Youtube
Folgen Sie uns auf  

Was ist ein akutes rheumatisches Fieber?

Lesezeit: 3 Min.

Rheumatisches Fieber ist die Folge einer Infektion

Ein akutes rheumatisches Fieber ruft Symptome wie hohes Fieber, Gelenkschmerzen, aber auch Kopf- und Bauchschmerzen hervor. Eine Erkrankung an akutem rheumatischem Fieber tritt nie isoliert auf. Sie ist immer die Folge einer Infektion mit Bakterien. Erreger der Gattung Streptococcus verursachen zunächst eine Entzündung, meist im Nasen-, Mund-, oder Rachenraum. Es kommt beispielsweise zu einer Erkrankung wie Angina oder Scharlach. Erst die Reaktion des Körpers auf diese bakterielle Infektion führt in der Folge zu akutem rheumatischem Fieber.

Symptome des akuten rheumatischen Fiebers:

  • Kopfschmerzen
  • hohes Fieber (39 bis 40 Grad Celsius)
  • Gelenkschmerzen mit Rötung und Schwellungen
  • Hautknötchen und Hautausschlag, vor allem am Rumpf
  • Bauchschmerzen
  • Bewegungsstörungen

Der Verlauf der Erkrankung

Eine Infektion mit Streptokokken der Gruppe A geht dem rheumatischen Fieber voraus. Die Infektion selbst geht normalerweise mit hohem Fieber einher und bedingt eine längere Phase der Bettruhe. In den meisten Fällen sollten die akuten Symptome nach zwei bis vier Wochen abgeklungen sein. Danach setzt eine Phase der Ruhe ein. Der Betroffene ist für etwa ein bis vier Wochen symptomfrei. Erst dann treten die typischen Beschwerden des akuten rheumatischen Fiebers für eine Dauer von sechs bis zwölf Wochen auf.

Für das Abklingen der Erkrankung ist die Gabe eines geeigneten Antibiotikums von entscheidender Bedeutung. Wird nicht entsprechend medikamentös behandelt, können die Beschwerden über Jahre hinweg fortbestehen. Besonders wenn das Herz betroffen ist, kann es zu irreparablen Schäden kommen, die unter Umständen operativ behandelt werden müssen.

Angriff der Abwehrkräfte gegen den eigenen Körper

Der menschliche Körper ist mit einem Immunsystem ausgestattet, das ihn vor vielen Krankheiten erfolgreich schützen kann. Allerdings kann es unter ungünstigen Umständen dazu kommen, dass sich die Abwehrkräfte gegen den eigenen Körper richten. Genau das passiert, wenn es zu einem akuten rheumatischen Fieber kommt. Damit gehört das rheumatische Fieber zu den Autoimmunkrankheiten.

Zeitlicher Verlauf eines rheumatischen Fiebers:

  • Bakterielle Infektion, Angina, Scharlach (zwei bis vier Wochen)
  • Latenzphase ohne Symptome (ein bis vier Wochen)
  • Autoimmunreaktion, rheumatisches Fieber (sechs bis zwölf Wochen)
  • Langzeitschäden am Herzen (Jahre bis dauerhaft)

Streptokokken-Infektion

Durch Tröpfchen-Infektion, aber auch durch Kontakt zu Gegenständen, können Streptokokken der Gruppe A in den Mund-, Nasen- und Rachenraum gelangen und fieberhafte Infekte auslösen.

Bildung von Antikörpern

Der Körper reagiert auf die massenhafte Vermehrung der Bakterien mit der Bildung von Antikörpern. Die Antikörper heften sich an spezielle Oberflächenstrukturen der Bakterien. Das menschliche Immunsystem kann Bakterien erkennen, die auf diese Weise markiert sind, und sie bekämpfen.

Ruhephase

Das Ziel des Immunsystems ist es, schädliche Bakterien zu beseitigen. Sind alle oder der größte Teil der Bakterien abgestorben, klingen die Symptome der Infektion ab. Der Betroffene ist zunächst für mehrere Wochen beschwerdefrei. Allerdings stellt das Immunsystem seine Arbeit nicht ein und sorgt weiterhin für eine erhöhte Zahl an Antikörpern.

Kreuzreaktion

Bestimmte Zellstrukturen des menschlichen Körpers sind denen der Bakterien zum Verwechseln ähnlich. Aus diesem Grund kann es dazu kommen, dass sich die Aktivitäten des Immunsystems nicht nur gegen die schädlichen Bakterien, sondern auch gegen gesundes körpereigenes Gewebe richten. Fachsprachlich ist von einer Kreuz- oder Autoimmunreaktion die Rede.

Langzeitschäden

Die vom Immunsystem gebildeten Antikörper können in verschiedenen Bereichen des menschlichen Körpers Probleme bereiten. Angefangen von den großen Gelenken über die Haut als größtes aller menschlichen Organe bis hin zum Gehirn sind vielfältige Symptome möglich. Der gefährlichste Angriffspunkt für die Antikörper ist allerdings das Herz. Wird Gewebe des Herzmuskels oder der Herzklappen in Mitleidenschaft gezogen, können jahre- oder sogar lebenslange Beschwerden die Folge sein.

Neurologische Beschwerden (Nervensystem)

Die Auswirkungen des akuten rheumatischen Fiebers beschränken sich nicht auf Organe und den Skelettapparat. Auch das Nervensystem kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Folgen sind Persönlichkeitsveränderungen, Muskelschwäche, Balance-Probleme und Störungen der Feinmotorik. Ist auch das Gehirn betroffen, kann es zu dem sogenannten Chorea-Sydenham-Syndrom (Chorea minor) kommen. Dabei werden die Bewegungen fahrig und ziellos. Bei einer entsprechenden Behandlung bestehen gute Aussichten, dass die neurologischen Beschwerden wieder vollständig abklingen.



Dr. A. Sackmann Dr. Andreas Sackmann
Gesundheitsredakteur

aktualisiert am 06.09.2017
-
War dieser Artikel hilfreich?

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Rheumatisches Fieber

?
Rheumatisches Fieber   Offene Frage
fragt Tinschen   vor 10 Monate  195

Ich hatte als Kind im Alter von 5 Jahren nach einer Mandel OP diese Erkrankung bekommen und lag lange im Krankenhaus und bekam Tardocillin 1200 über ... mehr

Alle Beiträge anzeigen: Innere Medizin » Rheumatisches Fieber

Stellen Sie Ihre Frage

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)
Bitte wählen Sie ein passendes Forum aus.
Bitte geben Sie einen Titel für Ihre Frage oder Anmerkung ein.


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

Arztsuche

Ärzte
Dr. W. Hauck
Orthopäde
in 66849 Landstuhl
Portrait Dr. med. Hubert Klauser, Hand- und Fußzentrum Berlin, Berlin, Orthopäde Dr. H. Klauser
Orthopäde
in 10629 Berlin
Portrait Prof. Dr. med. Christoph Alexander Lill, OrthoCenter Professor Lill, München, Orthopäde Prof. Dr. C. Lill
Orthopäde
in 80539 München
Alle anzeigen Zufall