Bei einer so genannten Fröschleingeschwulst (Ranula) handelt es sich um eine starke Erweiterung eines Ausführungsgangs der Unterzungen-Speicheldrüse (Glandula sublingualis). Um die Fröschleingeschwulst zu beseitigen, ist eine Operation notwendig.
Ursachen einer Fröschleingeschwulst
Die Ranula ist eine Zyste (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum), die Speichel enthält, der nicht mehr oder nur ungenügend durch den Ausführungsgang der Speicheldrüse abfließen kann. Die Verstopfung des Ganges kann angeboren sein oder durch eine chronische oder wiederkehrende Entzündung verursacht sein.
Symptome
Durch die Verlegung des Ausflusskanälchens sammelt sich Speichel in der Froschgeschwulst an. Es entsteht eine Verdickung unter der Zunge, die auf einer Seite als durchsichtiges Bläschen sichtbar ist. Die Zyste kann bis zur Größe einer Pflaume heranwachsen und im Mundraum stark stören. Unter anderem kann die Zungenbewegung beeinträchtigt werden. Durch das Zurückhalten des Speichels kann es zu einem Anschwellen der jeweiligen Speicheldrüse kommen.
Diagnose
Es erfolgt zunächst eine Befragung des Patienten (Anamnese). Die Diagnose wird meist durch den Anblick gestellt. Manchmal werden bildgebende Verfahren angewendet, z. B. Ultraschall oder Röntgen. Vor der Operation ist eine Blutuntersuchung notwendig.
Differenzialdiagnose
Unterschieden werden müssen sehr seltene Zysten anderen Ursprungs und Tumore in diesem Bereich.
Therapie
Konservative Therapie
Durch eine nichtoperative Therapie ist die Fröschleingeschwulst nicht zu beseitigen, da es sich um eine strukturelle Veränderung handelt.
Operation
Auch ein Anstechen der Zyste kann die Schwellung nur kurzzeitig beseitigen, da sich bald wieder Speichel ansammelt. Daher kommt nur eine operative Entfernung der Fröschleingeschwulst (Ranula) in Frage.
Es kann für den Eingriff eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose vorgenommen werden.
Nach einem Einschnitt in die Mundschleimhaut in diesem Bereich wird die Zyste herausgeschält. Manchmal genügt auch eine Fensterung (Eröffnung) der Fröschleingeschwulst.
Mögliche Erweiterungen der Operation
Nur in seltenen Fällen müssen weitere Maßnahmen durchgeführt werden, z. B. beim Auftreten von Komplikationen.
Komplikationen
Die Entfernung der Ranula (Fröschleingeschwulst) ist normalerweise komplikationsarm. Es kann unter anderem zu Blutungen, Nachblutungen und Narbenbildungen kommen. Zeitweise kann eine Schwellung bestehen, die im Mund stören kann. Durch Verletzung verschiedener Nerven im Bereich der Operation kann es zu Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen oder weiteren Ausfällen an verschiedenen Stellen kommen, was vorübergehend, aber manchmal auch dauerhaft bestehen kann. Weitere Strukturen in der Nähe des Befundes können in Mitleidenschaft gezogen werden. Es können sich Wundheilungsstörungen ausbilden, oder es kann eine Infektion, Entzündung beziehungsweise ein Abszess (abgekapselte eitrige Entzündung) entstehen. Allergische Reaktionen können des Weiteren in verschiedener Ausprägung vorkommen.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
In aller Regel kann die Fröschleingeschwulst durch den Eingriff problemlos beseitigt werden. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass sich später erneut eine solche Zyste des Ausführungsgangs der Speicheldrüse bildet. Um diese zu beseitigen, ist dann ein neuerlicher Eingriff erforderlich.
Hinweise
Vor der Operation
Oftmals müssen Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen, beispielsweise Aspirin® oder Marcumar®, abgesetzt werden. Dies geschieht immer in Rücksprache mit dem Arzt.
Bei einer solchen Operation in der Mundhöhle darf 4 Stunden vorher nichts mehr gegessen und nicht mehr geraucht werden, und 2 Stunden vorher nichts mehr getrunken werden. Die Zähne sollten vor dem Eingriff gewissenhaft geputzt werden.
Nach der Operation
Erfolgt die Operation unter ambulanten Bedingungen, so muss sich der Patient abholen lassen und darf innerhalb eines Tages keine Autos oder Maschinen bedienen. Ebenso sollten wichtige Entscheidungen vertagt werden.
Nach einer Operation im Mundraum darf in den ersten Stunden nur Wasser getrunken werden. Daraufhin sollte für etwa drei Tage nur Flüssignahrung oder Brei gegessen werden. Auch Alkohol und Kaffee sollten gemieden werden, damit die Wunde nicht gereizt wird. Der Mund sollte nach den Mahlzeiten ausgespült werden. Beim Zähneputzen ist besondere Vorsicht geboten. Nach dem Eingriff sollte für einige Wochen nicht geraucht werden, weil dadurch Wundheilungsstörungen gefördert werden. Es sollte eine zu starke körperliche Betätigung gemieden werden.
Ergeben sich Beschwerden, die auf Komplikationen hindeuten, so sollte rasch der Arzt benachrichtigt werden.
Letzte Aktualisierung am 12.11.2010.