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Paukenerguss, Diagnose und Therapie

Lesezeit: 2 Min.

Diagnose des Paukenergusses

Als erstes wird der Arzt eine Befragung (Anamnese) mit dem Patienten beziehungsweise mit den Eltern durchführen. Die Symptome werden dem Arzt beschrieben und Auskunft über eventuelle Vorerkrankungen gegeben. Dann führt der Arzt eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) oder Ohrmikroskopie durch. Damit kann der Untersucher den Erguss feststellen, das Trommelfell ist meist nach innen gewölbt und die Flüssigkeit scheint oft hindurch. An der Farbe kann abgeschätzt werden, wie lange der Erguss besteht, ein frischerer Erguss sieht eher rötlich aus und ein älterer Erguss eher gelbbraun. Hat sich auch Blut in die Paukenhöhle ergossen, schimmert es oft bläulich. Des Weiteren wird vom Arzt auch das Naseninnere und der Rachen betrachtet.

Ein Hörtest wird durchgeführt und weitere differenzierende Versuche wie der Weber- und der Rinne-Test vorgenommen. Auch eine Tympanometrie (Tympanogramm) wird vorgenommen, das ist ein spezieller Test, um Veränderungen des Mittelohrs anhand der Trommelfellauslenkung feststellen zu können. Hier zeigt sich in der Kurve, dass das Trommelfell schlecht beweglich ist. Schließlich können bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder Computertomographie sinnvolle Maßnahmen sein, um z. B. auch eine mögliche Nasennebenhöhlenentzündung erkennen zu können.

Differenzialdiagnose

Der nichtentzündliche Paukenerguss muss von einer Mittelohrentzündung (Otitis media) abgegrenzt werden. Außerdem muss der Arzt bei einem Paukenerguss, der schon eine Weile vorhanden ist, nach möglichen Erkrankungen wie z. B. Tumoren suchen.

Therapie bei einem Paukenerguss

Manchmal muss der Paukenerguss abgelassen werden, indem das Trommelfell eröffnet wird. Meist verschwindet der Paukenerguss aber auch, wenn eine ursächliche Erkrankung mit einer geeigneten Therapie behoben wird. Bei einem Schnupfen kann beispielsweise die Gabe von abschwellenden Tropfen helfen, den Erguss zu beseitigen. Abschwellende Mittel dürfen aber nicht über längere Zeit genommen werden. Auch können gegebenenfalls Medikamente, die eine Allergie eindämmen, sowie Antibiotika angewendet werden. Die Abheilung kann unterstützt werden mit Maßnahmen wie Inhalieren und Dämpfen, Wärmeanwendung oder einer Nasendusche.

Neben weiteren nichtoperativen (konservativen) Maßnahmen können unter Umständen auch Operationen sinnvoll sein, z. B. zur Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung, zur Entfernung einer vergrößerten Rachenmandel oder zur Begradigung der Nasenscheidewand.

Die Wasseransammlung in der Paukenhöhle kann abgelassen werden, indem ein Schnitt in das Trommelfell gemacht wird (Parazentese). Hier wird oft in die Öffnung noch ein kleines Röhrchen (Paukenröhrchen) eingelegt, damit auch eine gewisse weitere Zeit Luft in das Mittelohr gelangt und ein neuerlicher Erguss verhindert wird. Später fällt das Paukenröhrchen meist von alleine heraus und das Trommelfell wächst wieder zu.

Prognose der Flüssigkeitsansammlung im Ohr

Gerade im Kindesalter besteht oft das Problem, dass Paukenergüsse länger bestehen bleiben oder wiederholt auftreten (Rezidiv). Wird die jeweilige Ursache für den Paukenerguss behoben, dann verschwindet dieser normalerweise nach wenigen Wochen und kommt im Regelfall auch nicht wieder. In sehr schweren Fällen können dauerhafte Schäden im Mittelohr die Folge eines Paukenergusses sein, beispielsweise an den Gehörknöchelchen oder an der Schleimhaut.

Letzte Aktualisierung am 31.03.2016.
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