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Enterobiasis - Oxyuriasis - Madenwürmer

Beim Befall mit Madenwürmern tritt analer Juckreiz auf...

Die Enterobiasis (synonym: Oxyuriasis) ist die häufigste Parasitose der gemäßigten Zonen. Verursacht wird sie durch den zu den Nematoden gerechneten Madenwurm (Enterobius vermicularis).

 

Klinik der Enterobiasis 

Oftmals entdecken die Patienten die weißlichen Würmer nach der Defäkation (Stuhlgang) auf dem Stuhl in der Toilettenschüssel. Klinisch steht beim Patienten der Pruritus ani (analer Juckreiz), der durch die in der Perianalregion abgelegten Eier verursacht wird, im Vordergrund. Der anale Juckreiz wird als äußerst störend empfunden, was wiederum zu Schlafstörungen, Unruhe, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Müdigkeit, Enuresis (Bettnässen - Kinder) und Nervosität führt.

Bei Frauen kann es zudem zum Pruritus vulvae (Juckreiz der Genitalregion) mit Exkoriationen (Defekt der Haut, der durch Kratzen verursacht wird) kommen. Bei Mädchen ist die Enterobiasis eine der häufigsten Ursachen einer Vulvovaginitis (Entzündung von Scheide und Schamlippen).

In selten Fällen können die Würmer über die Vagina bis ins Retroperitoneum gelangen und eine Endometritis oder Salpingitis (Entzündung von Eileiter und Eierstock) verursachen.

Übertragen werden die Madenwürmer durch das Verschlucken infektiöser Eier. Innerhalb von 1 bis 4 Wochen wachsen sie während der intraluminalen Wanderung im Zökum zu geschlechtsreifen, adulten Würmern heran. Die graviden weiblichen Würmer wandern nachts durch den Anus und legen bis zu 15.000 Eier auf der Perianalhaut ab. Diese Eier sind dann über mehrere Tage bis Wochen infektiös.

Der Mensch ist das einzige Reservoir dieses Wurms. Die Übertragung erfolgt direkt oder indirekt auf fäkal-oralem Weg. Gerade bei rezidivierenden (wiederkehrenden) Infektionen spielt die Autoinfektion über kontaminierte Finger eine wichtige Rolle. Von dieser Infektion sind überwiegend Kindergarten- und Schulkinder betroffen.

Wegen der hohen Infektiosität besteht allerdings für alle im gleichen Haushalt lebenden Personen eine Ansteckungsgefahr. Da der Oxyurenbefall in den meisten Fällen asymptomatisch (ohne Symptome) ist, sind beschwerdefreie Haushaltsangehörige für die meist hartnäckigen, sogenannten therapie-resistenten Fälle als Infektionsquelle verantwortlich.

 

Therapie der Enterobiasis / Oxyuriasis

Die Behandlung der Oxyuriasis erfolgt einmalig entweder mit Pyrantel-Embonat oder Mebendazol. Diese Anthelminthika wirken jedoch nur auf adulte Würmer, nicht jedoch auf Larven. Daher kommt es nach der Einmaltherapie oftmals zu Rezidiven, weswegen sich eine Wiederholung der Therapie nach 2 bis 3 Wochen empfiehlt.

 

Prophylaxe 

Um Reinfektionen ("Ping-Pong"-Infektionen) zu vermeiden, ist eine medikamentöse Mitbehandlung von Familienangehörigen im selben Intervall meist sinnvoll. Durch Umgebungsuntersuchungen lassen sich infizierte Kontaktpersonen aufspüren. Der Patient sowie die Familienangehörigen müssen auf die strikte Beachtung von Hygienemaßnahmen hingewiesen werden. Dazu gehören u.a. kurzgeschnittene Fingernägel, häufiges Waschen der Analregion, Wäschewechsel nach jeder Therapie sowie die Vermeidung einer Staubinfektion (insbesondere beim Bettenmachen).

Die Matratze sollte mit einem geeigneten Flächendesinfektionsmittel abgewischt werden. Die Toiletten müssen heiß gereinigt werden. Sofern im Haus zwei Toiletten sind, sollten Infizierte nur eine benützen. Möglicherweise kontaminierte Flächen im Badezimmer sollten mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfiziert werden. Die Wäsche sollte zur Vermeidung von Staubinfektionen bis zum Waschen nicht im offenen Wäschekorb, sondern in einem Plastiksack aufbewahrt werden. Ein besonderes hygienisches Problem stellte die moderne Damen- und Sportunterwäsche dar, die zumeist wegen des Gehalts
an synthetischen Fasern nicht gekocht werden kann. Hier empfiehlt es sich die Unterwäsche in einer Tüte gesondert zu sammeln und vor dem Waschen zunächst mindestens eine Stunde in den Gefrierschrank (-20°C) zu legen. Dadurch lassen sich die Wurmeier mit hoher Sicherheit abtöten und dadurch fäkal-orale Autoinfektionen vermeiden.


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Letzte Aktualisierung am 12.11.2010.

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