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Tics

Lesezeit: 1 Min.

Was sind Tics?

Die Tic-Störung ist eine Erkrankung, bei der unwillkürliche, schnell ablaufende, plötzlich beginnende Bewegungen oder Laute auftreten. Die Tics treten wiederholt, aber unregelmäßig auf und bestehen in Muskelzuckungen, besonders im Gesicht, an den Schultern und Armen, oder Lautäußerungen. Die Betroffenen nehmen häufig vor dem Einsetzen der Tics eine Art Aura als Vorbote wahr, die sich meist in einer zunehmenden Anspannung äußert. Tics können in einem gewissen Rahmen unterdrückt, selten aber verhindert werden. Sie verstärken sich häufig bei emotionalem Stress und sind im Schlaf abgeschwächt oder gar nicht vorhanden.

Die stärkste Ausprägungsform einer Tic-Störung, die sich in einer komplexen Kombination aus motorischen und vokalen Tics äußert, ist das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom (kurz Tourette-Syndrom). Tic-Störungen treten besonders häufig im Kindesalter, etwa ab dem 7. Lebensjahr auf und sind im Erwachsenenalter nur noch selten zu beobachten. Etwa 5 bis 15% aller Kinder entwickeln bis zum 18. Lebensjahr eine Form des Tics, wobei diese bei Jungen häufiger als bei Mädchen auftreten. Eine Tic-Störung kann sich im Laufe der Zeit verändern, verstärken und auch ganz verschwinden.

Ursachen / Mögliche Erkrankungen

Eine genaue Ursache der Tic-Störung ist bislang noch nicht bekannt. Man nimmt an, dass sie durch das Zusammenwirken verschiedener Einflüsse entsteht. Da Tic-Störungen innerhalb einer Familie gehäuft auftreten, geht man von einer genetischen Grundlage für die Tics aus. Ob psychische Faktoren wie eine strenge Erziehung oder Einschränkungen in der Kindheit eine Tic-Störung verursachen, ist bislang nicht zweifelsfrei geklärt. Neurologische und psychiatrische Forschungen ergeben, dass bei Tic-Störungen eine Veränderung in der Kommunikation der Gehirnzellen besteht. Es lassen sich Störungen in der Regulation von Hemmung und Enthemmung von Gehirnzellen durch die Botenstoffe des Gehirns, die so genannten Neurotransmitter, feststellen.

Andere Erkrankungen, die nicht zu den Tic-Störungen zählen, aber ähnliche Symptome zeigen können, sind verschiedene psychische Erkrankungen wie Zwangsstörungen, neurotische Störungen oder Epilepsien. Auch Bewegungsstörungen (Dyskinesien) die durch eine Erkrankung des Gehirns, der Nerven oder der Muskeln verursacht sind, können Tic-ähnliche Symptome zeigen. Manche Medikamente wie Neuroleptika können als Nebenwirkung Tics verursachen.

Letzte Aktualisierung am 30.06.2010.
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