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Was ist eine Bartholinitis?

Lesezeit: 1 Min.

Eine unangenehme Entzündung für Frauen

Von der Bartholinitis, einer bakteriellen Infektion betroffen, werden die beiden bartholinschen Drüsen beidseits des Scheideneingangs. Diese Drüsen befeuchten die Innenseite der großen Schamlippen und die Schleimhaut der Vagina. Verstopfen die Ausgänge der Drüsen aufgrund der Infektion, führt dies zu einem Rückstau von Flüssigkeit und damit zur Zystenbildung in der Drüse.

Wie kommt es dazu?

Eine ganze Reihe von Krankheitserregern lauert auf günstige Bedingungen, wie eine geschwächte Immunabwehr oder ein feucht-warmes Klima bei mangelnder Hygiene.

Gelangen Escherichia coli, Darmbakterien, aus der Anus- in die vaginale Region, können sie hier diverse Infektionen auslösen, eine davon ist Bartholinitis.

Neisseria gonorrhoeae, die Erreger des Trippers, sowie Chlamydia trachomatis kommen ebenfalls in Frage. Besonders tückisch sind Chlamydieninfektionen, denn sie verlaufen lange Zeit unbeachtet und zeigen keine Symptome. Bis zu 30 Prozent aller Menschen tragen zudem unwissentlich Staphylokokkus aureus mit sich, die im Regelfall unschädlich sind. Macht jedoch die Immunabwehr schlapp, können sie gefährliche Erkrankungen ebenso wie kleinere Infektionen auslösen.

Die Bartholinitis beginnt mit verstopften Drüsenausgängen und einer dadurch bedingten Zyste, die anfangs noch klein ist und im unentzündeten Zustand leicht unbemerkt bleibt. Schmerzen beim Sitzen, Gehen oder beim Geschlechtsverkehr sowie eigroße Schwellungen am Scheideneingang sind Alarmzeichen.

Behandlung der Bartholinitis

Da die Zysten recht groß und sehr schmerzhaft werden können, ist allein schon deshalb Eile geboten. Der Gynäkologe wird bei der Untersuchung mögliche andere Ursachen ausschließen, die bakteriellen Erreger bestimmen und eine entsprechende Antibiotikabehandlung einleiten.

Häufig genügt eine Reihe von Sitzbädern, um die Zysten zu öffnen und abheilen zu lassen. Gelingt dies nicht, werden die Zysten mit einem kleinen Schnitt geöffnet und Drainagen gelegt, die bis zu sechs Wochen dort verbleiben müssen. Hilft auch dies nicht, oder kehren die Zysten immer wieder, muss die operative Entfernung der Bartholin-Drüsen selbst in Erwägung gezogen werden.

Vorbeugend sollte im Intimbereich auf äußerste Hygiene geachtet werden. Auch die Vermeidung von ungeschütztem Geschlechtsverkehr hilft, die genannten Infektionen schon im Vorfeld zu vermeiden.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 14.06.2017
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