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Neurologische Untersuchung - Ablauf

Lesezeit: 2 Min.

Worauf muss der Patient vor der Untersuchung achten?

Spezielle Hinweise müssen vor einer neurologischen Untersuchung in der Regel nicht beachtet werden.

Eine neurologische Untersuchung wird vom Arzt in vielen Einzelmaßnahmen durchgeführt. Es ist keine Reihenfolge vorgeschrieben, der Arzt wendet aber ein bestimmtes Schema an.

Zunächst erfolgt eine Befragung des Patienten (Anamnese), um etwas über die Beschwerden und vorherige Erkrankungen zu erfahren. Dann wird der Körper des Patienten genau betrachtet (Inspektion). Dabei können manchmal schon bestimmte Veränderungen auffällig werden. Es folgt eine Grunduntersuchung der inneren Organe, bei der z. B. Herz und Lunge abgehorcht und beurteilt werden. Auch tastet der Arzt nach den Pulsen. Die Untersuchung der inneren Organe dient unter anderem auch dazu, das vegetative Nervensystem beurteilen zu können.

Die eigentliche neurologische Untersuchung fängt meist damit an, dass der Kopf und das Gesicht beurteilt werden. Dabei werden beispielsweise die Nervendruckpunkte auf Schmerzen getestet. Für die einzelnen Hirnnerven finden sich jeweils passende Tests:

HirnnervGeeignete Untersuchung
I (Nervus olfactorius, Riechnerv)Geruchstest
II (Nervus opticus, Sehnerv)Sehtest, orientierende Gesichtsfeldprüfung
III (Nervus oculomotorius)
IV (Nervus trochlearis)
VI (Nervus abducens)
(diese Nerven steuern die Augenbewegungen)
Lidöffnung, Augenbewegung, Augenstellung, Pupillenreaktion
V (Nervus trigeminus)Prüfung des Gefühlssinns im Gesicht, Beißuntersuchung
VII (Nervus facialis, Gesichtsnerv)Bewegung der Gesichtsmuskeln, Geschmacksprüfungen
VII (Nervus vestibulocochlearis, Hörnerv und Gleichgewichtsnerv)Hörtest, Gleichgewichtstests, Beobachtung schneller Augenbewegungen (Nystagmus)
IX (Nervus glossopharyngeus, Zungen-Rachen-Nerv)Gaumenbewegung, Würgereflex
X (Nervus vagus)Prüfung vegetativer Funktionen
XI (Nervus accessorius)Bewegung bestimmter Muskeln an Hals und Schulter
XII (Nervus hypoglossus, Nerv unter der Zunge)Zungenbewegung

Allgemein bekannt ist, dass zu einer neurologischen Untersuchung die Prüfung der Reflexe gehört. Reflexe sind nicht willentlich steuerbare Reaktionen, die durch einen Reiz ausgelöst werden. Viele Muskelreflexe können mit einem Reflexhammer ausgelöst werden, beispielsweise der Patellarsehnenreflex (am Knie), der Achillessehnenreflex und der Bizepssehnenreflex. Andere Reflexe können durch Reizungen wie z. B. dem Abstreichen eines Hautbereiches ausgelöst werden. Zu diesen Reflexen gehört der Bauchhautreflex.

Wichtig in der neurologischen Untersuchung ist der Test der Bewegungen. Der Untersucher schaut, ob Lähmungen, zurückgebildete oder verkrampfte Muskeln, Fehlhaltungen oder weitere Formauffälligkeiten an Armen, Beinen und anderen Körperteilen vorhanden sind. Der Arzt testet, ob die Muskelspannung und die Muskelkraft regelrecht sind.

Die Koordination wird ebenfalls untersucht. Dazu gehört die Prüfung, ob der Patient den Finger ohne Probleme zur Nase bringen kann (Finger-Nase-Versuch), ob das Gehen und Stehen mit offenen oder geschlossenen Augen problemlos möglich ist, ob das Schreiben oder das Sprechen gestört ist.

Dann erfolgt eine Untersuchung der Sensibilität. An einigen Punkten der Haut werden Tests vorgenommen, die eine Beurteilung der Berührungs-, Schmerz- und Temperaturwahrnehmung ermöglichen. Der Untersucher benutzt auch kleine Hilfsmittel, beispielsweise Watte für die Berührungsempfindlichkeit, einen spitzen Gegenstand zur Erzeugung von Schmerz sowie eine Stimmgabel für das Vibrationsempfinden.

Bestandteil der neurologischen Untersuchung ist auch die Beurteilung der Bewusstseinslage und der psychischen Verfassung. Der Arzt testet, ob eine Trübung des Bewusstseins vorliegt, ob Störungen der örtlichen und zeitlichen Orientierung vorliegen und ob die Merkfähigkeit vermindert ist. Es erfolgt eine Beurteilung der Stimmungslage und des Verhaltens des Patienten.

Mit diesen Maßnahmen macht sich der Arzt ein Bild davon, ob neurologische Störungen oder andere Erkrankungen vorliegen.

Letzte Aktualisierung am 27.04.2017.
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