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Wie sieht die Reha nach einem Schlaganfall aus?

Lesezeit: 3 Min.

Eine Schlaganfall-Reha gliedert sich in Teilbereiche auf

Aus einem Schlaganfall (Apoplex) resultieren häufig Langzeitfolgen. Diese Langzeitfolgen entstehen durch Schädigungen am Gehirn aufgrund der Durchblutungsstörungen bei einem Apoplex. Je nachdem, welche Hirnregion betroffen ist und wie schwer die Schäden sind, zeigen sich bei vielen Patienten verschiedene neurologische (das Nervensystem betreffende) Störungen. Manche Patienten haben nach dem Apoplex Mühe zu sprechen. Andere Betroffene zeigen motorische Störungen (Bewegungsstörungen) oder mentale Probleme auf. Mit einer rechtzeitigen Reha erhöhen sich die Chancen, dass sich ein Patient von einem Schlaganfall erholt und sich die Langzeitfolgen zurückbilden.

Die Rehabilitation muss frühzeitig beginnen

Um nach einem Apoplex einen bestmöglichen Erfolg mit einer Reha zu erzielen, müssen diese Maßnahmen frühzeitig beginnen. Oft wird noch im Krankenhaus auf der Stroke Unit mit der Rehabilitation angefangen. Die Mediziner sprechen hierbei von einer Frührehabilitation. Die Rehamaßnahmen richten sich generell nach den neurologischen Problemen des Patienten. Folgende Teilbereiche sind bei einer Frührehabilitation und einer späteren Reha primär wichtig:

Nach einer gewissen Zeit wird von den Ärzten entschieden, welche Art der Rehabilitation für einen Patienten angebracht ist. Das Ziel hierbei ist es, die Symptome und Langzeitfolgen des Apoplex zurückzubilden. Hierdurch wird der Patient im Rahmen der Reha auf den Alltag vorbereitet. In den meisten Fällen besteht eine Reha aus einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. Hierdurch ist es einem Patienten möglich, die durch einen Apoplex individuell verlorenen Fähigkeiten neu zu erlernen.

Wie kann ein Patient verlorene Fertigkeiten neu erlernen?

Da die vom Apoplex geschädigten Hirnregion ihre Aufgabe nicht mehr oder nur begrenzt erledigen können, werden im Rahmen der Reha andere Gehirnanteile mit diesen Aufgaben betraut. Hierfür ist ein intensives und gezieltes Training nötig. Auf diesem Weg werden die entsprechenden Aufgaben vom Gehirn „ausgelagert“ und an gesunde Regionen des Gehirns übergeben.

Physiotherapie nach einem Apoplex – die Mobilität wird trainiert

Im Rahmen der Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist die Physiotherapie von hoher Wichtigkeit. Muskeltraining und Gelenktraining sind zwei Bestandteile der Physiotherapie nach einem Apoplex. Hierdurch bleibt die Mobilität des Patienten erhalten oder wird wieder hergestellt. Ist vor allem eine Körperhälfte vom Apoplex betroffen, muss gezielt diese Körperseite trainiert werden. Die Physiotherapie beinhaltet verschiedene Übungen, mit deren Hilfe unterschiedliche Aspekte der Bewegungsfähigkeit eines Patienten trainiert werden. Durch die Physiotherapie kann erreicht werden, dass ein Schlaganfallpatient wieder mobil und selbstständig wird. Wichtige Übungsaspekte der Physiotherapie sind:

  • Muskelaufbau: durch Lähmungen und durch langes Liegen kann es zu einer Rückbildung der Muskulatur kommen. Der Muskelaufbau wirkt dieser Rückbildung entgegen und hilft, die Muskeln und deren Funktion zu erhalten.
  • Körperhaltung: die Körperhaltung kann ebenfalls durch Lähmungen und durch langes Liegen in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Patient kann mit gezielten Übungen eine gesunde Körperhaltung zurückgewinnen und erhalten.
  • Bewegungsabläufe: mit gezielten Übungen werden verschiedene Bewegungsabläufe trainiert, die durch einen Apoplex eventuell verlernt wurden.
  • Koordinationsfähigkeit: das Zusammenspiel der Bewegungen des Patienten wird trainiert. Hierfür werden gezielte Koordinationsübungen eingesetzt. Diese Übungen zielen darauf ab, dass sich Koordinationsprobleme des Patienten im Laufe der Zeit zurückbilden.
  • Körperwahrnehmung: durch einen Apoplex kann es zu einer gestörten Körperwahrnehmung kommen. Hierdurch werden die Mobilität und die Koordinationsfähigkeit eines Patienten eingeschränkt. Mit gezielten Übungen wird versucht, die gestörte Körperwahrnehmung zu verbessern und zu normalisieren.
  • Gleichgewichtssinn: Patienten mit einem geschädigten Gleichgewichtssinn haben oft Mühe, eigenständig zu gehen. Mit gezielten und intensiven Gleichgewichtsübungen wird der Gleichgewichtssinn trainiert, der Patient kann sein Gleichgewicht zurückerlangen.

Wichtig für den Erfolg einer Physiotherapie im Rahmen der Rehabilitation ist ein konstantes, intensives Training. Auf diesem Weg übernehmen die gesunden Hirnregionen die Aufgaben der Geschädigten Hirnareale.

Ergotherapie nach einem Schlaganfall – die Vorbereitung auf den Alltag

Die Ergotherapie bei einer Schlaganfall-Reha dient dazu, den Patient auf den Alltag vorzubereiten. Der Patient wird mit gezielten Übungen an die wichtigen Aufgaben des Alltags herangeführt. Er erlernt, diese Aufgaben trotz seiner körperlichen und geistigen Einschränkungen bestmöglich zu bewältigen. Ziel der Ergotherapie ist es, dass der Patient nach der Reha so gut wie möglich ein eigenständiges Leben führen kann. Hierfür wird den Patienten bei Bedarf der Umgang mit verschiedenen Hilfsmitteln beigebracht.

Logopädie nach einem Apoplex – Sprachprobleme beseitigen

Bei vielen Patienten verursacht ein Apoplex Sprachstörungen. Der Patient kann sich nicht mehr oder nur begrenzt verbal mitteilen. Damit der Patient lernt, sich wieder richtig und verständlich auszudrücken, wird im Rahmen einer Rehabilitation bei Bedarf eine Logopädie angesetzt. Mit gezielten Sprachübungen erlernt der Patient das deutliche Sprechen „neu“. Die ersten Sprechübungen nach einem Apoplex werden in vielen Fällen unmittelbar nach dem Schlaganfall angesetzt. Die Logopädie wird bei Bedarf später bei der Reha weitergeführt und intensiviert.

Weitere Rehamaßnahmen nach einem Schlaganfall

Neben den drei hier aufgeführten Hauptmaßnahmen einer Schlaganfallreha finden sich heutzutage noch ergänzende Therapieformen. Diese Therapien können die Genesung des Patienten zusätzlich unterstützen. Beispiele hierfür sind:

  • ein spezielles neurologisches Training
  • künstlerische Therapien, wie beispielsweise eine Musiktherapie
  • Psychotherapie – Verhaltens- oder Gesprächstherapie bei psychischen Problemen nach dem Apoplex

Je nachdem, welche Art von Langzeitfolgen sich nach einem Apoplex zeigen, können diese Zusatzmaßnahmen im Rahmen der Reha zur teilweisen oder vollständigen Rehabilitation des Patienten beitragen. Die Betreuung durch einen Sozialarbeiter kann sich während und nach einer Schlaganfall-Reha als förderlich erweisen.



Letzte Aktualisierung am 22.08.2017.
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