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Strom gegen Bakterien - neue Wege in der Zahnmedizin

Lesezeit: 2 Min.

Neuartige Behandlungsmethode im Kampf gegen die Bakterien

Die gute alte Zahnprothese wird irgendwann komplett ausgedient haben. Vorbei die Zeit, in der man Wassergläser auf dem Nachtschränkchen stehen hatte um darin über Nacht die Zähne zu verwahren....

Strom gegen Bakterien
Strom gegen Bakterien
Was sich schon heute recht veraltet anhört wird in der Tat bald völlig überholt sein. Das Zeitalter der Implantate ist angebrochen. Eine kleine Schraube im Kiefer macht es möglich. Der fehlende Zahn ist dauerhaft ersetzt. Diese Behandlung wird immer populärer und die Zahl der Patienten, die sich so ein Implantat in ihren Kiefer hat einsetzen lassen, hat sich in den vergangenen 10 Jahren sogar verdoppelt. Doch auch hierbei gibt es wie bei allen medizinischen Eingriffen Risiken und Nebenwirkungen. Eine Periimplantitis kann die Folge sein. Bakterien am Implantat können schmerzhafte Entzündungen verursachen. Diese unerwünschte Folgeerscheinung nach dem Einsetzen eines Implantats tritt zumeist im ersten Jahr nach der Behandlung auf. In etwa 10 % der Patienten leiden darunter. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Was kann man tun, um so eine Entzündung zu verhindern? Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und dem Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich ist hier ein großer Durchbruch gelungen. Im Rahmen von Forschungen für eine Doktorarbeit konnten sie ein Verfahren entwickeln, dass es ermöglicht, Infektionen am Implantat wirkungsvoll zu behandeln.

Wie bei der Wasserreinigung erzeugten sie mit Hilfe von Strom eine Elektrolyse. Hierbei entsteht Chlor, das eine desinfizierende Wirkung zeigt. Die mit Bakterien beschichteten Implantate wurden ca. 15 Minuten einer Stromzufuhr mit einer Stärke zwischen 0 und 10 Milliampere ausgesetzt. Ein Implantat bildet den Minuspol, ein anderes den Pluspol. Bei dieser Methode entstehen dann Substanzen die in hohem Maße desinfizierend wirken. Nach diversen durchgeführten Versuchsreihen konnten die Wissenschaftler ermitteln, dass bei den Implantaten, die als Pluspol eingesetzt waren, 99 % der Bakterien abgetötet werden konnten. Die Wissenschaftler führen diese Versuchsreihen nun an einer Vielfalt von Bakterien durch, um so möglichst viele der eventuell in der Mundhöhle vorkommenden Bakterien abzudecken und ihnen gezielt mit der Elektrolyse entgegenzuwirken.

Das nachgewiesene Risiko dieser Behandlung besteht darin, dass gegebenenfalls durch die sich bildenden Substanzen und den Strom in der Umgebung des Implantats liegendes Bindegewebe und Knochenzellen geschädigt werden könnten. Wenn das der Fall sein sollte dann müssen hier die Selbstheilungskräfte des Körpers greifen.

Schmerzen entstehen grundsätzlich bei der Behandlung nicht. Lediglich leichte Muskelkontraktionen können entstehen, insbesondere beim Ein- und Ausschalten. Für besonders ängstliche Patienten kann durch den Zahnarzt aber eine örtliche Betäubung angeboten werden, so dass man sich völlig angstfrei auf diese Behandlungsmethode einlassen kann.

Letzte Aktualisierung am 13.12.2011.
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