Die Gürtelrose ist eine Virusinfektion, die durch Herpes-Viren verursacht werden (Varicella-Zoster-Virus). Die Krankheit ist durch einen schmerzhaften Hautausschlag mit Bläschenbildung und Empfindungssörungen gekennzeichnet.Die Gürtelrose entsteht durch eine vorherige Reaktivierung der Varicella-Zoster-Viren im Körper, dass heißt unter anderem, sie tritt als Folge verbliebener Viren nach einer Windpockenerkrankung auf. Bei einem Erstkontakt mit dem Herpesvirus erkrankt der Betroffene zuerst an Windpocken. Nur Menschen die bereits Windpocken durchgemacht haben, können an der Gürtelrose erkranken. Im Bereich des Nervensystems kann der Virus dann jahrzehntelang überleben.
Die Gürtelrose kann auch als Folge nach einer Windpockenimpfung auftreten. Der Name Gürtelrose wurde aufgrund des Erscheinungsbildes der Krankheit gegeben. Bei der Erkrankung treten Hautveränderungen und Schmerzen auf, die sich gürtelförmig im Bereich von Brustkorb und Bauchraum ausbreiten. So wie die Windpocken, ist auch die Gürtelrose ansteckend für andere Menschen. Der Herpes Zoster kann in jedem Lebensalter auftreten, doch sind alte und immungeschwächte Menschen besonders stark gefährdet. Die Gürtelrose kann bei immunschwachen Patienten sogar mehrmals auftreten.
Jedes Jahr erkranken 400 von 100.000 Menschen an der Gürtelrose. Es wurden keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern festgestellt.
Die Gürtelrose ist eine Infektion, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Streng genommen kann man sie auch als das zweite Auftreten von Windpocken ansehen, da es sich um eine Zweitmanifestation mit dem gleichen Virus handelt. Bei dem Erstkontakt mit dem Herpesvirus erkranken die Betroffenen zuerst an Windpocken. Nach der überstandenen Erkrankung verbleibt der Virus im Körper und wandert bis zu den Nervenwurzeln im Rückenmark und verharrt dort, in einem inaktiven Zustand. Sie kann hier über mehrere Jahre unbemerkt verbleiben. Dieser Zustand wird in der Medizin auch als schlafender Zustand bezeichnet. Der Virus kann aber jederzeit reaktiviert werden und wandert dann erneut entlang der Nervenbahnen hoch bis zur Haut und verursacht dort das typische Bild der Gürtelrose. Je nachdem welches Nervenversorgungsgebiet betroffen ist, beschränkt sich die Erkrankung nur auf diesen Bereich. Wichtig ist hier zu wissen, dass es sich bei dieser Erkrankung nicht um eine Zweitinfektion handelt, sondern lediglich um eine Reaktivierung der bereits vorhandenen Viren. Warum es zu einer Reaktivierung kommt ist bislang unklar. Man vermutet, dass die Erkrankung ein Anzeichen für ein schwaches Immunsystem ist. Sie wurde häufig bei Patienten mit AIDS oder Krebserkrankungen beobachtet. Aber auch starker Stress, schwere Grippe und seelische Belastungen können zu einem erneuten Ausbruch führen.
Hat eine Person die Windpocken bereits durchgemacht, so besteht in der Regel keine Gefahr mehr, sich an einer mit Gürtelrose erkrankten Person anzustecken.
Hat sich aber der Betroffene mit dem Windpockenvirus noch nie angesteckt, so kann sie durch eine, an Gürtelrose erkrankte Person, angesteckt werden. Doch wird der Betroffene in diesem Fall nicht an der Gürtelrose erkranken, sondern zuerst die Windpocken kriegen.
Ein wichtiger Unterschied zwischen den Windpocken und der Gürtelrose ist der Ausbreitungsgrad. Während die Windpocken den gesamten Körper befallen, tritt die Gürtelrose nur örtlich begrenzt auf. Es gibt eine Reihe von Symptomen, die auf eine Gürtelrose hindeutend sind. Diese wären:
Nach der Patientenbefragung (Anamnese) und der typischen ersichtlichen Symptome, kann man in der Regel einfach die Diagnose der Gürtelrose (Herpes Zoster) stellen. Bei der körperlichen Untersuchung ist der typische, halbseitige und klar begrenzte Ausschlag vom Arzt schnell als Gürtelrose zu erkennen. Meistens sind keine weiteren Untersuchungen mehr notwendig. Man kann aber im Zweifelssfall einen Wundabstrich oder eine Blutabnahme durchführen, da der Körper, Antikörper gegen das Virus bildet, die sich nachweisen lassen. Im Blut kann ein erhöhter Zoster-Antikörper-Titer nachgewiesen werden. Auch im Liquor, dass heißt bei der Untersuchung der Hirnflüssigkeit, kann man eine Zunahme der Zellzahl und des Eiweißgehaltes feststellen. Die Liquoruntersuchung wird nur bei komplizierten Verläufen durchgeführt, dass heißt wenn der Patient Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen aufweist, da diese Zeichen für einen Gehirn- und Rückenmarksbefall sind. Da immungeschwächte Patienten auch häufig an einer Gürtelrose erkranken, sollten immer Grund- und Begleiterkrankungen mit untersucht und eventuell ausgeschlossen werden.
Weitere Komplikationen die auftreten können sind:
Die Gürtelrose und die Windpocken werden durch den gleichen Virus verursacht. Auch die Symptome sind sehr ähnlich. Trotz allem kann man beide Krankheiten gut voneinander unterscheiden. Während bei den Windpocken der Hautausschlag den ganzen Körper betrifft, ist bei der Gürtelrose nur ein bestimmtes Hautareal betroffen.
Bei Verdacht auf eine Gürtelrose sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Denn je früher die Diagnose gestellt und die Erkrankung behandelt wird, desto geringer sind auch die Folgeschäden. Außerdem werden die Nervenschmerzen verhindert und der Krankheitsverlauf wesentlich verkürzt. Die Gürtelrose (Herpes Zoster) wird in der Regel mit dem Medikament oral behandelt. Ist keine orale Therapie möglich, so kann man auch intravenös die Medikamente Virostatika infundieren. Die Medikamente sollten so früh wie möglich eingenommen werden, da sie die Vermehrung der Viren verhindern. Die Virustatika sind Wirkstoffe, die gezielt bestimmte Viren angreifen, indem sie den Aufbau der Viren-DNA hemmen.
Die meisten Patienten verspüren schon innerhalb weniger Stunden, nach der Medikamenteneinnahme eine wesentliche Besserung. Die Schmerzen lassen nach, die geschwollene und gerötete Haut blasst ab. Unterstützend gegen die starken Schmerzen kann man noch schmerhemmende Tabletten einnehmen und die Patienten sollten sich in dieser Zeit schonen.
Eine unzureichende und nicht frühzeitig behandelte Gürtelrose, kann auch nach Wochen, zu starken anhaltenden Nervenschmerzen führen (postzosterische Neuralgie). Diese Nervenschmerzen können Monate bis Jahre andauern und sind meist nur mit starken Schmerzmitteln zu therapieren. Oft werden sie auch in Kombination mit Antdidepressiva verabreicht, da zum einen die Psyche des Patienten auch stark belastet wird und Antideperssiva gleichzeitig auch schmerzstillende Wirkung haben. Gegen die starken Schmerzen werden auch Medikamente, wie Antepileptika oder betäubende Salben eingesetzt. Zudem kann man mit einer transkutanen elektrischen Nervenstimulation, auch TENS genannt, betroffene Nervenstrukturen mit Stromimpulsen, die durch die Haut verabreicht werden, reizen. Diese Reizung führt dazu, dass das körpereigene Schmerhemmsystem im Rückenmark aktiviert wird. Obwohl bei einigen Patienten mit dieser Maßnahme gute Erfolge erzielt wurden, gibt es keine kontrollierten Studien, die auch die Wirksamkeit wirklich belegen.
Im Allgemeinen ist die Prognose der Gürtelrose relativ gut, da sie gut behandelbar ist. Nur wenn Komplikationen auftreten, kann sich der Zustand verschlimmern. Ohne eine Behandlung heilt die Gürtelrose meistens innerhalb von zwei bis drei Wochen ab. Etwa 70 Prozent der Erkrankungen heilen ohne Folgen aus. Im Bereich des betroffenen Hautareals bleiben aber oft überpigmentierte Areale zurück. Dass heißt, die Haut erscheint hier entweder stärker gebräunt oder blasser. Außerdem klagen etwa 70 Prozent der Patienten über 70 Jahren, über anhaltende Nervenschmerzen.
Auch wenn Sie sich im Erwachsenenalter befinden, der erste Kontakt mit dem Varizella-Zoster-Virus löst immer eine Windpockeninfektion aus. Daher sollte man sich auch von Patienten, die an Gürtelrose erkrankt sind, immer fern halten, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Im Kindesalter gibt es eine Impfung gegen die Windpocken. Menschen die bisher nicht an Windpocken geimpft wurden, können sich innerhalb von drei Tagen, aktiv gegen den Virus impfen lassen (aktive Immunisierung). Auch Personen die ein erhöhtes Risiko für eine schwere Verlaufsform tragen, können sich nach einem Kontakt mit einer erkrankten Person, innerhalb von wenigen Tagen vorbeugend behandeln lassen. Diesen Personen wird eine einmalige Infusion mit Antikörpern gegen den Virus (Zoster-Immunglobulin) verabreicht oder sie erhalten eine siebentägige Behandlung mit einem Virustatikum. So kann man eine schwere Verlaufsform weitestgehend vorbeugen. Zu der Risikogruppe zählen besonders Schwangere und immunschwache Menschen, z. B. Krebspatienten oder AIDS. In den USA gibt es mittlerweile auf dem Markt ein Impfstoff für Menschen über 60 Jahren, zur Vorbeugung der Gürtelrose. Der Impfstoff soll ab 2008 auch in Deutschland zugelassen werden.