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Welche Ursachen hat Mundtrockenheit in den Wechseljahren?

Lesezeit: 3 Min.

Orale Probleme hängen mit Hormonmangel zusammen

Neben Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen treten orale (den Mund betreffende) Probleme in den Wechseljahren bei vielen Frauen auf. Dazu zählt nicht nur die sogenannte Xerostomie, sprich eine unangenehme Mundtrockenheit. Auch Mundgeruch und Zahnprobleme sind während der Menopause nicht ungewöhnlich. Viele Frauen sind von diesen Veränderungen ihres Hormonhaushalts und den damit einhergehenden Nebenwirkungen insbesondere im Alter von 49 bis 54 Jahren betroffen.

Manche Frauen ereilen die Wechseljahre erst ein paar Jahre später. Während die meisten Frauen mit Kopfschmerzen, nassgeschwitzten Bettlaken und psychischen Symptomen rechnen, treten die Veränderungen im Mund- und Rachenraum häufig unerwartet auf. Dabei wirkt sich die Hormonumstellung der Wechseljahre auch auf diese Körperzone aus.

Warum kommt es zu Mundtrockenheit während der Wechseljahre?

Die verschiedenen oralen Probleme, zu denen die unangenehme Mundtrockenheit gehört, sind in den Wechseljahren vor allem durch die hormonelle Umstellung im Körper der Frauen bedingt. Diese wirkt sich auf die Schleimhäute im Mundbereich aus und lässt diese trocken werden. Allerdings kann auch Stress eine Mundtrockenheit bedingen.

Da viele Frauen die Wechseljahre als psychisch belastend empfinden, kann dieser Stress die Xerostomie (Mundtrockenheit) zusätzlich verstärken. Mundtrockenheit kann darüber hinaus durch bestimmte Medikamente ausgelöst werden. Dazu zählen einige Psychopharmaka. Werden diese aufgrund von Wechseljahresbeschwerden zum ersten Mal verschrieben, kann dies ein weiterer Faktor sein, der einen trockenen Mund begünstigt.

Was passiert während der Hormonumstellung der Wechseljahre im Körper einer Frau?

Während der Wechseljahre kommt es vor allem in den Eierstöcken zu einer Veränderung. Sie werden nach und nach nicht mehr fortpflanzungsfähig. Dies geschieht unter anderem durch eine abnehmende Produktion von Östrogenen. Es ist vor allem der Mangel dieser weiblichen Geschlechtshormone, der sich auf die Körper der Betroffenen auswirkt.

Allerdings klagen nicht alle Frauen über Beschwerden in den Wechseljahren. Bis zu 30 Prozent kommen ohne jegliche Störungen aus, während starke Störungen bei 20 Prozent aller Frauen festzustellen sind. 13 Prozent der Frauen müssen sich in ihren Wechseljahren mit sehr starken Störungen herumschlagen. Dabei hat der Wegfall der Östrogene weitreichende Konsequenzen:

  • häufigere Schilddrüsenvergrößerungen
  • stärkeres Aufkommen von Gicht und Diabetes
  • mögliche Fettsucht
  • potentielle Gelenkerkrankungen
  • runzeligere und dünnere Haut
  • brüchigere Knochen
  • Schrumpfen der Genitalien
  • weniger elastische Blutgefäße
  • orale Probleme (Probleme am und im Mund)

Gerade die Ähnlichkeiten zwischen dem Schleimhautgewebe im Mund und im Bereich der Scheide sind bemerkenswert. Vor allem die oberen Zellschichten ähneln sich. Selbst in der Wangenschleimhaut konnten Sexualhormonrezeptoren nachgewiesen werden. Daher kann es bei einem Mangel an Östrogenen nicht nur zu Scheidentrockenheit, sondern auch zur Trockenheit im Mund kommen. Darüber hinaus hat Östrogen einen Einfluss auf die Speicheldrüsen, weshalb ein Mangel in den Wechseljahren die Speichelproduktion herabsetzen kann. Inwiefern die Schleimhäute im Mund von Mikroorganismen besiedelt werden, ist ebenfalls von hormonellen Einflüssen abhängig. Die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre können sich aus diesen Gründen auf die Mundschleimhäute auswirken. Hierbei wird die Schleimhaut im Mund nicht nur trockener, sondern gleichzeitig dünner.

Welche weiteren oralen Probleme können während der Wechseljahre auftreten?

Neben Mundtrockenheit können die Wechseljahre weitere weitreichende Folgen für die Mundgesundheit der Patienten haben. Das Tragen von Zahnprothesen wird zum Beispiel unangenehmer, da ein ausreichender Puffer fehlt. Mundgeruch ist ein weiteres mögliches Symptom der Wechseljahre. Zahnfleischentzündungen, die mit einem schmerzhaft geröteten und geschwollenen Zahnfleisch einhergehen, sind ebenfalls auf die Hormonumstellung der Wechseljahre zurückzuführen. Zahnfleischbluten ist nicht selten.

Darüber hinaus steigt das Kariesrisiko spürbar an. Durch das Austrocknen der Mundschleimhäute ist eine geschwächte Abwehr gegen unerwünschte Keime möglich. Daher kann es zu einem Candida-Pilzbefall im Mund kommen. Für viele Frauen ist das Burning-Mouth-Syndrom deutlich belastender. Dann brennt die Zunge stark und die umliegenden Schleimhäute sind von einem wunden Gefühl betroffen.

Wer Glück hat, verspürt ein leichtes Prickeln, während starke Schmerzen ebenso nicht ausgeschlossen sind. Auch das Gefühl von Pelzigkeit auf der Zunge und der gestörte Geschmackssinn machen vielen Damen während der Wechseljahre zu schaffen. Viel schlimmer ist die drohende Zahnlosigkeit, die auf eine chronisch-entzündliche Mundschleimhauterkrankung zurückzuführen ist. Dieses Problem tritt häufig bei Frauen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, sprich während der Wechseljahre, auf.



M. Barnewitz Maria Barnewitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 15.09.2017
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