Man unterscheidet drei Hauptarten von Läusen:
Die Läusenamen stellen den Standort des Bewohnens dar. Am häufigsten kommen die Kopfläuse vor.
Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) gehört zur Familie der Menschenläuse und ist ein winziges, flügelloses Insekt (etwa 1-5 mm lang, ähnlich einer Sesamsaat) aus der Ordnung der Tierläuse.
Im Gegensatz zu anderen Tierläusen besitzt die Kopflaus pigmentierte Augen, einen relativ kurzen Rüssel und fünfgliedrige Antennen. Mit den Beinen kann sie sich sehr gut an den Haaren klammern und fortbewegen. Durch den sehr druckfesten Körper widersteht sie einer Belastung von bis zu einem Kilogramm. Die Laus erscheint durchsichtig gräulich und nimmt nach dem Blutsaugen eher eine bräunlich bis rötliche Farbe an. Bei etwa 28 °C hat die Kopflaus optimale Lebensbedingungen, ab Temperaturen von 22 °C verlangsamt sich ihre Entwicklung und bei 10 °C kommt sie fast komplett zum Stillstand.
Läuseeier haben ein eher dunkelbraunes Aussehen und können manchmal auf der Kopfhaut entdeckt werden. Dagegen sind tote Eier eher weiß.
Bevorzugter Wohnort des Kopflauses ist die Kopfbehaarung des Menschen. Sie kommt besonders im Bereich der Nacken-, Ohren- und Schläfengegend vor und kann bei einem massiven Befall gelegentlich auch andere behaarte Stellen des Oberkörpers befallen, z.B. Augenbrauen, Bart oder Achselhaare.
Einziger Wirt ist der Mensch. Sie wird nicht durch Haustiere übertragen. Mit der Körperpflege hat der Kopflausbefall nicht besonders viel zu tun, da sie sowohl auf einem ungepflegten als auch auf einem gut gepflegten und häufig gewaschenen Kopf vorkommen können.
Die ausgewachsenen Tiere und deren Larven sind nur schwer zu entdecken. Oft entdeckt man eher ihre Eier. Sie werden in sandkorngroßen, chitinumhüllten Nissen abgelegt.
Mit einem Nissenkamm kann man die Kopfläuse raus kämmen und nach einer Vorbehandlung, auch die Nissen aus dem Haarkleid herausbefördern.
Die Kopflaus fühlt sich bei Temperaturen von etwa 28 bis 29 °C am wohlsten und hält sich meist nahe der Kopfhaut auf. Sie verlässt nur ungern die oben genannten Bereiche des Kopfes. Die Ernährung der Kopflaus besteht ausschließlich von menschlichem Blut. Ohne Nahrung trocknet sie nach ein bis mehreren Tagen aus. Alle zwei bis drei Stunden sticht sie ihren Stechrüssel zum Blutsaugen in die Haut ein und hinterlässt in der Haut gleichzeitig etwas Speichel, damit das Blut nicht vorzeitig gerinnt. Durch den Speichel kommt es zum typischen Juckreiz.
Die geschlechtsreife weibliche Kopflaus legt nach ihren Blutmahlzeiten täglich etwa vier bis zehn Eier (Nissen), insgesamt bis zu 270 Stück. Die Eier werden sehr fest in der Nähe der Haarwurzel ans Haar geklebt. Sie sind etwa 0,8 mm lang, oval, gräulich bis weiß oder auch durchsichtig. Betragen die Temperaturen weniger als 12 °C so findet keine Eiablage mehr statt.
Die Larve schlüpft nach etwa acht Tagen und häutet sich dreimal. Nach weiteren 10 bis 12 Tagen ist sie geschlechtsreif. Alle drei Wochen kann somit eine neue Generation entstehen, welches zu einer sehr schnellen Vermehrung führt. Weibchen leben etwa 30 bis 35 Tage, Männchen werden etwa 15 Tage alt.
Ein wichtiger Grund für die immer noch häufige Verbreitung von Kopfläusen ist die Unwissenheit der Betroffenen. Sie wissen nicht genug über die Vermehrung, die Übertragungswege und über die Bekämpfung der Krankheit.
Der Kopflaus wird normalerweise über direkten Haarkontakt von Mensch zu Mensch übertragen, z.B. beim Schmusen oder Kuscheln. Sie werden auch durch das teilen von Bürsten, Kissen, Kopfkleidung und Hemdhose übertragen. Die Ausbreitung der Kopflaus wird vor allem erleichtert, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben, daher kommt es besonders häufig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kondergärten zur Verbreitung der Kopfläuse.
Eine mangelnde Körperhygiene verstärkt zwar deutlich die Ausbreitung, sie ist jedoch einzig beim Kleiderlaus ein Zeichen für mangelnde Sauberkeit. Kopfläuse können alle Leute aus allen Bereichen des Lebens und allen sozioökonomischen Klassen betreffen.
Läuse bevorzugen tatsächlich sauberes Haar, da es beim fettigen Haar schwieriger ist, die Eier anzukleben. Durch das regelmäßige Waschen kann man keine Kopfläuse hindern oder gar abschrecken.
Kopfläuse ernähren sich ausschließlich von menschlichem Blut und infizieren keine Haustiere oder andere Tiere. Auch ist eine Übertragung über Gegenstände wie Kuscheltiere oder Mützen eher unwahrscheinlich, da Kopfläuse nicht freiwillig ihren Wirt verlassen.
Zudem konnte man feststellen, dass manche Menschen häufiger von Kopfläusen befallen werden als andere. Der Grund dafür ist leider unbekannt. Man weiß mit einer großen Sicherheit, dass die Haarfarbe und Haarlänge sowie die Häufigkeit der Haarwäsche keine Rolle spielen. Kopfläuse haben lediglich Schwierigkeiten bei einer Haarlänge unter 2 cm. Glatzköpfe bleiben somit sicher verschont.
Kopfläuse können weder springen noch fliegen und sind ohne Menschenkontakt höchstens 2-3 Tage lebensfähig. Für ihre Fortbewegung sind sie an Haare gebunden und legen in einer Minute etwa 30 cm zurück.
Ein Kopflausbefall kann auch völlig ohne Beschwerden ablaufen und macht sich in diesen Fällen erst beim Kämmen bemerkbar, wenn eine Laus rausfällt oder der Friseur einen genauen Blick wirft.
Prinzipiell kann es zwei bis sechs Wochen dauern, bis der Körper auf die Läuse reagiert.
Ein Kopflausbefall kann sich dadurch bemerkbar machen, dass meist ein ungewöhnlich starker Juckreiz besteht. Juckt der Kopf ständig und muss man sich häufig kratzen, so sollte man spätestens dann das Haar einmal genauer untersuchen lassen. Oft kann man schon die Läuse oder Eier sehen.
Bei der Untersuchung scheitelt man das Haar am besten mit einem Kamm (Läuse- bzw. Nissenkamm) Strich für Strich auseinander. Das Haar sollte dann am besten gegen den Strich mit Hilfe einer Lupe genaustens inspiziert werden. Dafür wird vor allem viel Zeit benötigt. Haare in der Schläfen-, Ohren und Nackengegend sollten besonders gut untersucht werden. Besonders Menschen mit längerem Haar besitzen eine optimale Temperatur zur Eiablage.
Man findet häufiger die Eier (Nissen), seltener die Läuse selbst. Sie sind mit dem Auge als kleine Punkte (etwa 0,8 mm) sichtbar und kleben vor allem in der Nähe der Haarwurzel an den Haaren fest. Lebende Nissen lassen sich schwer entfernen, sind sie jedoch schon tot, so kann man sie problemlos aus dem Haar herausziehen.
Lebende Nissen sehen weiß, silbriggrau bis gelblich glänzend aus, dagegen haben tote Nissen eine bräunliche Farbe. Zerdrückt man die Nissen, so hört man ein deutliches knacken. Bei einem starken Läusebefall verfilzen die Haare durch die zahlreichen Nissen, welches auch als Weichselzopf bezeichnet wird.
Durch die schmerzlosen Stiche kommt es an der Kopfhaut vor allem zu Rötungen und Schwellungen. Der Juckreiz wird von dem beim Stich übertragenen Speichel ausgelöst. Durch das Kratzen können sich die Wunden vergrößern und dadurch wiederum Bakterien und Pilze in der Haut vermehren, welches dann zur Lymphknotenschwellungen im Halsbereich führt.
Die Diagnose kann aufgrund des klinischen Bildes gestellt werden. Findet man mindestens eine lebende Kopflaus auf dem Kopf, so kann man die Diagnose Kopflausbefall stellen. Leider ist es nicht immer so einfach eine Kopfluas zu finden, da die Läuse flink und lichtscheu sind. Es gibt zwei Möglichkeiten der Diagnose, die sie zu Hause selbst durchführen können:
Die Schuppenbildung der Kopfhaut kann gelegentlich als Nissenbefall fehlgedeutet werden. Daher sollten vor allem Erkrankungen die mit vermehrter Schuppenbildung und Ekzem der Kopfhaut einhergehen abgegrenzt werden. Diese sind vor allem:
Das häufige Haarewaschen hat keinen Einfluss auf den Befall mit Kopfläusen. Man kann die Nissen durch einfache Haarwäsche nicht entfernen und auch nicht ohne weiteres abstreifen.
Zur erfolgreichen Bekämpfung der Kopfläuse gibt es verschiedene Methoden:
Eine sichere Alternative ist die vollständige Rasur des Kopfes. Sie beseitigt zwar die Kopfläuse sowie die Nissen zuverlässig, ist allerdings aus ästhetischen Gründen für die meisten Betroffenen eher zurückschreckend. Man sollte diese Möglichkeit vor allem bei Kindern nicht in Erwägung ziehen, da es unnötig in der Schule zu Hänseleien kommen könnte.
Wichtig ist vor allem der Ausschau nach Läusen bei allen Familienmitgliedern und zwar sollte sie jeden Tag für 3 bis 4 Wochen nach dem scheinbaren Ende einer Infektion erfolgen. Jeder Angebhörige muss untersucht und behandelt werden, um die Möglichkeit einer weiteren Verseuchung zu verhindern.
Kopfläuse lassen sich mit den entsprechenden Mitteln sehr gut bekämpfen. In manchen Fällen überleben einige Nissen, so dass eine erneute gründliche Kontrolle nach etwa acht Tagen erforderlich ist.
Zudem ist es immer möglich, sich immer wieder neu anzustecken. Damit man einer weiteren Ansteckung vorbeugen kann, ist es wichtig die Umgebung, z.B. Schule und Kindegarten zu informieren.
Die Diagnose Kopflausbefall erfordert ohne Zeitverzug eine sachgerecht durchgeführte Behandlung mit einem zugelassenen Mittel, Reinigungs- und Entwesungsmaßnahmen im Umfeld sowie die Untersuchung und gegebenenfalls Mitbehandlung aller Kontaktpersonen in der Familie, Kindereinrichtungen, Schulen u.s.w. Durch die sachgerechte Anwendung des Mittels und einer Kontrollinspektion des behaarten Kopfes ist die Wahrscheinlichkeit einer Weiterverbreitung sehr gering.
Hillfreiche Tipps für die Behandlung und Reinigung: