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Bluthochdruck, Hypertonie

Falsche Ernährung und wenig Bewegung können einen Bluthochdruck fördern...

Definition

Ein Bluthochdruck besteht, wenn der Blutdruck an drei unterschiedlichen Tagen zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten über einem Wert von 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch liegt. Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule angegeben, kurz mmHg: das ist der Druck, der eine geeichte Quecksilbersäule um eine bestimmte Strecke in Millimeter anheben kann. Je höher also der Blutdruck ist, desto höher steigt auch die Quecksilbersäule. Ein normaler Blutdruck liegt bei 120 zu 80 mmHg, man schreibt es oft so: 120/80 mmHg.

Der erste Wert ist immer höher als der zweite, und das liegt daran, dass er in der Systole des Herzens gemessen wird, also in dem Moment, in dem sich das Herz zusammenzieht. Dadurch wird das in ihm vorhandene Blut in die Blutgefäße gedrückt, die Gefäße füllen sich unter Druck, der Druck breitet sich entlang der Gefäße aus bis in die Arme und Beine, wo man ihn als Pulswelle spüren oder als Blutdruck messen kann. Deswegen heißt der in dieser Phase gemessene Wert systolischer Blutdruck.

Das Gegenteil dazu ist der diastolische Blutdruck. Das Herz schlägt nämlich nicht ununterbrochen, zwischen den einzelnen Schlägen macht es immer eine kleine Erholungspause: die Diastole.
Also besteht die Blutdruckangabe (z.B. 120/80 mmHg) aus dem höchsten (120 mmHg) und dem niedrigsten (80 mmHg) Wert, der in den Blutgefäßen zum Messzeitpunkt besteht. Da sich der Blutdruck normalerweise den verschiedenen Tätigkeiten anpasst, reicht es nicht, den Blutdruck nur einmal zu messen.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für einen erhöhten Blutdruck. Normalerweise ändert sich der Blutdruck, je nachdem in welcher Situation sich der Körper befindet. Wenn man sich erschreckt, wird das Hormon Adrenalin ausgeschüttet, es zieht die Blutgefäße zusammen, so dass das Blut in einem engeren Raum zusammengedrückt wird, der Blutdruck steigt. Legt man sich hin, sinkt der Blutdruck, weil das Herz nicht mehr so stark pumpen muss, um das Blut gegen die Schwerkraft in den Kopf zu pumpen (anders als im Stehen). Schläft man dann noch ein, verringert sich der Blutdruck noch weiter. Bei körperlicher Anstrengung steigt er wieder an. Das sind alles ganz normale Vorgänge, die der gesunde Mensch nicht wahrnimmt. Ist der Blutdruck aber krankhaft und dauerhaft erhöht, wirkt sich das auf den gesamten Körper aus. Daher ist es wichtig, nach den Ursachen zu suchen, um die Hypertonie bestmöglich zu behandeln.

Leider kann man bei etwa 90 % der Fälle keine Ursache finden, der Arzt nennt das dann primäre oder essentielle Hypertonie. Vermutlich ist daran ein erhöhter Gefäßwiderstand in den Arterien Schuld, warum er erhöht ist, weiß man allerdings noch nicht.

Einige Patienten reagieren auf zuviel Kochsalz in der Nahrung mit Bluthochdruck. Das liegt daran, dass das Salz ins Blut kommt und dort Wasser an sich bindet. Damit erhöht sich die Flüssigkeitsmenge in den Gefäßen und Hypertonie ist die Folge.

Bei manchen Menschen liegt es einfach in der Familie, in diesen Fällen kann es erblich bedingt sein.
Der sekundäre Bluthochdruck ist zwar sehr viel seltener, aber weil seine Ursachen bekannt sind, kann man ihn sehr gut behandeln, meistens sogar heilen. Er wird im Wesentlichen durch drei Systemstörungen verursacht: nierenbedingt, hormonbedingt oder durch eine Verengung der Aorta.
Eine solche Nierenschädigung kommt zum Beispiel durch eine angeborene Zystenniere, chronische Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder eine Verengung der Nierenarterie (Nierenarterienstenose). Warum dies zum Bluthochdruck führen kann, wird durch folgendes verständlicher.

Die Niere regelt durch ein Hormon den Blutdruck. Ist der Blutfluss in den Nierengefäßen zu niedrig, kann das schlimme Folgen für die Niere haben. Also regelt die Niere den Blutfluss selber, indem sie bei zu wenig durchfließendem Blut durch die Hormone Renin, Angiotensin und Aldosteron den Blutdruck steigert. Ist zum Beispiel ein Nierengefäß krankhaft verengt (also wie bei einer Nierenarterienstenose), kommt nicht genug Blut in die Niere, die Niere erhöht den Blutdruck. Dabei spielt es keine Rolle, ob nur eine oder gleich beide Nieren betroffen sind.

Hormonbedingter Bluthochdruck kann durch eine Überproduktion von Aldosteron (lateinisch Hyperaldosteronismus), auch Conn-Syndrom genannt, entstehen. Gibt es zuviel eines anderen Hormons, nämlich Cortison, entsteht das Cushing-Syndrom. Es kann auch durch eine medikamentöse Therapie mit hohen Dosen Cortison auftreten.
Es gibt noch weitere Hormonstörungen, die aber sehr selten sind.

Wenn das Herz gegen einen hohen Widerstand pumpen muss, baut es dafür einen sehr hohen Druck auf, um das Hindernis zu überwinden beziehungsweise um genügend Blut daran vorbei zu drücken. Das Prinzip ist wie bei einem Wasserschlauch: bei wenig Wasserdruck fließt nur ein kleiner Strahl heraus, drückt man das Ende des Schlauches zusammen, spritzt das Wasser viel kräftiger und weiter heraus. Das Hindernis im Körper ist dabei eine Verengung der Auswurfbahn des Herzens, eine zu enge Aorta (Aortenstenose oder Aortenisthmusstenose).

Außerdem können bestimmte Medikamente eine Hypertonie verursachen, beispielsweise Cortison, hormonelle Verhütungsmittel für die Frau („die Pille“), bestimmte Schmerzmittel (Nichtsteroidale Antirheumatika), Drogen, aber auch Lakritze (besonders Starklakritze), Nikotin und Kaffee, ebenso wie Übergewicht. Wenn man diese Mittel nicht mehr weiter nimmt und Gewicht verliert, sinkt auch der Blutdruck.

Vorübergehend kann auch der Blutdruck bei einer Schwangeren ansteigen, das heißt dann Schwangerschaftshypertonie (oder Gestationshypertonie). Ist das Kind ausgetragen, bildet er sich wieder zurück.

Symptome

Vielen Menschen ist es nicht bewusst, dass sie einen Bluthochdruck haben, da sie oft lange nichts davon merken.

Besonders Kopfschmerzen im Hinterkopf am frühen Morgen sind, wenn sie auftreten, sehr typisch. Wenn der Betroffene sein Kopfteil dann hochstellt, wird es meist besser.

Ist der Blutdruck auch in der Nacht erhöht, kann es zu Schlafstörungen kommen.
Ansonsten weisen Schwindel, Ohrensausen, Nasenbluten, Herzklopfen, innere Unruhe, Schmerzen hinter dem Brustbein oder auch belastungsabhängige Atemnot (Belastungsdyspnoe) darauf hin.

Diagnose

Bluthochdruck besteht, wenn dreimal zu verschiedenen Zeitpunkten ein Wert von 140/90 mmHg oder darüber gemessen wird. Bekannt ist das Phänomen, dass bei der Messung beim Arzt der Betroffene nervös ist und deswegen der Wert so hoch gemessen wird: es wird auch Weißkittelsyndrom genannt.
Daher reicht eine alleinige Messung nicht aus. Wenn der Blutdruck auch nach dreimaligem Messen zu hoch ist, wird eine 24-Stunden-Messung durchgeführt. Dafür erhält der Patient ein kleines, tragbares Blutdruckmessgerät zum Umhängen.

Die Blut- und Urinwerte können nicht nur eine Schädigung der Nieren anzeigen, sondern auch weitere Risikofaktoren wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder zu hohe Blutfette (Hypercholesterinämie). Der Ultraschall der Nieren hilft bei der Diagnose zwischen primärer und sekundärer Hypertonie weiter.

Der Besuch beim Augenarzt ist ebenfalls notwendig, dort will der Arzt besonders den Augenhintergrund anschauen um schon vorhandene Schäden durch den Bluthochdruck zu entdecken.

Das Herz wird mittels EKG auf seine Leistung überprüft.

Differenzialdiagnose

Ein Bluthochdruck kann durch andere Krankheiten hervorgerufen werden. Bei der Diagnosefindung der essentiellen Hypertonie müssen beispielsweise miterfasst werden: das Weißkittelsyndrom, eine Nierenarterienstenose, eine Aortenstenose, das Conn- oder Cushing-Syndrom, Medikamente oder auch eine falsch durchgeführte Messung (z. B. durch ein defektes Gerät).

Therapie

Die Behandlung der sekundären Hypertonie ist sehr einfach: da man die Ursache kennt, wird sie behoben. Meistens ist der Bluthochdruck damit geheilt.

Bei der primären Hypertonie muss der Patient sich zunächst mit dem Gedanken einer Änderung der Gewohnheiten beschäftigen. In den Fällen mit leichtem Hochdruck hilft oft schon die Reduktion des Gewichtes, entkoffeinierter Kaffe statt Espresso, Stressbewältigungsstrategien (zum Beispiel Yoga), Rauchverzicht und Ausdauersport. Auch gesund und ausgewogen essen ist wichtig, mit den richtigen Kräutern schmeckt dann auch das Essen mit wenig Kochsalz (4-6 g pro Tag).

Als medikamentöse Therapie gibt es eine Fülle an Tabletten, so genannte Antihypertonika, die individuell beste Kombination muss meist jedoch ausprobiert werden. Bei manchen Patienten hilft schon ein Medikament, bei anderen wird es nur mit einer Mehrfachkombination besser.
Diuretika sind entwässernde Tabletten, sie verringern das Volumen in den Gefäßen und senken so den Blutdruck.

Eine Medikamentengruppe weitet die Gefäße und senkt so den Druck: die Calciumantagonisten.
Betablocker, besonders die herzspezifischen, helfen vielen Betroffenen, indem sie die Herzkraft ökonomisieren.

ACE-Hemmer hemmen die Produktion der Hormone Angiotensin und Aldosteron, der Blutdruck normalisiert sich.

Prognose

Die Prognose richtet sich nach verschiedenen Risikofaktoren. Ist der Blutdruck nur mäßig überhöht und sind keine Organschäden an Augen, Nieren, Herz und Gefäßen vorhanden, ist die Prognose sehr gut. Gibt es Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen oder Diabetes, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Vorschäden vorhanden sind. Übergewicht für sich kann schon die Gefäße beschädigen, ist zusätzlich der Blutdruck zu hoch, bedeutet das noch mehr Stress, eine Schädigung wird immer wahrscheinlicher, je länger der krankhafte Zustand anhält.

Gefährlich wird es auch, wenn schon eine Vorbelastung in der Familie vorhanden ist, zum Beispiel Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Auch eine Kombination von Hypertonie, Übergewicht (besonders Stammfettsucht), so genannter Altersdiabetes (Diabetes mellitus II) und erhöhte Blutfettwerte sind gefährlich, sie werden zusammen auch Wohlstandssyndrom (metabolisches Syndrom) genannt.

Die Gefahr eines unbehandelten Bluthochdrucks besteht nicht nur in Spätschäden der Organe, sondern auch im Schlaganfall, Herzinfarkt oder Gefäßriss (Ruptur) mit Todesgefahr.
Bei unbehandelter Hypertonie ist eine verringerte Lebenserwartung wahrscheinlich.

Hinweise für Patienten

Häufig werden die die Alternativen zu den Medikamenten vernachlässigt. Auch, weil es sehr „bequem“ ist, morgens Tabletten zu schlucken und die Krankheit für den Rest des Tages zu vergessen. Das ist aber oft überflüssig, wenn eine gute, das heißt ausgewogene Lebensweise gelebt wird. Und das das sogar Spaß machen kann, kann von vielen Patienten bestätigt werden. Man kann neue Geschmackswelten entdecken, mit einem Hund als Partner die Welt entdecken oder in einer Sportgruppe Gleichgesinnte treffen.

Eine einfache, aber oft sehr effektive Therapie, auf Koffein zu verzichten, aber nicht auf den Kaffeegeschmack, von Starklakritz auf normale Lakritze umzusteigen, weniger salzen mehr würzen.



Letzte Aktualisierung am 07.05.2010.

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