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Bandwürmer - Cestoda

Durch den Verzehr finnenhaltigen Fleisches (Schwein, Rind) kann der Mensch sich mit Bandwürmern infizieren

Was sind Bandwürmer / Cestoda? 

Infektionen mit dem Schweine (Taenia (T.) solium) - oder Rinderbandwurm (Taenia saginata) kommen weltweit vor und werden, wenn auch selten, regelmäßig auch in Deutschland nachgewiesen. Typisch für den Befall mit Schweine- oder Rinderbandwurm ist der Abgang von Proglottiden (Fortpflanzungsglied eines Bandwurms) mit dem Stuhl, was der Patient meist selbst bemerkt. Der Nachweis eines Bandwurmbefalls ist oftmals nur ein Zufallsbefund.

 

Epidemiologie und Klinik eines Bandwurmbefalls 

Für beide Würmer ist der Mensch der Endwirt. Für T. solium kann der Mensch zudem auch Zwischenwirt sein. Hier besteht die Gefahr einer Zystizerkose (Einlagern der Finnenformen in das Gewebe).

Die Infektion von Rindern und Schweinen erfolgt über die Aufnahme infektiöser Eier. Nach dem Schlüpfen durchdringen die Onkosphären die Darmwand und gelangen in die Muskulatur, wo sie sich zu Finnen entwickeln. Durch orale Aufnahme finnenhaltigen Fleisches kommt es beim Menschen zur Infektion. Dabei werden die Larven durch Kontakt mit Magensäure aus den Finnen freigesetzt. Der sich entwickelnde zwittrige adulte Wurm haftet sich mit seinem Kopf an der Darmwand an. Die Lebensdauer beider Würmer kann bis zu 25 Jahre betragen. T. solium erreicht dabei eine Länge von 3 bis 7 Meter, während T. saginata bis zu 15 Meter lang werden kann.

Nach einer Entwicklungsdauer von 8 bis 12 Wochen (Präpatenzzeit) kommt es zur kontinuierlichen Produktion von Proglottiden, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Die Proglottiden von T. saginata sind im Gegensatz zu T. solium zum Teil noch motil. Die Uterusäste der Proglottiden enthalten eine hohe Zahl infektiöser Eier, die sich durch eine hohe Umweltresistenz auszeichnen.

Als Ansteckungsquelle für den Menschen gilt nicht ausreichend gegartes Schweine- oder Rindfleisch.

Klinisch bestehen wenn überhaupt nur leichte Beschwerden. Dazu gehören abdominelle Symptome (Beschwerden des Magen-Darm-Traktes), Heißhunger, Gewichtsverlust, Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, und perianaler Juckreiz. An Komplikationen kann bei T. saginata eine Appendizitis (Blinddarmentzündung), Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) oder Pankreatitis (Entzündung der Bauchspreicheldrüse) durch Einwanderung von motilen Proglottiden auftreten.

 

Diagnose des Bandwurmbefalls 

Eine Eosinophilie (Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen) findet sich nicht regelmäßig. In manchen Fällen fällt eine Erhöhung der alpha2Fraktion in der Elektrophorese auf. Die Diagnose wird durch den Nachweis von Proglottiden im Stuhl gesichert. Insbesondere gelingt die Speziesdifferenzierung durch Beurteilung der Zahl der Uterusäste. Auch lassen sich die Wurmeier im Stuhl nachweisen, wobei sich hier T. solium und T. saginata morphologisch nicht unterscheiden lassen.

 

Therapie eines Befalls mit Bandwürmern 

Die Therapie erfolgt durch die orale Verabreichung von Praziquantel als Einmaldosis.

 

Prophylaxe 

Als beste Prophylaxe gilt die Vermeidung des Genusses ungenügend gegarten Schweine- oder Rindfleisches. Durch mehrminütiges Erhitzen über 56° C oder Einfrieren bei ­24° C lassen sich infektiöse Finnen sicher zerstören. Nach der Hackfleischverordnung darf Schabe- und Hackfleisch nur in tiefgefrorenem Zustand in den Verkehr gebracht werden, wodurch potentiell vorhandene Finnen abgetötet werden. Als Risikofaktor für Infektionen durch Bandwürmer gilt die unkontrollierte Verbreitung menschlicher Fäkalien, wie z. B. an Bahndämmen, Erholungsgebieten und Autobahnparkplätzen o. ä. Bei starken Regenfällen kann es zur Überschwemmung von Weiden kommen, wodurch es wiederum zur Infektion von Schweinen und Rindern kommen kann. Auf Wiesen und Weiden können Bandwurmeier bis zu 160 Tage lebensfähig sein. Bei Temperaturen <5°C beträgt die Lebensdauer etwa 20 Tage. Auch in Gülle und Jauche sind Bandwurmeier über 4 Wochen infektionsfähig.

Für den Hausarzt ist es wichtig die Beobachtungen des Patienten von möglichen Proglottiden im Stuhl Ernst zu nehmen und diese dem Labor zur Diagnostik zuzuleiten.


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Letzte Aktualisierung am 21.12.2009.

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