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Alzheimer & Co. durch eine Wunderpille verhindern?

Lesezeit: 3 Min.

Ein neues, sehr wirkungsvolles Medikament hilft bei Alzheimer und MS

Mit einer einzigen Tablette Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose behandeln - eine Phase-I-Studie zur Beurteilung der Sicherheit für dieses Medikament bei Menschen ist gerade im Gange.

Wunderpille gegen Alzheimer
Wunderpille gegen Alzheimer
Erste Ergebnisse aus Tierstudien haben darauf hingedeutet, dass diese neue Klasse von Medikamenten sehr wirksam gegen Hirnerkrankungen ist; die neue Pille hat das Potential eine Alzheimer-Krankheit, Multiple Sklerose und Schlaganfälle zu behandeln. Wird das Medikament früh genug eingesetzt, so kann sogar eine Alzheimer-Erkrankung, die schon ausgebrochen ist, gestoppt werden. Die Entzündung, welche der Auslöser für viele Erkrankungen am Gehirn ist, wird durch diesen neuen Wirkstoff zumindest teilweise gehemmt.

Die Tierversuche sind vielversprechend und die Tablette wurde zum ersten Mal am Menschen getestet; die Ergebnisse wurden allerdings noch nicht veröffentlicht. Die Tierversuche lassen vermuten, dass die Substanz gegen schwerwiegende Gehirnerkrankungen wirksam eingesetzt werden kann. Dazu gehören Alzheimer und Morbus Parkinson, Multiple Sklerose (MS),Motoneuronenerkrankung, frontotemporale Demenz und Komplikationen bei Schädel-Hirn-Verletzungen. Zwei der Medikamente, MW151 und MW189, wurden von US-Wissenschaftler an der Northwestern University in Chicago patentiert. Sie wirken durch Blockade auf die überschüssige Produktion von den schädlichen Immunsystem Signalmolekülen, den pro-inflammatorischen Zytokinen.

Neue Forschungsergebnisse sind in dem Journal of Neuroscience erschienen und zeigen, wie eine frühzeitige Behandlung mit MW151 die Entwicklung von einer ausgebrochenen Alzheimer-Erkrankung verhindert verhindert. Wissenschaftler sagen, das Medikament bietet einen völlig anderen Ansatz zur Behandlung der Krankheit als andere anderen vorherigen Ansätze. Die neue Behandlung zielt auf die Anhäufung von Beta-Amyloid-Protein-Ablagerungen im Gehirn, die ein wesentliches Merkmal von Alzheimer sind. Ein Schlag auf den Kopf erhöht das Risiko an Alzheimer zu erkranken, auch das zeigten die Forschungen.


Neue Ergebnisse identifizieren die komplexen Mechanismen, die zu einem enormen Anstieg des Enzyms BACE1 im Gehirn nach einem Unfall führen. Die Ergebnisse können zur Entwicklung einer medikamentösen Behandlung beitragen, um so das Fortschreiten einer Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen.

Der Hauptautor Dr. Kendall Walker von der Tufts University School of Medicine in Boston sagte: "Ein moderater bis schwerer TBI oder ein Schädeltrauma, ist einer der stärksten Risikofaktoren für die Alzheimer-Krankheit." Ein schwerer TBI kann zu einer Dysfunktion in der Regulation des Enzyms BACE1 führen." Eine Erhöhung dieses Enzyms führt zu einer erhöhten Konzentration von Amyloid-beta, dem wichtigsten Bestandteil von Gehirn-Plaques, der mit Senilität und Alzheimer in Verbindung gebracht wird." Im Gegensatz dazu stoppt das neue Medikament die Entzündung, unterbricht die Verdrahtung im Gehirn und tötet die Neuronen.

Die gesamte Organisation des Gehirns fällt bei diesen Krankheiten in „Unordnung“, wie bei einem Computer, wodurch Nervenzellen sterben. Mäuse, die gentechnisch auf Alzheimer verändert wurden, erhielten ab dem sechsten Lebensmonat drei Mal pro Woche MW151. Das ist der Zeitpunkt, bei dem bei Patienten ein leichter geistiger Rückgang einsetzt. Ab dem 11. Monat haben die Mäuse eine ausgewachsene Alzheimer-Erkrankung entwickelt. Bei Mäusen, die das Medikament erhalten haben, war der Zykotin-Level im Gehirn normal und auch die Synapsen funktionierten einwandfrei.

Unbehandelte Mäuse hatten ein ungewöhnlich hohes Zytokinen-Niveau im Gehirn und auch die Synapsen zeigten Aussetzer. Co-Autor Dr. Linda van Eldik, Direktor des Sanders-Brown Center on Aging an der Universität von Kentucky, sagte: "Das Medikament schützt gegen Lern-und Gedächtnisstörungen. Wird dieses Medikament sehr früh eingesetzt, dann ist die Behandlung sehr vielversprechend. "Schädliche Entzündungen spielen auch eine Rolle bei einer Vielzahl von anderen neurodegenerativen Erkrankungen, was die Möglichkeit der Anwendung des Arzneimittels deutlich erweitert. Frühere Tests mit Mäusen zeigten, dass MW151 auch bei schweren Krankheiten - ähnlich der MS bei Menschen, die Nervenfasern ihrer isolierenden Myelin Abdeckstreifen reduziert haben.

In anderen Experimenten bei Mäusen, verhinderte das Medikament eine Welle von pro-inflammatorischen Zytokinen nach traumatischen Hirnverletzungen. Wenn das Medikament nach Schädel-Hirn-Verletzungen oder sogar einem Schlaganfall sehr früh eingenommen wird, dann können möglicherweise langfristigen Komplikationen dieser Verletzungen, einschließlich der Gefahr von Krampfanfällen, kognitive Beeinträchtigungen und vielleicht auch psychische Probleme verhindert werden ", sagte Professor Mark Wainwright.

Ein wesentlicher Vorteil des Arzneimittels ist, dass es als Tablette geschluckt werden kann, anstatt injiziert zu werden. Die "Blut-Hirn-Schranke" wird auf diese Weise leicht durchkreuzt. Die Ergebnisse aus der ersten Phase-I-Studie zur Beurteilung der Sicherheit des Medikaments bei Menschen müssen noch freigegeben werden. Dies ist der erste Schritt für die klinische Zulassung.

Letzte Aktualisierung am 11.06.2015.
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