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Wie hilft Homöopathie gegen ein rheumatisches Fieber?

Lesezeit: 3 Min.

Beschwerden mit natürlichen und alternativen Mitteln lindern

Das rheumatische Fieber ist eine typische Folgeerkrankung von Streptokokken-Infektionen wie Scharlach oder Angina. Es tritt gehäuft bei Jungen und Mädchen im Alter zwischen 5 und 15 Jahren auf. Die klassische Medizin betrachtet bei dieser Erkrankung eine Behandlung mit Antibiotika (und weiteren Medikamenten) als unumgänglich. Dies gilt nicht zuletzt aufgrund der Gefahr von schwerwiegenden Folgeerkrankungen am Herzen. Allerdings sieht zumindest ein Teil der Eltern diese Behandlungsform aufgrund der erheblichen Nebenwirkungen von Antibiotika kritisch. Die besorgten Eltern liebäugeln zum Wohle des Kindes dann eher mit den sanften homöopathischen Behandlungsmethoden.

Bevor die endgültige Entscheidung über die Behandlungsmethode gefällt wird, sollte unbedingt ein erfahrener Mediziner zurate gezogen werden. Nur der Arzt kann sicher entscheiden, ob ein unmittelbar behandlungswürdiges Krankheitsbild im Sinne der Schulmedizin vorliegt, bei dem ohne Antibiotika-Gabe das Risiko für Komplikationen zu hoch wäre, oder ob eine alleinige homöopathische Behandlung bedenkenlos versucht werden kann. In vielen Fällen wird eine homöopathische Behandlung jedoch auch zusätzlich zur herkömmlichen Medizin angewendet, um die Genesung zu unterstützen.

Antibiotikum ein Muss?

In den meisten Fällen kommt es bei einer Infektion mit Streptokokken zu keinen gefährlichen Folgeerkrankungen oder bleibenden Schäden. Ganz überwiegend heilt die akute Entzündung wie die Angina oder der Scharlach aus, ohne dass es zu Komplikationen kommt. In der Homöopathie herrscht die Meinung vor, dass für ein Ausheilen einer Streptokokken-Infektion keine Therapie mit einem Antibiotikum notwendig ist.

Die Symptome einer Streptokokken-Infektion sind:

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • allgemeines Unwohlsein
  • rote Flecken auf Körper und Gesicht
  • Himbeerzunge (Scharlach)

In etwa ein bis drei Prozent aller Entzündungen des Rachenraums mit Streptokokken bleibt es nicht bei der Grunderkrankung und es stellt sich in der Folge ein rheumatisches Fieber ein. Nach einer symptomfreien Zeit von ein bis vier Wochen kommt es erneut zu Beschwerden.

Die Symptome eines rheumatischen Fiebers sind:

  • hohes Fieber
  • Gelenkschmerzen
  • Schwellungen an den Gelenken mit Rötung
  • Hautausschlag (ring-oder girlandenförmig)
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Bauchschmerzen
  • tastbare Hautknötchen
  • Bewegungsstörungen

Die Ursache für die erneute Erkrankung liegt in einer Autoimmunreaktion des menschlichen Immunsystems: Bei dem Versuch, die im Körper verbliebenen Streptokokken vollständig auszumerzen, kommt es zu einer Fehlleistung des Immunsystems. Die vom Körper gebildeten Antikörper sind nicht in der Lage, die Streptokokken-Bakterien sicher von körpereigenem Gewebe zu unterscheiden. Sie richten ihre Abwehrtätigkeit gegen den eigenen Körper. Meist ist das rheumatische Fieber nach 6 bis 12 Wochen überstanden und bleibt ohne Folgen. Es können aber auch innere Organe wie Nieren und Herz betroffen sein. Dann drohen schwerwiegende Folgeerkrankungen, die unbedingt zeitnah ärztlich behandelt werden müssen. Wer sich für eine Behandlungsmethode der Alternativmedizin entscheidet, ist gut damit beraten, die homöopathische Therapie von einem erfahrenen Arzt begleiten zu lassen.

Mit sanften Mitteln zum Erfolg

Die Homöopathie verfolgt bei der Behandlung des rheumatischen Fiebers einen ganzheitlichen Ansatz. Nicht die Krankheitserreger sind das Ziel der Behandlung. Vielmehr soll das Immunsystem so weit gestärkt werden, dass es selbst in der Lage ist, die unliebsamen Bakterien zu beseitigen.

Homöopathische Arzneien werden aus natürlich vorkommenden Substanzen und Pflanzen hergestellt. Es gibt sie in Form von Tropfen, Tabletten und Globuli. Bei den Globuli handelt es sich um kleine Kügelchen aus Milchzucker, die sich im Mundraum auflösen sollen. Mit homöopathischen Mitteln sollen nicht die Symptome, sondern die Ursachen einer Erkrankung beseitigt werden. Die Kritiker der Homöopathie stellen eine Wirksamkeit der verwendeten Präparate allerdings in Abrede. Homöopathische Lösungen würden so stark verdünnt, dass sie gar keine Wirkstoffe mehr enthalten könnten, so die Argumente der Kritiker. Dennoch haben viele Patienten gute Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht und durch deren Einsatz subjektiv eine Linderung der Beschwerden erfahren.

Neben einer ganzen Reihe weiterer homöopathischer Mittel soll Phytolacca bei rheumatischem Fieber wirken. Der Therapeut gibt anhand des Krankheitsverlaufs und individueller Faktoren des Patienten eine Empfehlung, welche homöopathischen Präparate zum Einsatz kommen.

Phytolacca

Phytolacca ist ein homöopathisches Mittel, das nach der Ähnlichkeitsregel bei Entzündungen im Hals wirksam sein soll. Die schwarzrote Kermesbeere verursacht beim Verzehr eine Rötung des Halses und soll gegen Krankheiten wirksam sein, die ebenfalls mit Rötungen einhergehen. Dazu gehört die Angina ebenso wie das rheumatische Fieber.

Adonis vernalis

Das Adonisröschen soll bei zahlreichen Erkrankungen des Herzens Linderung verschaffen. Dazu gehören die Herzinsuffizienz ebenso wie ein Herzklappenfehler und die Endokarditis. Diese Krankheiten sind schwerwiegend und können lebensbedrohlich sein. Wenn auch nur der Verdacht einer Herzerkrankung in der Folge eines rheumatischen Fiebers im Raum steht, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Unter keinen Umständen sollte eine Herzerkrankung ohne kompetente ärztliche Aufsicht ausschließlich mit einem homöopathischen Mittel behandelt werden.

Immunabwehr beginnt im Darm

Durch die Gabe eines Antibiotikums kann die gesunde Darmflora stark geschädigt werden. Um eine gesunde Darmflora wiederherzustellen, können Synbiotika gegeben werden. Die Behandlung zielt darauf ab, dass sich eine gesunde Darmflora gegen Streptokokken behaupten kann und sich diese nicht ausbreiten können oder zurückgedrängt werden.



Dr. A. Sackmann Dr. Andreas Sackmann
Gesundheitsredakteur

aktualisiert am 21.09.2017
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Rheumatisches Fieber   Offene Frage
fragt Tinschen   vor 10 Monate  193

Ich hatte als Kind im Alter von 5 Jahren nach einer Mandel OP diese Erkrankung bekommen und lag lange im Krankenhaus und bekam Tardocillin 1200 über ... mehr

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