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Nanotherapie: Hirntumore mit Hitze bekämpfen


Lebenszeitverlängerung durch Hitze

Glioblastome sind schnell wachsende und aggressive Gehirntumore, den neusten Studienergebnissen nach mittels einer gezielten Nanotherapie deutlich besser angegangen werden können. Bereits seit dem Jahr 2004 wird eine Studie an der Berliner Charitè durchgeführt, an der 59 Gehirntumor-Patienten involviert sind und mittels einer Kombination aus Chemotherapie, Bestrahlungen, chirurgischen Eingriffen und eben auch die neuartige Nanotherapie behandelt werden.

Die Nanotherapie selbst beinhaltet magnetische Eisenoxidpartikel, die eine Umhüllung aus Biomolekülen aufweisen. Diese Nanopartikel werden direkt in das Tumorgewebe injiziert und mittels eines Wechselfeldes auf rund 70 Grad Celsius erhitzt. Dank dieser direkten Hitze werden die Tumorzellen zerstört oder auch aufnahmefähiger für eine Chemotherapie oder Bestrahlungen gemacht. Gesundes Gewebe wird bei dieser Nanotherapie weitestgehend verschont.

Den ersten Ergebnissen zufolge erweist sich die Magnetflüssigkeits-Hyperthermie als erstaunlich verträglich und bei der Behandlung selbst spüren die Patienten lediglich ein leichtes Wärmegefühl. Wichtig ist allerdings, dass ein vorhandener Tumor nicht größer als sieben Zentimeter im Durchschnitt ist und auch eine rasche Behandlung mittels der Nanotherapie erfolgt, wenn sich ein Rückfall des Tumorleidens offenbart. Besonders prägnant erweist sich diese Therapie auch deshalb, da die betroffenen Patienten eigentlich austherapiert waren, da ein Glioblastom grundsätzlich als unheilbar gilt und die Überlebenszeit maximal sechs Monate beträgt. Aufgrund der Nanotherapie jedoch, konnte bei den meisten Betroffenen diese Überlebenszeit um sieben Monate, ergo 13 Monate, verlängert werden.

Solch eine Lebenszeitverlängerung angesichts des aggressiven Gehirntumors allein ist hierbei schon ein faszinierendes Therapieergebnis und könnte für viele Betroffene zumindest einen begrenzten Hoffnungsschimmer bedeuten. Das Forschungsteam hat für dieses Behandlungsverfahren bereits bei der Europäischen Union die Zulassung beantragt, mit deren Entscheidung im zweiten Quartal 2010 gerechnet wird. Wird die Zulassung erteilt, können nicht nur Patienten außerhalb der Studie therapiert werden, sondern es wäre zudem nach einer zwanzigjährigen Entwicklungszeit der Thermotherapie inklusive magnetischen Eisenoxidpartikeln erstmalig eine Therapieform, die auf der noch recht jungen Nanotechnologie basiert.

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Letzte Aktualisierung am 28.12.2009.

Nanotherapie: Hirntumore mit Hitze bekämpfen

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