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Wie sinnvoll ist das Absaugen von Schleim, Sekret oder Eiter aus der Kieferhöhle?

Lesezeit: 2 Min.

Eine Absaugung kann nach einer Operation notwendig sein

Im Normalfall erfolgt der Abtransport von Flüssigkeiten wie Schleim, Sekret oder Eiter aus der Kieferhöhle über den Verbindungsgang zur Nasenhöhle. Von dort wird es dann durch Niesen oder Schneuzen nach draußen transportiert. Funktioniert dies nicht mehr, kann eine Operation oder eine Spülung angezeigt sein. Eine Absaugung ist vor allem dann sinnvoll, wenn nach einer Operation der Schleim aus der Kieferhöhle entfernt werden soll. Abgesehen davon wird eine Absaugung kaum durchgeführt.

Verlegung des Nasenganges verhindert den Abtransport von Sekret

Der Verbindungsgang zwischen Nasenhöhle und Kieferhöhle liegt zwar höher als der tiefste Punkt der Nasennebenhöhle, dennoch sammelt sich beim gesunden Menschen kein Sekret in den unteren Bereichen. Für den Abtransport von unerwünschten Flüssigkeiten und Schleim oder Eiter sorgt das sogenannte Flimmerepithel. Hier sitzen kleine Härchen auf der Schleimhaut, die sich kontinuierlich bewegen. Dadurch werden Flüssigkeiten und auch kleine Fremdkörper zum Ausgang transportiert. Das Flimmerepithel kann durch Rauchen geschädigt werden, was auch erklärt, warum bei Rauchern deutlich häufiger chronische Nasennebenhöhlen-Entzündungen (Sinusitis) auftreten.

Ist der Verbindungsgang zwischen Nasenhöhle und Kieferhöhle verlegt, können Sekret, Eiter oder Schleim nicht mehr aus der Kieferhöhle abtransportiert werden. Sie sammeln sich und verursachen chronische Entzündungen. Eine Operation kann erforderlich werden, wenn der Verbindungsgang nicht mehr durch abschwellende Medikamente durchgängig gemacht werden kann.

Vor einer Operation steht die konservative Behandlung

Bevor eine Operation der Kieferhöhle in Betracht gezogen wird, werden erst einmal die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft. Da der Abtransport von Flüssigkeiten bei geöffnetem Nasengang über das Flimmerepithel stattfinden kann, ist eine Spülung zunächst nicht erforderlich. Das wichtigste Ziel ist es, die Verbindung zwischen Nasen- und Kieferhöhle wieder herzustellen. Hierzu werden zum Beispiel abschwellende Nasensprays verwendet.

Erst wenn sich die Verbindung nicht durch konservative Methoden wieder herstellen lässt und eine ausreichende Belüftung und ein Abfluss von Sekret nicht stattfinden kann, wird dem Patienten zu einer Operation geraten.

Bei einer Fensterung erfolgt eine Spülung der Kieferhöhle

Bei einer Operationen der Kieferhöhle wird ein neuer Zugang über die Wand zwischen Nasen- und Kieferhöhle geschaffen. Hierzu wird die trennende Wand durchbrochen und ein sogenanntes Fenster entsteht. Bei einer Fensterung wird gleichzeitig eine Spülung durchgeführt. Sekret, Eiter und Schleim werden dabei gründlich entfernt. Anschließend wird eine Tamponade eingelegt, die Blutungen und Schwellungen der Schleimhaut verhindern soll. Diese Tamponade kann nach zwei bis drei Tagen wieder über die Nase entfernt werden.

Nach einer Kieferhöhlen-Operation darf sich der Patient nicht schneuzen, denn dadurch entsteht ein zu hoher Druck in der frisch operierten Nebenhöhle. Ungefähr ab dem vierten Tag nach der Operation, auf jeden Fall aber erst nach der Entfernung der Tamponade, werden die Kieferhöhlen häufig abgesaugt. Sekret, Eiter und Schleim können dadurch entfernt und die Belüftung der Nasennebenhöhle verbessert werden. In den ersten Tagen nach der Operation wird nur aus der Nase selbst abgesaugt. Ist das operierte Gebiet vollständig verheilt, kann der Patient sich wieder schneuzen.



D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 03.09.2016
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