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Wie erfolgt eine Zertrümmerung von Speichelsteinen?

Lesezeit: 2 Min.

Bis vor wenigen Jahren wurden Speichelsteine meist operiert

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Speichelstein sind vielfältig. Es gibt sanfte Methoden, ihn zu entfernen. Eine Operation ist nur dann nötig, wenn andere Maßnahmen nicht zum Erfolg führen. Eine wirkungsvolle Methode, um einen Stein ohne eine Operation zu beseitigen, ist die Zertrümmerung mit Stoßwellen.

Ein Speichelstein ist ein kleiner harter Stein, der sich in der Speicheldrüse bilden kann. Dieser Stein besteht aus Calciumphosphat, Calciumcarbonat, Kohlenhydraten, Magnesium und Eiweißen, also den Stoffen, aus dem der Speichel im Wesentlichen auch besteht. Hat der Speichelstein eine gewisse Größe erreicht (er kann bis zu zwei Zentimeter groß werden), besteht die Gefahr, dass er einen Speichelstau hervorruft, wenn er die Speicheldrüse verstopft. Die Speicheldrüse kann schmerzhaft anschwellen. Häufig geht eine Entzündung mit einher.

Wenn der herzhafte Biss in einen Apfel plötzlich Beschwerden bereitet, das Schlucken schmerzhaft wird und sich ein unangenehmes Druckgefühl im Mundraum ausbreitet, kann ein Speichelstein schuld sein. Häufig treten die Symptome nur auf einer Seite auf. Anfangs machen sich die Beschwerden häufig nur bei der Nahrungsaufnahme bemerkbar, da sich beim Kauen vermehrt Speichel bildet.

Wie und warum Speichelsteine entstehen, ist unbekannt. Als Hauptursache besteht der Verdacht auf ungenügende Flüssigkeitszufuhr, aufgrund derer sich (anfangs) kleine Kristallisationskerne bilden, die sich nach und nach vergrößern. Ein Stein kann in allen der sechs großen Speicheldrüsen vorkommen. Diese sitzen im Unterkiefer, unter der Zunge und im Bereich der Ohren.

Wann kommt eine Zetrümmerung in Frage und wie erfolgt diese?

Zunächst wird der behandelnde Arzt den betroffenen Patienten befragen. Besteht der Verdacht auf einen Speichelstein, wird die betroffene Speicheldrüse gründlich untersucht. Häufig geschieht dies mit der Ultraschall-Methode. Eine Endoskopie (Spiegelung mit einem dünnen optischen Instrument) oder eine Röntgenaufnahme können ebenfalls Klarheit verschaffen. Ein Tumor wird mittels Differenzialdiagnose ausgeschlossen.

Nach Möglichkeit wird ein Speichelstein konservativ (ohne OP) behandelt. Dazu gehört auch die Zertrümmerung, die eine erweiterte konservative Therapie darstellt. Hier gibt es verschiedene Arten, die je nach Lage und Größe des Speichelsteins zum Einsatz kommen.

Zertrümmerung mit Stoßwellen

Bei der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) werden von außen gebündelte Schwallwellen auf den Fremdkörper - in diesem Fall der Speichelstein - gerichtet. Dies geschieht mittels eines Stoßwellengenerators und einer wassergefüllten Silikonhülle (auch Blase genannt), die von außen auf die Haut aufgebracht wird. Diese Methode wird meist angewendet, wenn der Speichelstein tief in der Speicheldrüse sitzt.

Die kleinen Fragmente, die zurückbleiben, werden später über die Speicheldrüse ausgeschieden. Dieser Eingriff ist nahezu schmerzlos und ermöglicht auch die Behandlung von Risikopatienten (wenn gewisse Ausschlusskriterien beachtet werden). Die Stoßwellenlithotripsie erfolgt ambulant.

Der große Vorteil bei dieser Behandlung ist die Erhaltung der Speicheldrüse. Daneben besteht so gut wie keine Gefahr, Gesichts- oder Geschmacksnerven zu verletzen.

Zertrümmerung durch Laser über Endoskopie

Bei der Speichelgang-Endoskopie wird eine dünne Sonde in den Speichelgang eingeführt. Der Speichelstein wird entweder mit einem dünnen Drahtkörbchen geborgen oder mit einem Laser zertrümmert. Die kleinen Fragmente werden dann ausgeschwemmt.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

In manchen Fällen lässt sich der Stein bereits lösen, indem die Speichelproduktion angeregt wird, zum Beispiel durch das Lutschen saurer Bonbons. Ebenso erfolgreich kann die Methode sein, den Speichelstein auszumassieren. Gerade bei Steinen, die noch sehr klein sind, funktioniert das oft gut. Meist muss zusätzlich ein Schmerzmittel eingenommen werden, da die Massage nicht ganz schmerzfrei ist.

Lässt der Stein sich nicht ausmassieren oder zertrümmern, weil er eine gewisse Größe erreicht hat (diese liegt bei rund acht Millimeter), bleibt als letzter Weg die Operation. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Zunächst wird der Stein per Ultraschall geortet. Danach wird der Stein über einen Schnitt herausgeholt oder es wird ebenfalls der Speichelgang gespiegelt. Mit einem Endoskop kann der Arzt verschiedene Mikroinstrumente einführen und so den Speichelstein entfernen. In Ausnahmefällen muss die betroffene Speicheldrüse entfernt werden.



M. Weitz Miriam Weitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 30.09.2016
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