer solchen Therapie profitieren.

Kardiologen aus Paris verglichen in einer Studie während 5 Jahren die Häufigkeit neuer kardiovaskulärer Ereignisse bei 54 KHK-Patienten, die ihre Schlafapnoe behandeln ließen (25 Patienten) bzw. eine Therapie ablehnten (29 Patienten). Die meisten Teilnehmer waren bereits von Herz-Kreislauf-Ereignissen betroffen: 60% hatten einen Herzinfarkt und alle mit Ausnahme eines Patienten einen Gefäßeingriff (Revaskularisation) hinter sich.

Luftnot Obstruktive Schlafapnoe


Während der Beobachtungszeit kam es bei mehr als doppelt so vielen Patienten ohne Schlafapnoe-Therapie zu kardiovaskulären Ereignissen (bei 24% mit bzw. 58% ohne Therapie). Alle drei Herz-Kreislauf-Todesfälle ereigneten sich in der Gruppe unbehandelter Schlafapnoe-Patienten. Bei KHK-Patienten, die ihre Schlafapnoe behandeln ließen, dauerte es im Mittel 26,5 Monate bis zum ersten Herz-Kreislauf-Ereignis, ohne Therapie nur 13 Monate.

Schlafapnoe


Einer von drei Patienten mit Nasenbeatmung (CPAP) unterbrach die Therapie und erlitt nach 13 Monaten einen Koronarverschluss. Die Analyse zahlreicher Variablen zeigte, dass nur die Behandlung der Schlafapnoe einen signifikant günstigen Einfluss auf das Überleben ohne neue Koronareignisse hatte: KHK-Patienten, die ihre Schlafapnoe behandeln lassen, haben nur 24% des Herz-Kreislaufrisikos von unbehandelten KHK-Patienten mit Schlafapnoe.

Vor dem Hintergrund epidemieartig zunehmender Übergewichtigkeit in der Allgemeinbevölkerung und der damit verbundenen Gefährdung für Schlafapnoe sowie Stoffwechselerkrankungen, weisen die Studienergebnisse auf den potenziell lebenswichtigen Stellenwert einer Behandlung schlafassoziierter Luftnot hin.

Noch bis zum 29. Juni 2004 läuft noch die "Woche des Schlafes 2004"der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS). Zwischen 10 und 15% der Bevölkerung leiden unter einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung, erklärt Prof. Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg. Nur jeder Dritte von ihnen sucht ärztliche Hilfe.

Quelle: Milleron O et al., Benefits of obstructive sleep apnoea treatment in coronary artery disease: a long-term follow-up study, Eur Heart J 25 (2004) 728–734, 709–711
Letzte Aktualisierung am 29.08.2008.
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