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Die Chemie der Liebe wissenschaftlich analysiert

Lesezeit: 2 Min.

Welche körpereigenen Substanzen spielen bei der Liebe mit?

Romanzen liefern Stoff für Lieder und Gedichte, sorgen für weiche Knie, Gedanken-Wirrwarr und Herzrasen. Tatsächlich beeinflussen Liebes-Gefühle die Chemie des Körpers in messbarer Weise: Der Gefühlshaushalt fühlt sich nicht nur anders an, er ist auch veränderten Einflüssen unterworfen:

Die Chemie der Liebe wissenschaftlich analysiert
Die Chemie der Liebe wissenschaftlich analysiert

Liebes-Süchtig?

Dopamin gilt als die Vergnügungs-Droge des Gehirns und wird immer dann freigesetzt, wenn wenn es um aufregendes Spiel und Wetten geht, bei Drogenkonsum – und im Falle von Liebe! Dann beschwingt dieses Hormon und sorgt für ein Plus an Energie.
Gegenseitiges Interesse und Aufmerksamkeit treiben das Dopamin des jeweiligen Gegenübers noch weiter in die Höhe, so eine Expertin für Anthropologische Biologie, Helen Fisher. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Betroffenen um frisch Verliebte oder ein langjähriges Paar handelt.

Oxytocin

Oxytocin ist eine Substanz, die beruhigend wirkt und Paare durch ein starkes Vertrautheitsgefühl zusammenschweißt. Es erzeugt den Wunsch nach Umarmungen, Küssen und Berührungen. Oxytocin wird auch bei Müttern freigesetzt, wenn sie ihre Babys das erste Mal sehen und halten, fördert die Milchproduktion und die starke Bindung zum Kleinkind. Wer also am liebsten zu Hause bleibt, um mit dem Partner zu kuscheln, steht sehr wahrscheinlich unter dem Einfluss von Oxytocin.

Testosteron übernimmt das Kommando

Auch wenn Testosteron landläufig als das Macho-Hormon gilt: Es weckt das Feuer in beiden Geschlechtern – umgekehrt kann Sexualität sich steigernd auf den Testosteronspiegel auswirken. Männer haben allerdings von Natur aus einen höheren Testosteronspiegel als Frauen. Messbar ist das Hormon im Speichel. Eine Theorie besagt, dass Testosteron beim Küssen übertragen wird.

Gelähmte Zunge

Ein weiterer Bestandteil des „Liebestranks“ ist Norepinephrin, über das wissenschaftlich gesehen noch sehr wenig bekannt ist. Dieses Stress-Hormon erhöht die Herzfrequenz und ist vermutlich der Grund dafür, warum Verliebte rot werden und verwirrt reagieren, wenn die ganz spezielle Person ihnen ihre Aufmerksamkeit zuwendet. Fisher sagt, dieses Hormon ist auch verantwortlich für die berühmten „Schmetterlinge im Bauch“, für schwitzende Hände, einen trockenen Mund und Stottern.

Andere Liebes-Verbindungen

Der Hautgewebe-Verträglichkeitskomplex (MHC von engl. Major Histocompatibility Complex) besteht aus einer Gruppe von Genen, mit denen der Körper, vereinfacht ausgedrückt, eigene von fremden Proteinen unterscheiden kann. Diese Proteine werden durch Schweiß, Körperduft oder Speichel übertragen. Es gibt eine breite Palette von unterschiedlichen MHC-Typen, die am ehesten bei den Menschen kompatibel sind, die eine Beziehung führen.
Über den Geruchs- und Geschmackssinn, so weisen verschiedene Studien nach, nehmen Personen die MHC-Typologie ihres Gegenübers auf – je größer die Unterschiede, desto stärker ist die gegenseitige Anziehung.

Der Nase nach…

Zwar geht die Rede von „Liebe auf den ersten Blick“ doch spielen weniger die Augen als vielmehr die Nase die ausschlaggebende Rolle. Pheromone, Duftstoffe, gelten als chemische Boten bei der Sexualität. Bislang handelt es sich noch um reine Theorie, die nur für die Insektenwelt bewiesen werden konnte. Doch auch in einer menschlichen Liebesbeziehung spielen Gerüche eine entscheidende Rolle: Verliebte tragen das T-Shirt des Partners, in früheren Zeiten trug der Liebhaber das Taschentuch der Geliebten mit sich.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 16.01.2014
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