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Tumor Mundrachen | Kehlkopfrachen | Laterale Pharyngotomie

Eine Geschwulst im Mund- oder Kehlkopfrachen muss in der Regel operativ entfernt werden

Definition

Oftmals müssen Tumore im Rachenbereich (Mundrachen, Kehlkopfrachen) durch eine Operation von außen beseitigt werden.

Ursachen

Der Mundrachen erstreckt sich vom vorderen Gaumenbogen bis hin zur hinteren Wand des Rachens. Darunter liegt der Kehlkopfrachen bis hin zum Anfang der Speiseröhre. Im Rachen können sich gut- und bösartige Tumore bilden. Die hauptsächlichen Risikofaktoren für bösartige Tumore im Rachenbereich (Pharynxkarzinom, Rachenkrebs) stellen Rauchen und Alkohol dar. Ebenso können erbliche Faktoren die Gefahr erhöhen, an einem Rachentumor zu erkranken.

Symptome

In einem frühen Stadium des Rachentumors bestehen oftmals keine Beschwerden. Es kann zu Schluckbeschwerden und Atemstörungen bis hin zur Atemnot kommen. Ebenso können Heiserkeit und Hustenreiz bestehen. Später kann es zu Halsschmerzen kommen. Wie bei allen bösartigen Tumoren können sich auch beim Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) Tochtergeschwülste (Metastasen) in andere Körperbereiche, häufig in Halslymphknoten, absiedeln und auch dort schwerwiegende Probleme bereiten.

Diagnose

Es erfolgt eine Befragung des Patienten (Anamnese), insbesondere auf Risiken wie Zigarettenrauch und Alkoholkonsum. Daraufhin wird eine körperliche Untersuchung, unter anderem durch Abtasten, durch den Arzt vorgenommen. Ebenfalls erfolgt eine HNO-Untersuchung mit Rachenspiegelung (Endoskopie). Mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Röntgen und Computertomographie kann der Befund oft dargestellt werden. Beim Verdacht auf Krebs wird eine Gewebeprobe entnommen (Biopsie) und einer feingeweblichen Untersuchung (Histologie) unterzogen.

Differenzialdiagnose

Gutartige müssen von bösartigen Tumoren sowie von entzündlichen Veränderungen unterschieden werden.

Therapie

Konservative Therapie

Als unterstützende Therapiemaßnahme kann insbesondere bei bösartigen Tumoren eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie angezeigt sein.

Operation

Die Operation des Rachentumors von außen erfolgt in Vollnarkose.

Die Haut am Hals wird eingeschnitten, in der Regel bis hin zur Schlüsselbeingrube. Der Rachen wird ebenfalls aufgeschnitten. Ein Nerv in diesem Bereich (Nervus hypoglossus), der für die Bewegung der Zunge verantwortlich ist, muss oftmals für den Eingriff zur Seite gelegt werden. Ebenfalls muss in den allermeisten Fällen ein seitlicher Teil des Zungenbeins herausgenommen werden, wobei sich jedoch keine Funktionsstörungen ergeben. Der Tumor wird dann entfernt. Dabei muss ein genügender Sicherheitsabstand gewahrt werden, damit das Risiko eines Wiederauftretens (Rezidiv) beziehungsweise der Notwendigkeit, einen Folgeeingriff durchführen zu müssen, gering gehalten wird. Oftmals muss die Speicheldrüse am Unterkiefer mit herausgenommen werden, selten muss der Eingriff den Kieferknochen mit einbeziehen, wenn dieser ebenfalls betroffen ist. Oftmals müssen auch die Lymphknoten auf der Halsseite des Tumors entfernt werden (neck dissection).

Die entstehende Gewebelücke im Rachen wird mit Schleimhaut aus der Nähe gedeckt. Falls der Defekt zu groß ist, muss oftmals Gewebe aus anderen Körperbereichen verpflanzt werden, z. B. aus dem Arm oder dem Brustmuskel. Bei entstandenen Lücken des knöchernen Unterkiefers kann ein Metallstück eingesetzt werden, bisweilen auch zusammen mit eigenem Knochengewebe, meist aus dem Beckenkamm.

Im Anschluss an die Operation wird eine Magensonde eingeschoben, damit der Patient in den folgenden ein bis zwei Wochen ernährt werden kann. Des Weiteren wird zur Atmung über einen Luftröhrenschnitt eine spezielle Kanüle in die Luftröhre eingeführt.  

Mögliche Erweiterungen der Operation

Falls der Tumor sich auf weitere Organe und Strukturen in der Umgebung ausgedehnt hat, müssen diese unter Umständen teilweise oder komplett entfernt werden. Auch Komplikationen oder unerwartete Befunde können es erforderlich machen, eine Erweiterung oder Abänderung der Operationsmethode vorzunehmen.

Komplikationen

Organe und Strukturen in der Nähe des Operationsgebietes können bei dem Eingriff beschädigt werden. Es kann unter anderem zu Blutungen, Nachblutungen und Blutergüssen kommen. Durch Verletzung verschiedener Nerven im Bereich der Operation kann es zu Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen oder weiteren Ausfällen an verschiedenen Stellen kommen, was vorübergehend, aber manchmal auch dauerhaft bestehen kann. Es können sich Wundheilungsstörungen und Narben ausbilden, was zu schwerwiegenden Atem- oder Schluckproblemen führen kann. Es kann eine Infektion, Entzündung beziehungsweise ein Abszess (abgekapselte eitrige Entzündung) entstehen. In seltenen Fällen kann sich eine Verbindung des Rachens nach außen ergeben (Speichelfistel). Allergische Reaktionen können des Weiteren in verschiedener Ausprägung vorkommen. Durch die liegende Atemkanüle kann es bei Druckeinwirkung zu Geschwüren kommen.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

In vielen Fällen kann der Tumor erfolgreich komplett entfernt werden. Bisweilen ist bei bösartigen Tumoren der Befund jedoch so ausgedehnt, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, oder es kommt entgegen der Annahme zu einem Wiederauftreten des Befundes. Ebenfalls können bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) bestehen, die an anderer Stelle weiter wachsen.

Hinweise

Vor der Operation

Gegebenenfalls müssen Medikamente, die die Blutgerinnung herabsetzen, beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, weggelassen werden. Dies wird mit dem behandelnden Arzt besprochen.

Nach der Operation

Der Patient sollte für etwa einen Monat keine starken körperlichen Belastungen vornehmen.

Falls eine Luftröhrenöffnung weiterhin bestehen muss, sollte sie freigehalten werden und beispielsweise mit einem dünnen Tuch vor dem Eindringen von Fremdkörpern bewahrt werden. Gebildeter Schleim muss immer wieder herausgesaugt werden. Zur Unterstützung sollte häufig inhaliert werden, und geeignete Mittel sollten auf die Schleimhaut aufgetragen werden.

Ein spezielles Schlucktraining ist oftmals notwendig, da die Schluckfunktion oft eingeschränkt ist.

Zeigen sich Auffälligkeiten, die auf Komplikationen hindeuten, so sollte umgehend der Arzt konsultiert werden.

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Letzte Aktualisierung am 06.05.2010.

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