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Neues Mittel für Asthmatiker 

Lesezeit: 1 Min.

Möglicherweise kann ein bereits zugelassenes Medikament nun auch bei Asthma helfen

Asthma bronchiale zählt zu den chronisch entzündlichen Atemwegserkrankungen und kann die Lebensqualität von Betroffenen, je nach Schweregrad, enorm einschränken.

Neues Mittel gegen Asthma
Neues Mittel gegen Asthma
In Deutschland leiden rund fünf Prozent aller Erwachsenen unter Asthma – Tendenz steigend. Auslöser sind in erster Linie Rauchen und Passivrauchen, aber auch Schadstoffe in der Luft und körperliche Anstrengung. Hinzu kommt das allergische Asthma, das z.B. durch Hausstaub, Pollen oder Tierhaare ausgelöst werden kann. Bei einem Asthmaanfall verengen sich die Atemwege, es kommt zu akuter Luftnot und Hustenanfällen. Bleibt Asthma unbehandelt, wird die Lungenfunktion tendenziell immer schlechter.

Bislang steht Asthmapatienten nur eine begrenzte Auswahl an Medikamenten zur Verfügung. Diese bestehen meist aus einer Kombination von bronchienerweiternden und entzündungshemmenden Arzneimitteln. Wichtig ist eine Dauertherapie, sodass Patienten weniger oft akute Anfälle erleiden.

Heilbar ist Asthma nicht, eine Überempfindlichkeit der Lunge bleibt erhalten, jedoch kann die Krankheit mit Medikamenten häufig gut kontrolliert werden.
Schwierig sind die Fälle des unkontrollierten Asthmas, das mit den gängigen Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen ist. Wenn trotz Inhalierens mit Kortison und der Einnahme von langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika die Therapie nicht anschlägt, könnte nun möglicherweise Tiotropiumbromid (kurz: Tiotropium) helfen.

Die Ergebnisse einer industriell gesponserten Studie sind vielversprechend. Tiotropium ist in Deutschland bereits für die Therapie von Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassen und wird dort bereits mit Erfolg angewandt. Eine Versuchsreihe mit Asthmatikern sollte nun zeigen, ob Tiotropium auch Asthmabeschwerden lindern kann.

Über 900 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren nahmen an der Studie teil. Alle Patienten hatten im Verlauf des letzten Jahres mindestens eine schwere Exazerbation. Eine Gruppe erhielt ein Placebo, die andere inhalierte regelmäßig Tiotropium. Nach 24 Wochen hatte sich die Lungenfunktion der Tiotropium-Gruppe bereits verbessert. Bei den schweren Asthmatikern war die Verbesserung signifikant. Die Zahl der Asthmaanfälle konnte damit um mehr als ein Fünftel reduziert werden. Außerdem verlängerten sich die zeitlichen Abstände zwischen den Asthmaanfällen um das Dreifache.

Ob sich Tiotropium auch als Langzeitmedikation für Asthmatiker eignet, müssen weitere Studien zeigen.
U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 14.11.2012
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