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Männer gehen vermehrt zum Schönheitschirurgen

Lesezeit: 2 Min.

Vor allem Nasen und Ohren geben Männern Anlass zur Unzufriedenheit

Vorbei sind offenbar die Zeiten markanter Charakternasen, die die Geschichte prägten. Heute frequentieren immer mehr Männer die ästhetisch-plastischen Chirurgen.

Männer gehen vermehrt zum Schönheitschirurgen
Männer gehen vermehrt zum Schönheitschirurgen

Die Hauptkritikpunkte des Mannes an sich selbst sind Form und Position von Ohren und Nase. Doch die Nummer Eins bei den Eingriffen ist das Fettabsaugen. Danach kommen – vor allem bei älteren Männern, Korrekturen von Lidern und Tränensäcken, gefolgt von Haartransplantationen. Mehr als sieben Prozent der jüngeren Männer wünschen sich eine Penisvergrößerung.

Eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie (DGÄPC) bestätigt die wachsende Nachfrage nach Schönheitsoperationen: Zwischen 2008 und 2013 stieg der männliche Patientenanteil von knapp 10 auf beinahe 20 Prozent. Bei einer Million Schönheitsoperationen pro Jahr entspricht das allein 200.000 männlichen Patienten.

Etwa 30 Prozent der operativ verschönerten Männer sind Singles, ebenso viele gehören der Altersgruppe der 18- und 30-jährigen an. Aber auch ältere Semester zwischen 50 und 60 Jahren lassen ästhetisch-chirurgische Eingriffe vornehmen.

Die Umfrage enthüllte auch, dass Frauen über chirurgische Schönheitskorrekturen oft recht unbeschwert plaudern, Männer dagegen dergleichen lieber für sich behalten.

Ziel der ästhetisch-plastischen Chirurgie ist es, dass Patienten nach dem Eingriff mehr Selbstsicherheit entwickeln, sich in ihrer Haut und ihrem Körper wohler fühlen. Doch bei Weitem nicht alles, was chirurgisch machbar ist, ist auch ethisch vertretbar oder sinnvoll.

Bei der 41. Jahrestagung der DGÄPC in Baden Baden wurde zudem erneut vor dem ungeschützten Begriff des Schönheitchirurgen gewarnt: Viele Mediziner eigenen sich diese Bezeichnung an und vermarkten damit Leistungen, für die ihnen Fachausbildung und Erfahrung fehlen. Dr. Bernd Loos, Tagungsredner, betonte, dass seriöse Fachärzte nur dann operieren, wenn sie damit echten Leidensdruck verringern können.

Bei allen Patienten erwacht langsam ein erhöhter Qualitätsanspruch. Über 70 Prozent suchen inzwischen gezielt nach Fachärzten, wenn sie Schönheitskorrekturen wünschen.

Gewarnt wird auch vor Billig-Anbietern: Sie sparen am Patienten – vor allem in der Betreuung und Beratung vor und nach der Operation. Die Risiken bei dieser Art von Eingriffen dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Fettabsaugung ist für plastische Chirurgen Routine - dennoch können versehentlich durchtrennte Nerven zu bleibender Taubheit in ganzen Hautarealen führen, oder das Absaugen von zu viel Gewebe hinterlässt hässliche Dellen in der Haut.

Die immer beliebter werdende Nasenkorrektur gehört mit zu den anspruchsvollsten Korrekturen überhaupt, ist dabei aber nur selten medizinisch notwendig. Doch wenn das Selbstwertgefühl und das ästhetische Empfinden des Nasenbesitzers erheblich leiden, macht der Eingriff Sinn. Allerdings muss der Patient oft über längere Zeit hinweg Blutergüsse und Schwellungen in Kauf nehmen und konsequent auf Sport verzichten. Das Risiko eines suboptimalen Ergebnisses oder dauerhafter Nasenprobleme ist auch bei äußerster Vorsicht und unter den Händen eines erfahrenen Spezialisten relativ hoch.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 21.10.2013
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