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Schlafapnoe

Was ist Schlafapnoe?

Als Schlafapnoe bezeichnet man vorübergehende Atemstillstände, die während des Schlafes auftreten (griech.: A-pnoe = ohne Luft). Jeder Mensch hat nachts während des Schlafens einige Atemstillstände. Wenn diese jedoch mehr als zehnmal in der Stunde auftreten oder länger als 10 Sekunden, dann ist häufig eine Schlafapnoe die Ursache. Die Atemstillstandsphasen treten in schweren Fällen der Schlafapnoe bis zu zwanzigmal und mehr in der Stunde auf. Im weiteren Krankheitsverlauf häuft sich nicht nur die Anzahl sondern auch die Zeitdauer der Phasen.

Männer neigen etwa drei viermal häufiger zum Schnarchen als Frauen, besonders mit zunehmendem Alter. Die Häufigkeit des Schlafapnoe-Syndroms beträgt etwa zwei Prozent in der Gesamtbevölkerung. Bei den über 40-Jährigen wird sie auf vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen geschätzt. Von den Betroffenen sind 80 Prozent deutlich übergewichtig. Die Anzahl der an Schlafapnoe erkrankten Personen wird von Fachleuten auf über 6 Mio. geschätzt. In Deutschland werden jährlich etwa 50.000 Patienten neu therapiert. Es handelt sich bei der Schlafapnoe um eine Volkskrankheit, bei der von einer
erheblichen Dunkelziffer ausgegangen wird.


Ursachen

Im Schlaf kommt es bei jedem Menschen zu einer Erschlaffung der Muskulatur des Nasen- Rachen- Raumes. Beim so genannten Obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) kommt es dabei zu einer Rückverlagerung der Zunge und zu einer Engstellung des Rachenraumes. Auf den daraus resultierenden Atemstillstand folgt in der Regel ein tiefer Atemzug, der die verengten Atemwege wieder öffnet und als lauter Schnarchton hörbar wird.

Schlafapnoe tritt oft bei Dauerschnarchern auf, gehäuft auch bei Übergewichtigen, bei denen die Atem- und Herzreaktionen besonders behindert sind. Die Frage, ob das Übergewicht für die Apnoephasen verantwortlich ist oder umgekehrt das Apnoesyndrom durch Störungen der Gehirnfunktionen beim Patienten einen verstärkten Essreiz und damit das Übergewicht auslöst, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt.

Aus dem Schlafapnoe-Syndrom resultieren verschiedene Gefahren für den Betroffenen:

  • Durch die Weckreaktion, die das Atemzentrum zur Aktivität mahnt und auch den Patienten wach macht, wird die normale Schlafarchitektur, das heißt der normale Schlafablauf mit Traum- und Tiefschlafphasen, erheblich gestört. Daraus resultieren Anstiege von Blutdruck und Herzfrequenz. Bei vielen Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, kann allein dies schon zu schlimmen Situationen führen.
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Schlafzwang, beonders bei monotonen Tätigkeiten, wie langen Autofahrten, am Schreibtisch, beim Lesen, beim ruhigen Sitzen während der Mittagspause oder beim Telefonieren.
  • Depressionen und Potenzstörungen
  • Die Entstehung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz (verminderter Herzleistung), Herzrhythmusstörungen und die verstärkte Neigung zu Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Vorsicht ist zudem bei Alkohol geboten. Es führt schon beim Gesunden zu einer Verlangsamung aller Kontrollmechanismen des Atemzentrums und zu einer Erschlaffung der Rachenmuskulatur. Bei Menschen die unter Schlafapnoe leiden, verstärkt und verlängert er die Phasen der Atemstillstände, und es können je nach Schweregrad der Symptomatik bedrohliche Situationen entstehen.

Symptome

Die bei der Schlafapnoe auftretenden Atempausen werden in der Regel im Gehirn des Schlafenden registriert und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden. Diese Arousalreaktion ist lebenswichtig und bewahrt die Betroffenen vor dem Ersticken. Durch die Arousalreaktion wird aber der eigentliche gesunde Schlaf gestört, da ein Übergang von einem tiefen Schlafstadium in einen nur oberflächlichen Schlaf stattfindet. Die Betroffenen leiden deshalb häufig unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche.

Weitere Anzeichen für eine Schlafapnoe können sein:

  • Lautes Schnarchen, von dem man selbst wach wird
  • Starkes und unregelmäßiges Schnarchen mit mehr als 10 Atempausen pro Stunde, die jeweils länger als 10 Sekunden anhalten können. Alleinlebende können diese jedoch kaum durch Eigenbeobachtung feststellen.
  • Schnarchen im Intervall, im normalen Schlaf treten plötzlich schnappende Schnarchtöne auf. Nach einer Atempause öffnet sich dann bei tiefer Einatmung der Nasen-Rachenraum mit einem "Schnarchton". In vielen Fällen stellen die Partner so fest, dass der normale Atemrhythmus unterbrochen ist und Atempausen bestehen.
  • Aus der resultierenden Müdigkeit am Folgetag entstehen oft Probleme in Beruf, Familie und Freundeskreis. Durch Antriebsarmut, Schwerfälligkeit, verminderte Einsatzbereitschaft und ständige Müdigkeit kommt es zudem zu Konflikten mit den Mitmenschen.
  • Auch Depressionen und Potenzstörungen sind nicht selten.
  • Lärmbelästigung durch das laute Schnarchen: insbesondere für Partner, aber auch für Nachbarn und auch für Freunde in der Freizeit. Oft resultieren Isolation und ein zu psychischen Störungen führendes Schamgefühl.
  • Unruhiger Schlaf, nächtliches Schwitzen und vermehrtes Wasserlassen als weitere typische Symptome. Manche Patienten stöhnen und schreien unbewusst im Schlaf, rudern mit den Armen und wälzen sich im Bett herum während der Apnoephasen. Das zerwühlte Bett am Morgen kann auch für Alleinstehende ein Hinweis für eine Schlafapnoe sein.

Diagnose

Wegweisend für die Diagnose einer Schlafapnoe ist zunächst die Anamnese des Betroffenen. Wenn über nächtliche Atemstillstände berichtet wird, die mehr als zehnmal in der Stunde auftreten oder länger als zehn Sekunden andauern und wenn zudem auch Veränderungen der Gehirnfunktion und eine Störung des Schlafablaufes feststellbar sind, dann liegt bei dem Betroffenen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schlafapnoe-Syndrom vor.

Zudem können folgende Symptome können außerdem erste Hinweise auf nächtliche Atemstillstände geben sollten ärztlich abgeklärt werden:

  • lautes Schnarchen, das den Betroffenen selbst weckt oder dessen Umgebung stört
  • unregelmäßiges Schnarchen oder einzelne laute Schnarchtönen nach einer Atempause
  • Unterbrechungen des regelmäßigen Atemrhythmus, die von Partnerin oder Partner festgestellt werden
  • lautes und unregelmäßiges Schnarchen, das mit Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung und Konzentrations- und Leistungsminderung einhergeht.
Ergänzt werden die erhobenen Angaben durch weitere klinische Untersuchungen (beispielsweise der Bestimmung der Blutwerte). Eindeutige Ergebnisse liefert schließlich die Untersuchung im Schlaflabor. Dazu verbringt der Patient eine Nacht in einer Schlafkabine, wo während des Schlafs die Atemfrequenz, der Sauerstoffgehalt des Bluts, das Atemgeräusch, das Echokardiogramm (EKG) sowie eine Hirnstromkurve (EEG) registriert werden. Aus den daraus resultierenden Ergebnissen lässt sich nach Feststellung der Anzahl und der Dauer von Atempausen der so genannte Schlafapnoe-Index (AI) berechnen. Dieser ergibt sich aus der Anzahl der Atempausen pro Schlafstunde. Ein AI von 20 bedeutet, dass im Mittel 20 Atempausen pro Stunde in der Messnacht aufgezeichnet wurden und es sich hierbei um ein schwergradiges Apnoe-Syndrom handelt.


Therapie

Die grundlegenden Ursachen des Schlafapnoe-Syndroms lassen sich in den meisten Fällen nur bedingt oder gar nicht behandeln. Häufig helfen jedoch einige Änderungen des Lebensstils, wie der Verzicht auf Alkohol, regelmäßige Schlafzeiten und das Schlafen in Seitenlage sowie bei übergewichtigen Patienten eine Gewichtsreduzierung. Bleiben diese Maßnahmen erfolglos, empfiehlt sich die nächtliche Benutzung eines Atemtherapiegeräts in Kombination mit einer Atemmaske, wobei dabei zwischen Nasen- und Vollgesichtsmaske unterschieden wird. Über die Maskenbeatmung werden durch Überdruck die Atemwege während des Schlafs offen gehalten, sodass Atempausen und Schnarchen vermieden werden. Im Schlaflabor wird eine solche Maske individuell angepasst und deren Handhabung erlernt.

Neben der Atemmaske kommen weitere Hilfsmittel, wie Aufbissschienen und chirurgische beziehungsweise HNO-ärztliche Eingriffe, zur Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms in Betracht. Die chirurgischen Maßnahmen betreffen die operative Entfernung von Atemhindernissen (wie vergrößerten Gaumenmandeln) mittels Tonsillektomie und Entfernung von Nasenpolypen. Andere Operationen, wie die Korrektur der Nasenscheidewand oder des weichen Gaumens sind aufgrund guter Ergebnisse konventioneller Methoden nicht mehr sinnvoll und werden nur noch selten angewandt.


Prognose

Die Schlafapnoe ist, unabhängig von Alter, Körpergewicht und bestehenden Stoffwechselerkrankungen des Betroffenen, mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Bluthochdruck verbunden. Unbehandelt ist die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei einer Schlafapnoe mit einem Apnoe-Index (AI) von über 20 pro Stunde deutlich erhöht. Auf einen Zeitraum von zehn Jahren bezogen, sterben bis zu 40-50 Prozent der Betroffenen, also etwa jeder zweite unbehandelte Apnoe-Patient.


Letzte Aktualisierung am 22.07.2010.

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