Ein Wechselbad der Gefühle, deutlich besetzte negative Stimmungsschwankungen und auch der Versuch negative Gefühle gezielt zu erhalten oder gar noch zu verstärken, scheinen einer Studie zufolge überwiegend Probleme junger Menschen zu sein. Zu dieser Erkenntnis gelangten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Sozioökonomischen Panels in Berlin, die eine thematisch gelagerte Untersuchung durchführten, deren Kern die Fragestellung war, in welchem Alter die Menschen ein emotionales Wohlbefinden verstärkt ihr eigen nennen können.
Im Rahmen der Studie wurden Menschen unterschiedlicher Altersstufen nach ihrem emotionalen Wohlbefinden im Alltag befragt. Hierbei zeigte sich, dass gerade die älteren Generationen ab etwa sechzig Jahren in ihrem Alltag versuchen negative Emotionen weitestgehend von sich fernzuhalten und somit für eine deutlich bessere Laune zu sorgen. Jugendliche und jüngere Erwachsene hingegen unterliegen bei diesem Thema dagegen weitaus häufiger einer schlechten Laune oder auch der magischen Anziehungskraft negativ besetzte Gefühle zu erhalten oder ihre eigenen noch zu verstärken.
Welche psychologischen Mechanismen sich genau hinter diesen Unterschieden zwischen Alt und Jung verbergen konnte bislang noch nicht aufgeklärt werden, sicher scheint es jedoch zu sein, dass ältere Menschen ihre verbleibende Lebenszeit nicht durch negative Gefühle erschweren möchten. In der Studie selbst wurden die Probanden im Alter zwischen 14 und 86 Jahren mit Mobiltelefonen ausgestattet und in einem Zeitraum von drei Wochen immer wieder angerufen und nach ihrer momentanen Stimmungslage befragt. So zeigten in einem Viertel der Situationen die 14-18 Jährigen Probanden exakt solche negativen Gefühle oder auch ein bewusstes Dämpfen von positiven Gefühlen.
Bei den über 60 jährigen Studienteilnehmern jedoch, konnten nur bei jedem zehnten Befragten derartige emotionale Gefühle festgestellt werden. Die Forscher vermuten nun, dass gerade Jugendliche sich durch die „schlechte Laune" von den Eltern oder anderen Erwachsenen abgrenzen wollen, ältere Menschen jedoch die „innere Ruhe" haben und somit über negative Gefühle eine bessere Handhabe aufzeigen und folglich auch nicht mehr so extrem den Stimmungsschwankungen aus jungen Jahren unterliegen.
Letzte Aktualisierung am 08.01.2010.