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3D-Technologie im OP

Lesezeit: 1 Min.

3D-Brillen ermöglichen in der Medizin eine verbesserte Arbeitsweise

Alle für ihre Arbeit wichtigen Daten und Details haben nicht nur Flugpiloten, sondern neuerdings auch Augenärzte, Auto-Bauer oder Entwickler von Computerspielen buchstäblich vor Augen: Eine neue 3D-Technologie hält Einzug in die verschiedensten Bereiche. Erstmals wurde die Ausrüstung von Professor Claus Eckardt in am Klinikum Frankfurt-Höchst in der Augenchirurgie erfolgreich eingesetzt und auf internationalen Kongressen vorgestellt. Auch in anderen medizinischen Disziplinen macht die Entwicklung aus der Luftfahrt von sich reden. Wichtige Informationen werden dabei bequem von oben ins Blickfeld „eingeblendet“, selbst ein Blickwechsel zu anderen Informationsmedien werden durch den Gebrauch der „Head up Displays“ unnötig.

3D-Technologie im OP
3D-Technologie im OP

Die 3D-Brille und den dazugehörigen Monitor neben dem Patienten kann der Laie sich etwa wie eine Synthese aus einer dreidimensionalen Kamera und einem Mikroskop vorstellen. Der Operateur sieht das Auge damit vergrößert und plastisch. Das ermöglicht mikrochirurgische Eingriffe von höchster Exaktheit und bietet Arzt und Patient zusätzliche Sicherheit.

Die dafür notwendige technische Ausstattung kostet insgesamt etwa 70.000 Euro pro Einheit. Ob die Ergebnisse diese hohe Investition rechtfertigen, ist unter anderem abhängig vom Aufwand für eine Umrüstung.
Probanden arbeiteten mit der 3D-Brille durchwegs schneller, sicherer, koordinierter und obendrein in ergonomischer, unverkrampfter Haltung.

Überall, wo chirurgische Mikroskope zum Einsatz kommen, so ein Sprecher des Herstellers für Medizintechnik, TrueVision, machen sich die 3D-Ausrüstungen auch bezahlt. Zu den Kunden von TrueVision gehören unter anderem auch Neurochirurgen oder HNO-Ärzte. Aktuell entwickelt TrueVision weitere Varianten für plastische Chirurgen, Zahnärzte oder Orthopäden.

An der Asklepios-Klinik Weißenfels in Sachsen-Anhalt nutzen Urologen das System bereits, um Nieren- oder Blaseneingriffe per Schlüsselloch-Chirurgie durchzuführen. Die 3D-Technologie kommt damit auch dem Trend entgegen, vermehrt minimal-invasive Operationen durchzuführen.

3D-Systeme fanden erstmals auch an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Weimarer Sophien- und Hufeland-Klinikum Verwendung. Entfernungen lassen sich damit besser einschätzen, Hände und Augen des Chirurgen lassen sich besser koordinieren. Neben der exakteren Arbeitsweise kommt auch der Zeitgewinn den Patienten zugute. Blutungen und Gewebeverletzungen werden vermieden, der Arzt arbeitet entspannter und ermüdungsfreier. Die neue 3D-Brille verbessert diese Möglichkeiten weiter. Allerdings setzt das System auch einige Übung in der Interpretation der übertragenen Bilder voraus. Auch die Auflösung der Darstellungen ist noch verbesserungswürdig.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 01.07.2016
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