Zur Therapie kommen Antibiotika (Tuberkulostatika) zum Einsatz, die nach einem bestimmten Schema eingenommen werden.
Seit dem Jahr 1998 wird die Tuberkulose-Impfung (BGC-Impfung) nicht mehr empfohlen. Seitdem kommt hauptsächlich die Tuberkulin-Testung (Mendel-Mantoux-Test) zum Einsatz, um die eventuelle Erkrankung festzustellen. Der Test ist angezeigt, wenn durch die Symptome ein Verdacht auf Tuberkulose besteht, wenn die Person Kontakt zu einer anderen Person mit infektiöser Tuberkulose hatte, sich die Person in einem Land mit hoher Tuberkulose-Durchseuchung aufgehalten hat, wenn eine Abwehrschwäche vorliegt oder wenn der Mensch oft Kontakt zu Risikogruppen hat. Gegebenenfalls wird die Testung einmal, mehrmals oder im Intervall wiederholt, z. B. bei negativem Ergebnis nach Kontakt zu einem Infizierten nach 3 Monaten.Zum Tuberkulin-Test wird eine kleine Menge Tuberkulin (ein Eiweiß aus Tuberkelbakterien, das gereinigt wurde) mit einer kleinen Nadel direkt unter die Haut gespritzt. Meist erfolgt dies an der Unterseite des Unterarms. Es entsteht eine Quaddel. Wenn im Voraus bereits eine hohe Wahrscheinlichkeit angenommen wird, dass Tuberkulose vorliegt, so wird eine geringere Menge Tuberkulin genommen, um keine sehr heftige Reaktion zu verursachen.
Die Ablesung erfolgt nach 72 Stunden. Das Ergebnis ist positiv, wenn eine verhärtete Verdickung an der Stichstelle getastet werden kann, die mindestens 5 Millimeter dick ist und deren Umgebung gerötet ist. Eine positive Reaktion ergibt sich nicht nur bei Tuberkulose-Infizierten, sondern auch bei Geimpften, wobei die Reaktion noch nach fünf bis zehn Jahren erwartet werden kann. Bei Kindern, die geimpft wurden, ist eine Infektion wahrscheinlich, wenn die verhärtete Verdickung größer als 15 Millimeter ist.
Bei einem negativen Ergebnis (keine Hautveränderung) ist es wahrscheinlich, dass weder eine Infektion noch eine ausreichende Immunität gegen Tuberkulose vorhanden ist. Negativ kann ein Ergebnis aber auch dann sein, wenn die Infektion noch nicht länger als 4 bis 6 Wochen zurückliegt. Daher sollte gegebenenfalls der Test ein- oder mehrmals wiederholt werden und eventuell eine höhere Dosis Tuberkulin verwendet werden.
In seltenen Fällen kommt es zu starken Hautreaktionen. Es kann bis zur Blasenbildung und zum örtlichen Absterben von Gewebe kommen. Unter Umständen könnte es auch zu Sehstörungen kommen, es ist aber nicht belegt, dass diese mit der Testung zusammenhängen. Allergische Reaktionen jeden Schweregrades können vorkommen. Durch den Nadelstich kann es zu Entzündungen und sehr selten zur Gewebeschädigung kommen.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Der Tuberkulin-Test (Mendel-Mantoux-Test) hat nur eine begrenzte Aussagekraft, daher muss er eventuell wiederholt werden. Dennoch ist er genauer als ein Stempel-Test. Nach dem Tuberkulin-Test müssen zum definitiven Nachweis weitere Methoden zum Einsatz kommen.
Die Prognose der Tuberkulose ist abhängig von der Abwehrlage des Patienten sowie den Orten des Befalls.
Durch eine laufende Cortison-Therapie oder eine Behandlung mit so genannten Immunsuppressiva sowie eine Abwehrschwächekrankheit können dazu führen, dass die Tuberkulin-Reaktion nicht oder in geringerem Ausmaß stattfindet. Auch Viruserkrankungen wie Masern, Mumps oder Grippe sowie verschiedene vorangegangene Impfungen der letzten Wochen können zu einer verminderten oder ausbleibenden Reaktion führen. Dies muss der Patient vor dem Test dem Arzt mitteilen.
Nach dem Tuberkulin-Test darf die Stelle für einen Tag nicht gewaschen werden. Kortison-Salben sollten nicht verwendet werden, außer in Rücksprache mit dem Arzt.
Die Termine für die Ablesung des Tests sollten eingehalten werden.