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Wie erfolgt eine Aufdehnung mit einem Ballon bei einer Nasennebenhöhlen-Entzündung, z. B. an der Kieferhöhle?

Lesezeit: 2 Min.

Durch die Ballondilatation wird die Belüftung der Nasennebenhöhle wieder hergestellt

Das relativ junge Verfahren, die Zugänge zu den Nasennebenhöhlen mit Hilfe eines Ballonkatheters zu erweitern, ist der Behandlungsweise aus Herzchirurgie nachempfunden. Dort werden schon deutlich länger Blutgefäße mittels kleiner Ballons geweitet (Ballondilatation) und wieder durchgängig gemacht. Bei dem Verfahren an der Nase wird der Ballon nicht in die Blutgefäße, sondern in den Zugang von der Nasenhöhle zur Nasennebenhöhle eingeführt.

Der Eingriff findet in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) statt, kann aber auch in Vollnarkose erfolgen. Auf Grund des geringeren Risikos und der allgemein geringeren Belastung für den Patienten ist eine Lokalanästhesie jedoch vorzuziehen. An der verengten Stelle platziert, wird der Ballon gefüllt und dehnt so den Gang auf. Dabei werden nicht nur die Schleimhäute gedehnt, sondern meistens auch die dünnen Lamellenknochen in der Nase ein Stückchen verschoben.
Durch den so vergrößerten Zugang zur Nasennebenhöhle kann wieder genügend Luft zirkulieren und Sekret zuverlässig abfließen. Eine Ballondilatation hat also den gleichen Effekt wie eine Fensterung der Nasennebenhöhle, es ist aber kein Schnitt notwendig und es treten fast keine Nebenwirkungen auf.

Die Ballondilatation wird nicht nur bei der Kieferhöhle angewendet. Auch bei anderen Nebenhöhlen kann durch das Verfahren ein ähnlicher Erfolg erzielt werden.

Das Verfahren befindet sich noch in der Erprobung

Bei der Aufdehnung des Zugangs zur Nasennebenhöhle mit einem Ballon handelt es sich noch um ein relativ junges Verfahren. Die Ballondilatation wird zwar schon seit einigen Jahren angewendet, allerdings vorwiegend in den USA und zunächst nur im Rahmen von klinischen Studien. Seit kurzem bieten auch einige Kliniken in Deutschland den schonenden Eingriff an. Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor, es zeigt sich aber die Tendenz, dass durch die Ballondilatation die Zugänge zur Nasennebenhöhle dauerhaft erweitert und somit durchgängig gehalten werden können. Somit dürfte das Verfahren eine ähnlich hohe Erfolgsquote wie die klassische Kieferhöhlenoperation haben.

Eine Aufdehnung mittels Ballon ist schonender als ein operativer Eingriff

Bei der Ballondilatation muss, im Gegensatz zur Fensterung der Kieferhöhle, kein invasiver Eingriff durchgeführt werden. Eine echte Narbe entsteht durch das Aufdehnen des Gewebes nicht und die Schleimhaut im behandelten Bereich regeneriert sich schnell wieder. Insgesamt ist die Behandlung mit dem Ballon schonend und Nebenwirkungen treten kaum auf.

Da bei der Dehnung der Nasengänge mittels Ballon keinerlei Schnitte gesetzt werden, ist das Verfahren insgesamt sehr schonend für die Patienten. Auch eine Tamponade der Nasennebenhöhle, wie sie bei einer klassischen Operation meistens für einige Tage eingelegt wird, ist bei diesem Verfahren nicht erforderlich. Der Eingriff erfolgt im Normalfall ambulant. Bereits am nächsten Tag können die Patienten wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen, eine Krankschreibung ist daher in vielen Fällen gar nicht nötig.

Nicht jeder Patient ist für die Ballondilatation geeignet

Auch wenn das Verfahren einen guten Erfolg bei nur geringer Belastung verspricht, ist es leider nicht für jeden Patienten geeignet. Damit die Zugänge zur Nasennebenhöhle erfolgreich mit dem Ballonkatheter geweitet werden können, muss ein Zugang mit diesem über die Nase möglich sein. Dies ist nicht bei jedem Patienten der Fall, da die anatomischen Verhältnisse bei jeder Nebenhöhle anders sind. Bevor eine Ballondilatation an der Nase durchgeführt wird, muss daher in einer gründlichen Voruntersuchung abgeklärt werden, ob der Patient für diese Vorgehensweise geeignet ist. Ist ein Zugang mit dem Ballonkatheter nicht möglich, bleibt nur die klassische Fensterung der Nebenhöhle als Alternative.



D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 30.08.2016
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