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In welchen Fällen ist bei Speichelsteinen eine Entfernung der Speicheldrüse notwendig?

Lesezeit: 2 Min.

Heute ist ein Speichelstein kein Grund, die Drüse komplett zu entfernen, zuweilen ist es aber nötig

Speichelsteine können jeden treffen, unabhängig von Alter und Geschlecht. In den meisten Fällen lassen sie sich ohne eine Operation behandeln und die betroffene Speicheldrüse bleibt erhalten. Das Tückische an Speichelsteinen ist, dass sie bei entsprechender Konstellation eine Entzündung der Speicheldrüse auslösen können. Hier kann eine operative Behandlung erforderlich werden, manchmal muss die Speicheldrüse wegen einer Entzündung entfernt werden.

Speichelsteine können zudem immer wieder auftreten. Auf diese Weise kann die Speicheldrüse durch die wiederkehrenden Entzündungen so angegriffen werden, dass sie entfernt werden muss.

Oftmals reicht es aber, einen bestehenden Speichelstein mit den richtigen Methoden zu beseitigen.

Nicht bösartig, aber trotzdem schmerzhaft: der Speichelstein

Warum sich Speichelsteine bilden, ist bis heute nicht restlos geklärt. Am häufigsten entstehen sie in den Unterkieferspeicheldrüsen, die Ohrspeicheldrüsen sind seltener betroffen. Das liegt daran, dass der Speichel, der in den Kieferspeicheldrüsen produziert wird, eine andere Konsistenz hat. Er ist wesentlich zähflüssiger.

Befindet sich der Stein noch im Anfangsstadium, also ist er noch ziemlich klein, wird der Betroffene ihn gar nicht spüren. Wird er allerdings größer, kann der Speichel aus der betroffenen Drüse nicht mehr abfließen. Diese schwillt an, und das hat schmerzhafte Folgen.

Gut zu sehen ist eine durch einen Speichelstein verstopfte Drüse zum Beispiel kurz vor dem Essen. Hier läuft dem Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Mund zusammen. Der Speichel aus der betroffenen Drüse kann nicht abfließen, weshalb sie kurzzeitig anschwillt und schmerzt. Normalisiert sich die Speichelproduktion wieder, schwillt auch die Drüse ab.

Ist die Drüse durch einen Stein verstopft, besteht die Gefahr, dass sie sich entzünden kann. Den Bakterien und Viren, die sich hinter dem Stein befinden, ist durch den Verschluss der Weg „nach draußen“ versperrt. Das hat zur Folge, dass die betroffene Drüse anschwillt und schmerzt. Zudem ist die Schleimhaut stark gerötet. Zusätzlich kann Fieber auftreten, und die Drüse ist sehr druckempfindlich.

Welche Maßnahmen führt der Arzt durch?

Der behandelnde Arzt (beziehungsweise Zahnarzt) wird einen genauen Blick auf die betroffene Drüse werfen und mit Hilfe von Abasten und durch bildgebende Verfahren wie Röntgen die endgültige Diagnose stellen.

Ein Speichelstein muss beseitigt werden. In der Regel wird der Speichelstein konservativ behandelt, zum Beispiel mit Speichellockern (Nahrungsmittel, die den Speichelfluss fördern), um ihn zu lösen. Hat sich zusätzlich eine Entzündung gebildet, kommen Antibiotika zum Einsatz.

Geht der Speichelstein nicht ab, kann er mit einer Endoskopie (Speicheldrüsen-Spiegelung mit einem winzigen Instrument) herausgeholt werden. Auch möglich ist eine Stoßwellenbehandlung von außen durchzuführen, um den Stein zu zertrümmern.

In manchen Fällen ist ein operativer Eingriff unumgänglich. Aber auch hier kann die Drüse oft belassen werden und nur der Stein wird aus dem Drüsengang herausgeholt.

Wann ist ein operativer Eingriff zur Entfernung nötig?

Speichelsteine können mehrfach hintereinander auftreten. Hierdurch kann die Speicheldrüse so geschädigt werden, dass es besser ist, sie zu entfernen.

Ist die Drüse entzündet und besteht die Gefahr, dass die Entzündung auf benachbartes Gewebe übergreift, ist es ebenso anzuraten, die Drüse operativ zu entfernen. Ein weiterer Grund besteht, wenn sich eine schwer behandelbare Fistel (ein entzündlicher Verbindungskanal) zwischen Speicheldrüse und Kiefer gebildet hat.

Im schlimmsten Fall können als Folge eines Speichelsteins Nekrosen (absterbendes Gewebe) entstehen. Auch dann sollte die betroffene Drüse ebenso wie das nekrotische Gewebe entfernt werden.



M. Weitz Miriam Weitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 21.09.2016
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