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Wie läuft eine OP bei Septumdeviation (Nasenscheidewandoperation) ab?

Lesezeit: 3 Min.

Die Septumplastik verhilft zu freier Nasenatmung

Eine Nasenscheidewandoperation, in der Fachsprache auch Septumplastik genannt - gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen im Fachbereich HNO.

Vor der Operation wird der Patient aufgeklärt, auf welchem Weg der Eingriff erfolgen soll: Häufig kommt der Chirurg ohne einen Hautschnitt aus und die Operation kann durch die Nasenlöcher hindurch erfolgen. Aber auch die klassische Schnitttechnik findet noch Anwendung. Die entsprechenden Voruntersuchungen (gegebenenfalls Nasenspiegelung oder Computertomografie) geben Aufschluss darüber, welche Methode für den Patienten die passende ist.

Man führte bereits um 1900 Nasenscheidewandkorrekturen durch. Bis in die 1960er Jahre hinein arbeitete man dabei nach der sogenannten Killian-Methode, bei der große Teile der verformten Nasenscheidewand (=Septum) radikal entfernt wurden. Mittlerweile sind die Operationsmethoden erheblich verfeinert worden und der Anspruch geht dahin, möglichst viel des natürlichen Knorpels und Knochens der Nasenscheidewand zu erhalten und gewebeschonend zu operieren.

Heutzutage kommt dabei meist die sogenannte Cottle-Methode zum Einsatz. Dabei werden die verformten Knorpel nicht vollkommen entfernt, sondern schonend begradigt. Somit bleibt auch die natürliche Stützfunktion, die die Scheidewand für die Nase hat, erhalten und die Form der Nase verändert sich durch die Operation nicht. Da der Eingriff durch die Nasenlöcher erfolgt, ist auch äußerlich keine Narbenbildung zu erwarten.

Meist wird der Patient in Vollnarkose operiert. In Ausnahmefällen kann der Eingriff auch in örtlicher Betäubung vorgenommen werden. Allerdings empfiehlt sich aufgrund des Risikos der Nachblutung ein stationärer Krankenhausaufenthalt.

Je nachdem wie die Nasenscheidewand verkrümmt ist, kann die Operation leicht variieren. Man unterscheidet mehrere Phasen:

  • Die Inzision: der Schnitt wird gesetzt und ein Zugang für die Operation wird geschaffen. Hier kommt in der Regel der sogenannte rechtsseitige Hemitransfixions-Schnitt zur Anwendung. Mit einer Klemme (Cottle-Klemme) wird das Nasenloch gedehnt und der Nasensteg zu der "operationsfreien" Seite gezogen. Der Schnitt erfolgt hinter der Septumkante und die Schleimhaut wird vorsichtig von der hinteren Septumkante abgelöst. Die eigentliche Operation findet unter der Schleimhaut statt.
  • Die Mobilisation: bei den unter Chirurgen als Osteotomie (Knochendurchtrennung) und Chondrotomie (Knorpeldurchtrennung) bekannten Operationsverfahren, werden Knorpel oder Knochen gezielt durchgetrennt. Das Septum wird so beweglich gemacht, also "mobilisiert", und kann neu ausgerichtet und begradigt werden.
  • Die Resektion: Falls die Mobilisation noch nicht ausreicht, um eine freie Nasenatmung des Patienten zukünftig zu gewährleisten, werden überflüssige Knorpel- oder Knochenanteile, die die Atmung behindern, entfernt.
  • Die Rekonstruktion: Sollte aufgrund der anatomischen Gegebenheiten viel Knorpel und Knochen abgetragen werden, müssen diese abgetragenen Knochen oder Knorpelteile gegebenenfalls wieder eingesetzt werden, um so die Nasenscheidewand an der richtigen Stelle zu stabilisieren und zu verstärken. Da die Nasenscheidewand stützende Funktion für die Nase hat, ist dies wichtig, um sowohl die freie Nasenatmung zu gewährleisten als auch die Nase in ihrer ursprünglichen Form zu erhalten.
    Resektion und Rekonstruktion sind in der überwiegenden Zahl der Nasenscheidewandkorrekturen nicht erforderlich. Meist genügt die Mobilisation mit anschließender Fixation.
  • Die Fixation: Nach der Operation muss die Nase geschient werden, damit das Septum stabilisiert wird und gerade wieder zusammenwachsen kann. Zur Schienung werden Splints eingesetzt, das sind zwei flügelförmige Kunststoffplättchen oder - folien, die an der Nasenscheidewand angenäht werden. Verschiedene Nahttechniken sorgen zusätzlich für die Fixierung des Septums. Nähte und Splints bleiben rund eine Woche in der Nase und werden dann wieder entfernt. Außerdem wird die Nase nach der Operation tamponiert (mit einem speziellen "Pfropf" versehen), um Nachblutungen zu vermeiden. Die Tamponaden haben zudem eine stützende Wirkung. Sie können nach der ersten Nacht wieder entfernt werden.

Es zeigt sich, dass eine Nasenscheidewandkorrektur eine komplexe Operation ist. Gleichzeitig wird sie sehr häufig durchgeführt und verspricht hohe Erfolgschancen bei einem geringen Risiko. Für den Patienten ist mit dem Eingriff ein Krankenhausaufenthalt von vier bis fünf Tagen verbunden.

Sehr häufig wird die Begradigung der Nasenscheidewand zusammen mit der Verkleinerung der Nasenmuscheln durchgeführt, da auch letztere oft die Nasenatmung be- oder verhindern. Diese sogenannte Conchotomie ist ein kleiner Eingriff, der nicht länger als zehn Minuten dauert und mit moderner Lasertechnik durchgeführt werden kann.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist die Eigeninitiative des Patienten gefragt: Je sorgfältiger die Nachsorge und Pflege der operierten Nase mit Salbe und Nasenduschen, desto schneller die Wundheilung.

U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 06.08.2015

22 Fragen zu Nasen­scheidewand, OP

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  1. Was sind Anzeichen für eine Nasenscheidewandverkrümmung?
  2. Wie läuft eine OP bei Septumdeviation (Nasenscheidewandoperation) ab?
  3. Wie lange dauert der Eingriff zur Begradigung der Nasenscheidewand?
  4. Wann wird die Nasenscheidewandoperation unter Vollnarkose durchgeführt und wann nicht?
  5. Wann wird eine Operation zur Nasenscheidewand-Begradigung ambulant und wann stationär durchgeführt?
  6. Welche Schmerzen können sich nach einer Nasenscheidewand-OP einstellen?
  7. Lässt sich die Nasenscheidewand-OP mit einer Nasenkorrektur kombinieren?
  8. Ab welchem Alter kann eine schiefe Nasenscheidewand operiert werden?
  9. Was spricht für eine Operation der Nasenscheidewand bei Kindern?
  10. Welche Risiken gibt es bei einer Nasenscheidewandoperation?
  11. In welchen Fällen kann eine Begradigung der Nasenscheidewand mit einem Laser durchgeführt werden?
  12. Inwiefern kann sich die Nase nach einer Begradigung der Nasenscheidewand optisch verändern?
  13. Inwiefern können Schnarcher von einer Begradigung der Nasenscheidewand profitieren?
  14. Wann kann eine Nasenscheidewand-Operation trotz Erkältung durchgeführt werden?
  15. Wann kann man nach einer Nasenscheidewand-OP wieder Sport treiben?
  16. Welche Auswirkungen auf den Geruchs- oder Geschmackssinn kann eine Nasenscheidewand-OP haben?
  17. Welche Jahreszeit eignet sich für eine Nasenscheidewand-OP?
  18. Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei einer Nasenscheidewand-OP?
  19. Wie erfolgt die Nachbehandlung einer Nasenscheidewand-Begradigung?
  20. Wie hoch sind die Erfolgschancen nach einer OP der Nasenscheidewand?
  21. Wie lange dauert die Krankschreibung bei einer Nasenscheidewand-OP?
  22. Wie schmerzhaft ist heutzutage das Entfernen der Tamponaden nach der Nasenscheidewand-OP?
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Nasen­scheidewand, OP

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Nasenop   Offene Frage
fragt Casy   vor 3 Monate  999

Hallo liebes Team,

Ich habe eine schiefe Nasenscheidewand (CD vorhanden) und einen Hohlraum am Nasensteg. Diese OP übernimmt die ... mehr

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Loch in Nasenscheidewand   Offene Frage
fragt Henk   vor 4 Monate  335

Geehrte(r) Frau / Herr,

Gibt es genügend Knorpel und Schleinmhaut um ein Loch von 1,7 cm
im Nasenscheidewand zu schliessen wenn operiert wird ... mehr

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fragt Maged   vor 4 Monate  72

Hallo!

Kann man die Septumplastik und dann nach ein paar Monaten die Septorhinoplastik machen?

Alle Beiträge anzeigen: HNO (Hals-Nasen-Ohren) » Nasen­scheidewand, OP

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