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ITAP – eine neue Generation der Exoprothesen-Befestigung

Lesezeit: 1 Min.

Knochenverankerte Extremitätenprothesen verbessern Lebensqualität nach Amputation.

Die Technologie künstlicher Gliedmaßen hat in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte gemacht. Trotzdem hat sich an der Methode, wie diese Prothesen am Körper befestigt werden, in den letzten Jahrhunderten nahezu nichts verändert: in der Regel wird nach der Amputation der Gliedmaßen der Stumpf vernäht. Ist die Wunde verheilt, wird die Prothese angepasst. Diese wird dann mit einem elastischen Kunststoffschaft über den Stumpf gestülpt.

ITAP – eine neue Generation der Exoprothesen-Befestigung
ITAP – eine neue Generation der Exoprothesen-Befestigung

Damit die Exoprothese gut sitzt, muss sie individuell angepasst werden. Nichstdestotrotz muss sie einigen Belastungen standhalten und deshalb auch ausreichend eng sitzen. Das macht für viele Patienten längeres Tragen unangenehm. Durch den Druck des Schaftes, durch damit verbundenes Schwitzen, kommt es immer wieder zu Hautreizungen, Schmerzen und offenen Scheuerwunden, die sich entzünden können. Das führt dazu, dass innerhalb von zwei Jahren fast 80 Prozent der Patienten darauf verzichten, ihre Prothese zu tragen.

Eine Gruppe namens Stanmore Implants arbeitet an einer alternativen Methode zum herkömmlichen Schaftsystem. Bei der sogenannten Intraossären Transkutanen Prothesen-Amputation (kurz ITAP) wird dem Patient in den Knochen des Stumpfes ein Metallimplantat eingesetzt, das aus dem Stumpf herausragt und als Befestigungspunkt für die Prothese dient. Das künstliche Körperteil kann dann über das Implantat mit dem Körper verschraubt werden. Anders als bei herkömmlichen Prothesen trägt nun das Skelett und nicht das Gewebe die Belastung. Das bedeutet auch für den Prothesenträger mehr Bewegungsfreiheit z.B. für sportliche Aktivitäten.

ITAP erhöht außerdem den Tragekomfort für den Patienten, da eine Reibung zwischen Prothese und Haut vermieden wird. Eine Sicherheitsvorrichtung gewährleistet, dass der Patient die Prothese leicht und schnell entfernen kann. Wird das künstliche Körperteil zu stark belastet, z.B. bei einem Sturz, sorgt diese Sicherheitsvorrichtung dafür, dass sich die Prothese löst und Verletzungen verhindert werden. Ein ähnliches System wir bei einer Skibindung.

In Großbritannien geht die Studie von Stanmore Implants derzeit erfolgreich in die zweite Phase. Die 20 amputierten Personen, die ITAPs implantiert bekamen, berichten alle von einer verbesserten Lebensqualität. Weltweit wurden bereits ähnliche Studien mit ebenso positiven Ergebnissen durchgeführt.

U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 04.07.2016
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