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Syphilis - Lues - Harter Schanker

Lesezeit: 2 Min.

Die Syphilis ist in Deutschland wieder auf dem Vormarsch

Syphilis kam nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Oktober des Jahres 1492 mit den Seefahrern nach Europa und breitete sich dann schnell aus.

Inhaltsverzeichnis

Als eine der Geißeln der Menschheit galt die Syphilis noch im 19. Jahrhundert. Namhafte Syphilitiker der Zeitgeschichte waren Nietzsche, van Gogh, Chopin und Toulouse-Lautrec. Alle starben an der Folgen der Syphilis unter dem Krankheitsbild der progressiven Paralyse (Lähmung) und Tabes dorsalis (Rückenmarkschwindsucht).

Die unter der chemischen Bezeichnung "3,3-Diamino-4,4-dioxyarsenobenzol-dichlorhydrat" von Paul Ehrlich und Sahachiro Hata 1909 entwickelte Substanz (Kurzbezeichnung "606") revolutionierte die Medizinwelt.

Noch lange vor der Einführung des Penicillins gelang mit dieser arsenhaltigen Substanz, die als Salvarsan patentiert wurde, die Therapie der Syphilis. Der Erreger der Syphilis, Treponema pallidum, gehört zu den Spirochäten. Einziger Wirt ist der Mensch.

Die Syphilis (synonym Lues, harter Schanker) ist eine weltweit verbreitete, chronisch verlaufende Geschlechts- sowie Systemerkrankung, die jedoch seit der Entdeckung des Penicillins erheblich an Bedrohlichkeit verloren hat.

In Ländern der Dritten Welt wie auch in Osteuropa oder auch Russland ist Syphilis jedoch weiterhin präsent. In Ballungsgebieten und Risikogruppen, insbesondere bei Homosexuellen, wird in den letzten Jahren vom Robert-Koch-Institut jedoch ein erneuter Anstieg von Erkrankungsfällen vernommen.

So stieg die Inzidenz (Zahl der Neuerkrankungen) von 4 pro 100.000 im Jahr 1997 auf 12/100.000 Einwohner im Jahr 2002 mit einer 15-fach höheren Infektionshäufigkeit bei Männern. Ursache für den Anstieg ist unter anderem die zunehmende Ost-West-Migration, insbesondere von Prostituierten.

Häufigster Übertragungsweg der Syphilis ist der Sexualverkehr. Deshalb gehört die Krankheit zu den STDs, den sexuell übertragbaren Erkrankungen. Auch eine diaplazentare Übertragung ist möglich, die zu konnatalen Schädigungen beim Kind führt (Schädigung im Mutterleib).

Symptome der Syphilis 

Unterschieden werden bei der Syphilis eine frühe Form mit Primärstadium, Sekundärstadium und frühe Latenz sowie eine späte Form mit später Latenz und Spätstadium.

Daneben kann eine Syphilis unbehandelt nach Abheilung des Primärstadiums auch ausheilen. In den meisten Fällen kommt es unbehandelt nach 15 bis 20 Jahren zu Spätkomplikationen, wobei hier kardiovaskuläre Schädigungen (Schädigung von Herzgefäßen) im Vordergrund stehen.

In Deutschland werden die meisten Syphilis-Fälle heute im Primär- und Sekundärstadium diagnostiziert. Nach einer Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit) von etwa 3 Wochen kommt es zum Auftreten des Primäraffektes, der typischerweise genital, anal oder selten in der Mundschleimhaut auftritt. Die Lokalisation des Primäraffektes ist von den Sexualpraktiken abhängig.

Aus der initialen Papel entwickelt sich ein schmerzloses Ulkus (Geschwür - wichtige Differentialdiagnose: Herpes genitalis ist schmerzhaft!). Zudem kommt es zur regionalen Lymphknotenschwellung. Nach 3 bis 6 Wochen ist mit der spontanen Abheilung des Ulkus zu rechnen.

Das Sekundärstadium beginnt meist 2 bis 8 Wochen nach dem Primäraffekt und ist Folge der Dissemination der Bakterien. Häufigstes Erscheinungsbild ist das makulöse, makulopapulöse oder papulöse Exanthem (Hautausschlag), das generalisiert auftritt.

Daneben treten im Sekundärstadium eine Reihe weiterer Besonderheiten auf, wie Condylomata lata, luetische Paronychien, hyperkeratotische palmoplantare Syphilide oder eine Alopecia specifica. Sowohl im Primär- als auch im Sekundärstadium gelten die Patienten als infektiös.

Meldepflicht

Für die durch Erregernachweis oder Serologie diagnostizierte akute Syphilis besteht nach dem Infektionsschutzgesetz §7 Abs. 3 durch das den Befund erhebende Labor eine nicht-namentliche Meldepflicht.

Dies bedeutet, dass das Gesundheitsamt keine fallbezogenen Maßnahmen, wie die aktive Suche nach Kontaktpersonen, durchführt. Die Meldepflicht wurde lediglich für die epidemiologische Surveillance eingeführt.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass es seit der Einführung des Infektionsschutzgesetzes am 1.1.2001 zu einem Anstieg von Erkrankungsfällen in Risikogruppen gekommen ist.

Letzte Aktualisierung am 27.06.2016.
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