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LOGI-Pyramide: Weg zur Gesundheit?

Lesezeit: 8 Min.

LOGI steht für 'Low Glycemic and Insulinemic Diet'

21.02.2007 - LOGI steht für 'Low Glycemic and Insulinemic Diet' und bedeutet, dass Nahrungsmittel mit niedriger Blutzucker- und Insulinwirkung bevorzugt werden. Charakteristisch für die LOGI-Methode ist einerseits eine Bevorzugung von Nahrungsmitteln mit niedrigem Glykämischem Index. Das ist nichts Neues. Aber LOGI fordert andererseits auch gleichzeitig eine deutliche Senkung der Kohlenhydratzufuhr. Das Gute daran: Der Blutzuckerspiegel bleibt besonders niedrig, größere Blutzuckerschwankungen und oder die gefürchteten Blutzukcerspitzen werden verhindert, so dass der Insulinspiegel im Tagesverlauf auch immer relativ niedrig gehalten wird. Das bringt viele gesundheitliche Vorteile mit sich: Zum Beispiel werden dadurch die Blutfettwerte am effektivsten gesenkt und der Bildung von Fettdepots wirkungsvoll vorgebeugt.

Eine Ernährung ohne Kohlenhydrate ist nichts Neues. Die in den 70er Jahren entwickelte Atkins-Diät basierte auch auf der Meinung, dass Kohlenhydrate dick machen und streicht diese von der Speisekarte. Dafür darf nach Belieben Fett gegessen werden. Kritiker werfen dieser Diät Einseitigkeit vor und bemängeln, dass die eiweißreiche Nahrung die Nieren belastet und zu wenig Ballaststoffe zugeführt werden.

Gilt nicht dasselbe für die LOGI-Methode?LOGI

Die LOGI-Methode ist besser und sicherer als die Atkins-Diät! Sie umfasst die Vorzüge von Atkins, meidet aber deren Risiken und Beschränkungen! Die LOGI-Methode erlaubt im Gegensatz zu Atkins auch Obst in relativ hoher Menge und selbst Vollkornprodukte oder Pasta aus Hartweizengries werden in geringer Menge empfohlen. Das heißt: Mit LOGI werden im Gegensatz zu Atkins keine Verbote ausgesprochen. Die weit höhere Liberalität und Flexibilät fördert einerseits die Lebensqualität und andererseits wird damit die adäquate Versorgung mit Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und Basenbildnern problemlos erreicht.

Diese Aspekte werden bei Atkins mit Recht als sehr kritisch betrachtet. Und LOGI legt auch im Gegensatz zur Atkins-Diät hohen Wert auf eine optimierte Fettqualität, um die Herz-Kreislauf-Gesundheit langfristig optimal zu fördern. So wird großer Wert auf den erhöhten Konsum von Ölen mit hohem Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren gelegt. Deswegen ist LOGI auch keine kurzfristig angelegte Diät, sondern eine gesunde, artgerechte Dauerernährung.

Was die angebliche Nierenschädigung durch hohe Eiweißzufuhr angeht, sprechen neue Studien eine deutliche Sprache: Eine gesunde Niere wird durch hohe Eiweißzufuhr nicht geschädigt. Vielmehr führt eine hohe Eiweißzufuhr dazu, dass sich die Nieren in Grösse und Leistung an die Mehrarbeit anpassen. Allein Nierenkranke müssen vorsichtig sein. Eine bereits geschädigte Niere wird mit hoher Eiweißzufuhr schneller ihren Dienst versagen.

Inwieweit grenzt sich die Logi-Methode von der Glyx-Diät ab, welcher die Bevorzugung von Nahrungsmitteln mit niedrigem Glykämischen Index zugrunde liegt?

Dr. Worm: Die LOGI-Methode ist eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsweise und unterscheidet sich damit deutlich von der GLYX-Diät, die ja nur die Kohlenhydratqualität im Sinne der Blutzucker- und Insulinreaktionreaktion thematisiert. Die GLYX-Diät ist im Prinzip also eine kohlenhydratreiche Kost. Damit vermittelt sie längst überkommenes Wissen. Schon seit Jahren ist wissenschaftlich belegt, dass der GLYX „nur die halbe Wahrheit“ ist.

Vielmehr kommt es neben der Qualität auch auf die Quantität der Kohlenhydrate an! Um günstigste Effekte im Stoffwechsel und eine erfolgreiche Gewichtskontrolle zu erzielen, muss die Zufuhr von Kohlenhydraten insgesamt gesenkt werden. Deshalb ist es nachweislich falsch, solche Lebensmittel mit mittlerem GLYX, wie Vollkornbrot, brauner Reis oder italienische Pasta, als „Fatburner“ zu bezeichnen. Auch ihr Konsum muss gesenkt werden, um die Ziele optimal zu erreichen.

Dem Buchtitel ist zu entnehmen, dass LOGI schlank macht. Ist die LOGI-Methode demnach eine DIÄT?

Dr. Worm: LOGI ist keine Diät, sondern als Dauerernährung geeignet. Mit LOGI werden Übergewichtige abnehmen und Stoffwechselkranke (Patienten mit Metabolischem Syndrom, Typ 2 Diabetes) ihre Störungen in den Griff bekommen und damit ihre Werte verbessern und Medikamente einschränken oder ganz absetzen können. Nicht zuletzt werden Noch-Schlanke mit LOGI immer gut gesättigt und befriedigt das Zunehmen verhindern können.

Was ist das einzigartige, das sensationelle an LOGI?

Dr. Worm: Die LOGI-Methode vereint im Grunde alle sinnvollen und vorteilhaften Aspekte der beschriebenen der Atkins- und GLYX-Diäten, vermeidet aber deren Unge-reimtheiten, überflüssige Komplikationen und Risiken. Die LOGI-Methode ist im Gunde eine moderne Adaptation der Ur-Ernährung des Menschen. Sie ist eigentlch die „artgerechte Ernährung“ des Menschen. Zudem ist sie ganz einfach umzusetzen. Sie beschränkt sich auf reine Lebensmittelempfehlungen. Sie erfordert weder die Berechnung von Kalorien, noch von Nährstoffrelationen oder das Einhalten strenger Diätphasen mit unterschiedlichen Nahrungsmitteln.

Bietet die LOGI-Methode lustvolles Essen? Bzw. macht LOGI Spaß?

Dr. Worm: Die LOGI-Methode kennt keine Verbote, nur eine Gewichtung von Lebensmittelgruppen. Die beiden unteren Stufen der LOGI-Pyramide, also die Nahrungsmittel, die in erster Linie verzehrt werden sollen (Obst, Beeren, Gemüse, Salate, Avocados, Nüsse, Öle, Hülsenfrüchte, Fleisch, Geflügel, Eier, Fisch und Meeresfrüchte) prädestinieren insbesondere dazu, die riesige Palette an mediterranen Gerichten ohne irgendwelche Einschränkungen zu genießen. Nur die stärkreichen Sättigungsbeilagen müssen entsprechend eingeschränkt werden. Deshalb kann man die LOGI-Methode auch als „modifizierte mediterrane Ernährung“ bezeichnen.

Was unterscheidet die LOGI-Methode von den bisherigen Ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen?

Dr. Worm: Die etablierten Ernährungsempfehlungen, wie sie von Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit Jahrzehnten fast unverändert verbreitet werden, waren in Expertenkreisen nie unumstritten. Dass deren Einhaltung zu mehr Gesundheit führt, ist niemals in entsprechenden Untersuchungen belegt worden. Inzwischen festigt sich der Verdacht, dass die darin geforderte Reduktion von Fett und tierischen Nahrungsmitteln und die entsprechend starke Betonung eines hohen Konsums von Kohlenhydraten die Entwicklung von Übergewicht und in deren Folge von Zivilisationskrankheiten geradezu gefördert haben.

Nach jahrelanger heftiger Kritik seitens verschiedener Experten haben das US-Landwirtschafts- und Ernährungsministerium und die US-Gesundheitsbehörden, die die klassische Ernährungspyramide im Jahre 1992 erstmals veröffentlicht hatten, kürzlich indirekt eingestanden, dass diese wissenschaftlich nicht mehr haltbar ist und für das Jahr 2004/2005 eine komplett überarbeitete Version mit entsprechenden Modifizierungen der offiziell Ernährungsempfehlungen angekündigt.

Die LOGI-Methode, die von Endokrinologen an der Harvard-Universitätsklinik (Boston,USA) erstmals beschrieben wurde, bezieht hingegen schon alle relevanten Erkenntnissen der letzten Jahre mit ein.

In Ihrem Buch "Syndrom X – Das Mammut auf dem Teller stellen Sie die These auf, dass die menschlichen Gene auf ein Essen und Trinken wie es in den Industrieländern stattfindet schlecht vorbereitet sind. Worin begründet sich diese These?

Dr. Worm: Über Millionen von Jahren hat sich der Mensch in einer Umwelt entwickeln müssen, die von Nahrungssuche geprägt war. In fruchtbaren Zeiten sammelte man Beeren und wilde Früchte, Pilze und Nüsse. Und man jagte kleines und großes Getier: Fleisch war hoch begehrt und war über Hunderttausende von Jahre die dominierende Nahrungsquelle. Kohlenhydrate hingegen waren immer knapp. Die Gene haben sich im Laufe der Evolution an die vorgegebenen Umweltbedingungen angepasst und damit optimale Überlebenschancen geschaffen. So wurde der Mensch mit speziellen Funktionen ausgestattet, um in einer kohlenhydratarmen Welt zu bestehen.

Mit der Einführung des Ackerbaus vor wenigen tausend Jahren standen plötzlich Kohlenhydratquellen in größerem Maße zur Verfügung. Im Verhältnis zur Zeitspanne, in der die Evolution uns zum Homo sapiens machte, ist das wie ein Lidschlag im Zeitraum eines Tages. Unsere Gene haben nicht den Hauch einer Chance gehabt, sich dieser biologisch überstürzten Entwicklung anzupassen. Sie funktionieren immer noch wie zu Urzeiten. Und das bekommt uns heute schlecht. Wir tappen in die „Kohlenhydratfalle“: Viel vom Falschen essen und sich dazu nicht mehr bewegen. Die Strafe folgt auf dem Fuß: Übergewicht, das Metabolische Syndrom und Diabetes Mellitus.

Ist die LOGI-Methode die Geheimwaffe für jedermann? Oder gibt es von Fall zu Fall andere Empfehlungen?

Dr. Worm: Jeder kann mit LOGI gut und bedenkenlos leben. Als einzig Ausnahme könnte man Leistungssportler in gewissen Sportarten, die besonders viele Kohlenhydrate benötigen, betrachten. Und Nierenkranke müssen den Eiweißanteil senken.

Viele Krankenkassen empfehlen ihren Patienten eine fettarme Ernährung angereichert mit vielen Kohlenhydraten. Macht das krank?

Dr. Worm: Wenn Übergewichtige mit der empfohlenen fettarmen Kost nicht abnehmen, ihr aber dennoch treu bleiben, weil sie die Hoffnung haben, dass sie ihnen doch noch eines Tages helfen wird, bekommen ein „fettes Problem“. Das gilt um so mehr je älter sie sind und je bewegungsärmer sie leben. Dann erhöht sich ihr Risiko eine Fettstoffwechselstörung zu entwickeln und Zuckerkrank zu werden deutlich. Zudem droht dann in deren Folge auch noch Herz- und Hirninfarkt und verschiedene Krebserkrankungen.

Warum nimmt die Fettleibigkeit in den Wohlstandsländern immer weiter zu?

Dr. Worm: Die Fettleibigkeit nimmt in allen Industrieländern der Welt immer weiter zu – allen voran nun auch in den asiatischen Ländern. Es gibt nur eine Begründung dafür: Die Menschen führen mit ihrer Nahrung mehr Energie zu, als sie durch ihre Existenz verbrauchen. Dies wird durch unsere heutige Arbeitswelt und die Umweltbedingungen förmlich gefördert. Und da das riesige Getreidevorkommen auf der Welt die Produktion von Kohlenhydraten und Getreidefetten auch noch besonders kostengünstig ermöglicht, hat mit „Convenience und Fast Food“ die Kaloriendichte der Nahrung stark zugenommen.

Sie behaupten, dass die Volkskrankheit Nr. 1 – Diabetes – in direkter Verbindung mit unserer Ernährungsweise steht. Wie begründet sich das?

Dr. Worm: Übergewicht und Bewegungsmangel in Kombination mit der heutigen Kohlen-hydratmast erfordern Tag für Tag eine maximale Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse. Dafür ist sie nicht programmiert, da sie während der letzten Millionen Jahre immer nur viel geringere Insulinproduktion zur Verfügung stellen musste. Bei dieser exorbitant hohen Belastung von heute lässt ihre Produktionskapazität mit der Zeit nach oder versiegt ganz. Wenn aber der Körper nicht mehr genügend Insulin zur Verfügung hat, steigt der Blutzucker und man wird zum Diabetiker.

Ist der Erfolg der LOGI-Methode wissenschaftlich bewiesen?

Dr. Worm: Ja! In Dutzenden von Stoffwechselstudien haben sich sämtlich Teilaspekte der LOGI-Methode als effektiv wirksam erwiesen. Und in epidemiologischen Studien hat sich die Relevanz der Kostumstellungen für die Gesundheit untermauern lassen. Die LOGI-Methode als definierte Einheit wurde erstmal vor einigen Jahren an der Adipositas-Ambulanz an der Harvard-Universitätsklinik mit überwältigendem Erfolg eingesetzt. In Deutschland haben die ersten REHA-Kliniken ihre Patienten-Kost auf LOGI umgestellt und damit großen Erfolg.

Wie lange forschen sie auf dem Gebiet, wie sind Sie zu Ihren heutigen Kenntnissen gekommen?

Dr. Worm: Seit dem Jahr 1997.

Wie vertragen sich alkoholische Getränke, Kaffee und Tee mit der LOGI-Methode?

Dr. Worm: Kein Problem wenn alles in Maßen genossen wird!

Für den Laien hört sich die These: „Fett macht fit“ erst einmal toll an. Aber gibt es nicht gute und schlechte Fette?

Dr. Worm: Nein, schlechte Fette gibt es eigentlich nicht. Es gibt aber solche, die mehr von den lebenswichtigen hochungesättigten Fettsäuren enthalten und besonders günstige Effekte im Körper ausüben. Das berücksichtigt die LOGI-Methode im Gegensatz zur Atkins-Diät.

Basmati Reis, die vielgepriesenen Vollkornprodukte und die allseits beliebte Pasta nehmen in der LOGI-Pyramide wenig Platz ein. Muss man nun generell auf all diese Produkte verzichten?

Dr. Worm: Verzichten muss man auf nichts. Aber je mehr man es einschränkt desto erfolgreicher wird die Kostumstellung.

Gibt es zum Beispiel in Italien, wo Pasta und Pizza Nationalgerichte sind, mehr Übergewichtige und Diabetiker?

Dr. Worm: Bis vor Kurzen war der Lebensstil in diesen südeuropäischen Länder durch Armut und landwirtschaftliche Tätigkeiten mit relativ hohem körperlichem Einsatz geprägt. Da gab es nicht immer reichlich zu essen und außerdem hat man die Kalorien wieder abgearbeitet. Nun haben sie in diesen Ländern den Lebensstandard anderer europäischer Länder erreicht, aber bewegen sich nicht mehr wie frühre, essen aber weiterhin ihre Pasta, Polenta und Pizza. Nun erleben auch diese Länder eine Übergewichtsepidemie – besondere krass bei Kindern und Jugendlichen.

Glauben Sie, dass die Gesellschaft generell in der Lage ist, ihre Ernährung komplett umzustellen und langfristig danach zu leben? Was muss Ihrer Meinung nach passieren, dass es soweit kommt?

Dr. Worm: Wenn man erkennt, dass wir bei unserer geringen körperlichen Aktivität mit so vielen Kohlenhydraten in der Kost uns solch Probleme anessen, sollte man doch langsam die Konsequenzen ziehen. In den USA ist es bereits so weit. Da gibt es die ersten Biere, Brot- und Gebäcksorten mit reduziertem Kohlenhydratanteil...

Wenn ein übergewichtiger Mensch sich für die LOGI-Methode entscheidet, um abzunehmen, wie lange dauert es, bis sich die ersten Erfolge einstellen?

Dr. Worm: Man kann keine pauschalen Angaben machen, da die Reaktionen zu sehr von individuellen Gegebenheiten abhängig sind. Generell nimmt man mit LOGI nicht sehr schnell ab. Denn ein Prinzip ist: Immer essen wenn man Hunger hat. So nimmt man zwar nur langsam ab, aber dafür erleidet man nie Hungerqualen und kann diese Kostumstellung problemlos durchhalten. Bei vielen Menschen muss spätestens nach sechs Monaten der Änderungsschneider ran.
Letzte Aktualisierung am 28.08.2008.
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