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Haarausfall? Zink und Co. für gesundes Haar

Lesezeit: 3 Min.

Bei Haarausfall ist eine Überprüfung der Ernährungsgewohnheiten angezeigt

Bei der Behandlung von Haarverlust ist auch eine Überprüfung der Ernährungsgewohnheiten sinnvoll. Haarausfall kann bei vielen Betroffenen durch eine ausreichende Zink-, Folsäure- und Biotinzufuhr reduziert werden. Wir sprachen darüber mit Dipl. oec. troph. Daniela Rösler, welche Bedeutung Zink hat.

Ist Zink nur für den Haarwuchs von Bedeutung?

Dipl. oec. troph. Daniela Rösler: Ganz im Gegenteil, der Haarwuchs ist nur ein kleines Einflussgebiet dieses bedeutenden Spurenelements! Zink ist für die Funktion von über 300 Enzymen notwendig und spielt unter anderem eine wichtige Rolle für ein gut funktionierendes Immunsystem. Darüber hinaus kann es auch allergische Symptome wie den Heuschnupfen lindern.

Wie hoch ist der tägliche Zinkbedarf?

Rösler: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. empfiehlt Männern eine tägliche Zufuhr von zehn Milligramm und Frauen die Aufnahme von sieben Milligramm. Diese Angaben beziehen sich jedoch nur auf gesunde Menschen. Es gilt zu beachten, dass Krankheiten, Medikamenteneinnahme und verschiedene Lebenssituationen wie Schwangerschaft den täglichen Bedarf an Zink erhöhen können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ernährungsmedizinische Fachgesellschaften empfehlen täglich 15 Milligramm Zink.

Wer sollte die Zinkversorgung besonders im Auge behalten?

Rösler: Es gibt verschiedene Personengruppen, die entweder einen erhöhten Bedarf an Zink haben oder deren Ernährungsgewohnheiten mit einer niedrigen Zinkzufuhr einhergehen. Dazu zählen beispielsweise Diabetiker, Veganer, Menschen mit Neurodermitis und Senioren. Auch Menschen, die viel Sport betreiben, sollten ein besonderes Augenmerk auf ihre Zinkversorgung legen, da sie mehr Zink über den Urin und Schweiß ausscheiden als Nichtsportler.

Welche Lebensmittel sind gute Zinkquellen?

Rösler: Gute Zinklieferanten stellen Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Ei, Milch und Käse dar. Auch Vollkornprodukte weisen einen hohen Zinkgehalt auf. Vollkornprodukte enthalten jedoch gleichzeitig auch Phytinsäure, die eine Aufnahme von Zink in den Körper behindert. Dagegen fördern die Aminosäuren Histidin und Cystein die Zinkaufnahme.

Worauf sollte bei einer Nahrungsergänzung mit Zink geachtet werden?

Rösler: Für eine optimale Aufnahme des zugeführten Zinks in den Körper ist es wichtig darauf zu achten, in welcher Verbindung das Zink vorliegt. Untersuchungen haben ergeben, dass organisch gebundenes Zink wie beispielsweise das Zink-Histidin, besser vom Körper resorbiert werden kann als anorganisch gebundenes Zink wie zum Beispiel Zink-Sulfat.

Ernährung - eine haarige Angelegenheit


Zink und Co. für gesundes Haar

Bei der Behandlung von Haarverlust ist auch eine Überprüfung der Ernährungsgewohnheiten sinnvoll. Haarausfall kann bei vielen Betroffenen durch eine ausreichende Zink-, Folsäure- und Biotinzufuhr reduziert werden. Haarausfall hat zwar überwiegend genetische Ursachen, deren Therapie bis heute Probleme bereitet, doch auch wenn dem Körper nicht genügend Bausubstanz für die Haare zur Verfügung steht, kommt es zu Störungen.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Zink, Folsäure und Biotin trägt dazu bei, dass schöne Haare möglichst lange erhalten bleiben und kann gegen Haarausfall helfen. Haare erneuern sich unter gewöhnlichen Umständen regelmäßig. Spätestens nach 6 Jahren macht das alte Haar Platz für ein neues, so dass ein täglicher Ausfall von 80 bis 100 Haaren ganz normal ist.

Unter Haarausfall versteht der Dermatologe den Verlust von täglich mehr als 100 Haaren über einen längeren Zeitraum hinweg. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang das essenzielle Spurenelement Zink. Es ist an der Bildung von Keratin beteiligt, einem Hauptbestandteil von Haaren, Haut und Nägeln. Darüber hinaus benötigt der menschliche Körper Zink auch für die Bildung und Quervernetzung von Kollagen.

Kollagen verankert nicht nur das Haar in der Haut, sondern ist auch für die Haarstruktur von Bedeutung. Zinkmangel, unter dem in Deutschland viele Menschen leiden, kann sich beispielsweise in Alopezia areata, dem kreisrunden Haarausfall, manifestieren. Zinkreiche Lebensmittel sind Rindfleisch, Eier, Käse sowie Austern. Bei starkem Haarausfall ist es ratsam, täglich 15 Milligramm Zink in einer für den Körper gut resorbierbaren Form wie beispielsweise Zink-Histidin einzunehmen.

Auch andere Nahrungsinhaltsstoffe sind für die Bildung von Haaren wichtig. Das Vitamin Folsäure ist von Bedeutung, da es eine zentrale Rolle für das Zellwachstum und die Zellerneuerung spielt. Die Zufuhr von Folsäure ist in Deutschland kritisch und entspricht nur in seltenen Fällen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. Zu den Lebensmitteln, die nennenswerte Folsäuremengen liefern, zählen vor allem grüne Blattgemüse aber auch Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte.

Das zu den B-Vitaminen zählende Biotin ist am Eiweißstoffwechsel beteiligt und somit für die Bildung der Eiweißstruktur der Haare notwendig. Bei Haarausfall sollten mindestens 60 bis 90 Mikrogramm Biotin mit der Nahrung aufgenommen werden. Ein Eisenmangel führt zu brüchigen Haaren, wohingegen sich ein Defizit an Jod durch trockenes Haar äußern kann. Viele Nahrungsinhaltsstoffe sind mit dem Haarwuchs verknüpft, so dass es notwendig ist, dem Körper durch eine haargesunde Ernährung alle benötigten Substanzen zu liefern. Neben der Ernährungstherapie des Haarausfalls ist jedoch auch die medizinische Seite zu beachten. Beispielsweise könnte eine Funktionsstörung der Schilddrüse für den Haarausfall verantwortlich sein.
Letzte Aktualisierung am 18.02.2010.
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