Ziel der Sauerstofftherapie ist die dosierte Anreicherung der Einatmungsluft mit Sauerstoff, damit der Sauerstoffpartialdruck im arteriellen Blut erhöht wird. Deshalb sollte vor Therapiebeginn eine Blutgasanalyse durchgeführt werden, um die Therapie richtig anzupassen. Sauerstoff dar nur auf ärztliche Verordnung verabreicht werden.
Die ärztliche Anordnung umfasst die Menge (Liter pro Minute), die Verabreichungsform und die Dauer der Anwendung. Die Therapie kann entweder situationsbezogen (bei Belastung) oder kontinuierlich (bei chronischer Hypoxie) erfolgen. Sauerstoff kann verabreicht werden über eine Sauerstoffbrille, Sauerstoffmaske, Sauerstoff-Nasensonde oder über den Inkubator.
Indikationen für eine Sauerstofftherapie
In Deutschland leiden rund fünf Millionen Menschen unter Atemnot. Ursache ist meist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Thoraxwanderkrankungen sowie Erkrankungen mit schwerer Hypoxämie. Des Weiteren kann Sauerstoffmangel verursacht sein durch Anämien, Lungenfunktionsstörungen (z.B. Lungenfibrose, Mukoviszidose, Emphysem oder Lungenstauung), Störungen der Transportfunktion, Herz- und Kreislaufinsuffizienz u.s.w.
Viele Patienten profitieren von einer Langzeitsauerstofftherapie, bei der eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Sauerstoffzufuhr erfolgt und somit zu einer stabilen Konzentration im Blut sorgt. Wichtig ist vor allem eine hohe Motivation des Betroffenen. Der Sauerstoff muss mindestens 16 Stunden täglich aus einem speziellen Gerät über eine Nasenbrille zugeführt werden, damit die Therapie überhaupt erfolgreich sein kann.
Die mobile Sauerstofftherapie
Die mobile Sauerstofftherapie eignet sich vor allem für Patienten mit mehr Bewegungsfreiheit. Hier gibt es tragbare Druckgasflaschen oder Standard-Flüssigsauerstoff-Systeme. Die herkömmlichen Sauerstoffflaschen wiegen in der Regel mehr als 4 kg und müssen häufig aufgefüllt werden. Im Gegensatz dazu gibt es das neue Flüssigsauerstoff-System: Die Handhabung ist relativ einfach. Sie besteht aus einer tragbaren Einheit mit einem Füllgewicht von nur 1,5 Kilo und einem stationären Reservoir.
Das System kann wie eine Handtasche über der Schulter oder am Gürtel getragen werden. Durch die Komprimierung des Flüssigsauerstoffs kann eine große Menge Sauerstoff gespeichert werden. Der individuelle Bedarf des Patienten wird durch ein integriertes Ventil reguliert und der Sauerstoff über eine Nasenbrille zugeführt. Die Patienten können durch dieses System bis zu 13 Stunden aktiv am Leben teilnehmen. Mit einfachen Handgriffen kann die Trageeinheit in nur vierzig Sekunden aufgefüllt werden.
Letzte Aktualisierung am 23.07.2010.