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Wie erkennt man eine Blutvergiftung?

Lesezeit: 3 Min.

Anzeichen der lebensgefährlichen Sepsis sollten ernst genommen werden

Vielleicht ist nur eine entzündete Zahnwurzel schuld oder ein entzündeter Insektenstich am Fuß, doch die Auswirkungen einer Blutvergiftung können tödlich enden. Deswegen ist es wichtig, die Anzeichen einer Sepsis, wie die Blutvergiftung in der Fachsprache genannt wird, zu erkennen und ernst zu nehmen. Zusätzlich sollte man einige Ursachen kennen, um im Falle einer Blutvergiftung sofort zu handeln.

Kleine Entzündung mit verheerenden Folgen

Um die Anzeichen einer Blutvergiftung richtig zu deuten, sollte man zunächst ihre Ursachen kennen. Eine Sepsis tritt auf, wenn die Bakterien einer Entzündung in den Blutkreislauf eindringen. Vom Entzündungsherd können sich die Krankheitserreger über die Blutbahnen nun im gesamten Körper ausbreiten. Typische lokale Infektionen, die zu einer Sepsis führen können, sind folgende:

Die Sepsis kann aber auch aufgrund anderer Infektionen mit Bakterien entstehen.

Die Sepsis kann unterschiedliche Ausprägungen annehmen und sogar chronisch verlaufen. Fachleute unterteilen die Blutvergiftung in vier Formen:

  • SIRS (Systemic Inflammatory Response Syndrome), bei dem allerdings keine Infektion vorliegt
  • Sepsis (im eigentlichen Sinne)
  • schwere Sepsis
  • septischer Schock (Kreislaufzusammenbruch)

Symptome erinnern an grippalen Infekt

Mit einer Sterberate von rund 25 bis 30 Prozent gehört die Blutvergiftung zu den gefährlichsten Erkrankungen in Deutschland und weltweit. Zudem ist sie mit 200 bis 300 Fällen pro 100.000 Einwohner im Jahr in Deutschland verhältnismäßig häufig. Aus diesem Grund sollte man die Anzeichen einer Sepsis unbedingt ernst nehmen und bei Verdacht auf eine Blutvergiftung sofort einen Arzt aufsuchen. Je früher die Sepsis behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Allerdings zeigt sich die Blutvergiftung in eher untypischen Symptomen, die zum Teil auch bei einer Erkältung auftreten. Damit lässt sie sich nicht immer deutlich erkennen. Im frühen Stadium zeigen sich in erster Linie folgende Anzeichen:

  • warme Hautpartien, eventuell mit Ausschlag
  • hohes Fieber über 38 Grad; bei jüngeren Patienten auch häufig erniedrigte Körpertemperatur unter 36 Grad
  • Schüttelfrost
  • Verwirrtheit
  • erhöhte Atemfrequenz
  • beschleunigte Herzfrequenz
  • bläulich oder grau erscheinende Haut

Treten diese Symptome im Verlauf oder nach einer lokalen Infektion auf, sollte sofort ein Arzt oder eine Klinik aufgesucht werden. Eine Blutvergiftung ist lebensgefährlich und muss ärztlich behandelt werden. Sollte der Kranke schon unruhig, schläfrig oder verwirrt sein und ein bläulich verfärbtes Hautbild zeigen, sollte man keine Zeit verlieren und direkt einen Notarzt rufen. Das gilt ebenfalls bei roten Hautflecken, die ein Zeichen von Gerinnungsstörungen sein können. Sollte der Betroffene kaum mehr Urin lassen, ist es womöglich zu einem Nierenversagen gekommen – auch hier muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Schwere Blutvergiftung und septischer Schock: Organversagen droht

Werden die ersten Anzeichen einer Sepsis ignoriert oder gelingt es den Ärzten nicht, die Blutvergiftung unter Kontrolle zu bringen, droht eine schwere Sepsis oder auch ein septischer Schock. In diesem Fall fällt nicht nur der Blutdruck, es kommt gleichzeitig zu gefährlichen Organschädigungen. Folgende Symptome deuten auf eine Schädigung verschiedener Organe hin:

  • Bläuliche Hautverfärbung ist eine Folge von Sauerstoffmangel. In diesem Fall ist häufig die Lunge geschädigt.
  • Unruhe, Verwirrtheit und Schläfrigkeit deuten auf eine Schädigung des Nervensystems hin.
  • Eine verminderte Urinproduktion ist ein Hinweis auf Nierenversagen.
  • Rote Hautflecken zeigen, dass die Blutgerinnung beeinträchtigt ist.

Kommt es gleichzeitig zum Ausfall mehrerer Organe, spricht man von einem Multiorganversagen. Mindestens zwei lebenswichtige Organe wie Lunge, Niere, Gehirn oder Leber versagen.

Ein Teil der Patienten hat gute Heilungschancen

Selbst wenn die Behandlung der Blutvergiftung direkt nach der Diagnose erfolgt, sind die Heilungsaussichten nicht die besten. Rund zwei Drittel bis drei Viertel der Betroffenen hat gute Chancen, beim Rest endet die Blutvergiftung tödlich. Das liegt allerdings auch daran, dass vor allem schwache und alte Patienten von einer Sepsis betroffen sind. Bei diesen Betroffenen stößt der Erreger nur noch auf eine schwache körpereigene Immunabwehr.

Um die Sepsis zu diagnostizieren, wird der Arzt zunächst Urin-, Blut- und Röntgen- sowie Ultraschalluntersuchungen anordnen. Er erkennt zum Beispiel, dass die Zahl der weißen Blutkörperchen erhöht ist; in sehr schweren Fällen kann sie jedoch erniedrigt sein. Bis der genaue Erreger ermittelt ist, wird dem Patienten ein Breitbandantibiotikum verabreicht – ein Antibiotikum, das gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien wirkt. Bei Bedarf erhalten die Betroffenen körperliche Unterstützung in Form von künstlicher Ernährung oder einer externen Beatmung auf der Intensivstation.



Letzte Aktualisierung am 07.09.2017.
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