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Bakterien: Wichtige Helfer des Körpers

Lesezeit: 2 Min.

Ohne die „Untermieter" ginge es uns schlecht

Bakterien werden meist nur im Zusammenhang mit Krankheiten gesehen. Dies, da ist sich die Mikrobiologie einig, wird den kleinen Helferlein jedoch nicht gerecht. Denn ohne die Mikroorganismen in und auf unserem Körper ginge es uns Menschen richtig schlecht. Wie bedeutend die Untermieter für unseren Organismus sind, zeigt allein ihre enorme Anzahl. Der Mensch allein hat etwa 20.000 unterschiedliche Gene. Die Gene der Keime mitgezählt, die beispielsweise in Mund, Nase und Darm zu Hause sind, kommt man auf über 30 Millionen. Eine menschliche Zelle beherbergt statistisch gesehen rund 100 Einzeller. In und auf dem Körper wohnt rechnerisch rund eine Billiarde Mikroben. Als Zahl gesehen sind das 1.000.000.000.000.000!

Bakterien: Wichtige Helfer des Körpers
Bakterien: Wichtige Helfer des Körpers

Doch was machen diese kleinen Bewohner den ganzen Tag? Sie liegen nicht etwa faul auf der Haut, sondern helfen dem Körper bei entscheidenden Funktionen. Allein der Darm enthält rund 100 Billionen kleine Helfer, die sich an unserem Essen laben und dabei wichtige Nährstoffe freisetzen. Ohne diese Unterstützung könnte der Körper einen großen Teil der Lebensmittel überhaupt nicht oder nur sehr eingeschränkt verwerten. Als Gegenleistung für ihre willkommene Hilfe essen sich die Bakterien an dem Verdauten satt. So haben beide Seiten etwas davon.

Wissenschaftler gehen sogar so weit zu sagen, dass der menschliche Körper ohne die Mikroorganismen kein lebensfähige Immunsystem aufbauen und unterhalten könne. Würden die Mikroben nicht dabei helfen, die aufgenommene Nahrung zu verwerten und schädliche Stoffe abzubauen, wären ständige Mangelerscheinungen und Schädigungen durch nicht verwertbare Bestandteile die Folge.
Doch lassen sich die Untermieter im menschlichen Organismus auch gezielt nutzen? Forscher sind dieser Frage seit vielen Jahren auf der Spur und haben schon erste Erkenntnisse erzielen können. Problematisch ist jedoch, dass viele der Lebewesen im Körper sauerstoffempfindlich sind und daher nicht ohne Weiteres im Labor nachgezüchtet und Untersucht werden können. Wie man aber bereits herausfand, haben Patienten mit chronischen Darmbeschwerden wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eine veränderte Zusammensetzung im Bakterienzoo ihres Darms. Statt mit Antibiotika neben den schädlichen auch die nützlichen Bakterien abzutöten versucht man nun, gezielt die Zahl der hilfreichen Untermieter zu erhöhen und das Ungleichgewicht zu beseitigen. Eine solche Behandlung mit Probiotika würde nicht zu Resistenzen führen und wäre insgesamt schonender für die Betroffenen.

Die Forschung im Bereich der körpereigenen Mikroorganismen steht noch vor großen Aufgaben. Man ist sich aber einig, dass Erkenntnisse über die genetischen Eigenarten der Mikroben neue Möglichkeiten bei der Bekämpfung von Krankheiten bieten können.

Letzte Aktualisierung am 28.06.2010.
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