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Barotrauma, Symptome

Lesezeit: 3 Min.

Wie macht sich ein Barotrauma bemerkbar?

Bei einem Barotrauma entsteht im wörtlichen Sinne eine Druckverletzung. Durch den Unterdruck oder Überdruck in einer Körperhöhle im Verhältnis zu außen entstehen Verletzungen des Gewebes. Das betrifft unterschiedliche Organe.

Am Mittelohr kommt es verhältnismäßig häufig zu Druckschäden. Oft besteht vorher eine Erkrankung mit Schwellung (Erkältung, Allergie/Heuschnupfen). Das Barotrauma des Mittelohrs führt zu Schmerzen, die sich meist stechend anfühlen. Das Trommelfell kann stark gedehnt werden und manchmal sogar reißen. Wird ein Druckausgleich über die Eustachische Röhre ausgeführt, dann kann bei Erkältungen Schleim ins Mittelohr gelangen. Kleine Blutgefäße können reißen und es kann sogar merklich bluten. In der späteren Folge eines Barotraumas können Mittelohrentzündungen begünstigt werden. Schwindelgefühl und ein Tinnitus können leicht entstehen, da sich der Druck letztendlich auch auf das Innenohr auswirken kann.

Das Innenohr kann mitunter schwerwiegend von einem Barotrauma betroffen sein. Vor allem bei abruptem Druckwechsel, z. B. beim Versuch des Druckausgleichs, kann ein Schaden im Innenohr entstehen. Dort befinden sich die Hörschnecke und das Gleichgewichtsorgan. Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit (bis hin zur Taubheit), Schwindel und Gleichgewichtsstörungen treten beim schweren Barotrauma des Innenohrs auf. Die zwei Verbindungen zwischen Mittelohr und Innenohr, das ovale und das runde Fenster, können im Extremfall geschädigt werden. Sie sind von Membranen beziehungsweise das ovale Fenster auch von der Platte des Steigbügels (ein Gehörknöchelchen) verschlossen, und die Membranen können reißen. Luft kann ins Innenohr und Flüssigkeit ins Mittelohr gelangen. Auch wenn das Trommelfell sehr stark nach innen eingedrückt wird und der Steigbügel sich sehr in Richtung Innenohr bewegt, kommt es zu einem Barotrauma des Innenohrs.

Am Außenohr kann z. B. bei der Verwendung von Ohrenstöpseln ein Druckschaden entstehen, da sie einen Teil des eigentlich offenen Gehörgangs abschließen. Trommelfellschäden sind möglich, aber auch Schäden an der Haut, die den Gehörgang auskleidet.

Ein Barotrauma der Nasennebenhöhlen, das aufgrund eines Verschlusses der Öffnung zur Nasenhaupthöhle entsteht, zieht stechende Schmerzen nach sich. Meist geben sie sich z. B. nach dem Auftauchen wieder. Je nach der betroffenen Nebenhöhle finden sich die Schmerzen an der Stirn, an den Wangen, in der Nasengegend oder weiter innen. Die Schleimhaut in der Nasennebenhöhle wird stark beansprucht, bei starken Druckdifferenzen sind Einblutungen in die Nasennebenhöhle möglich. In Ausnahmefällen kann dieses Blut aus der Nase austreten. Später können sich Nasennebenhöhlenentzündungen entwickeln. Manchmal entstehen auch vergleichbare Schäden in anderen Bereichen wie z. B. an der eigentlichen Nasenhöhle oder im Rachen.

Ein Barotrauma der Lunge ist häufig besonders schwerwiegend. Lungenschäden sind beispielsweise dann möglich, wenn ein Taucher bewusstlos wird, z. B. durch ein fehlerhaftes Atemgerät, das der Lunge nicht genug Innendruck gibt. Der Taucher sinkt immer weiter und in der Lunge kommt es zu einem Aufplatzen von Blutgefäßen. Der Druck von außen engt den Brustkorb und die Lungen sehr ein. Dass ein solcher Zustand akut lebensbedrohlich ist, dürfte offensichtlich sein. Beim Auftauchen aus der Tiefe ohne die Möglichkeit, viel auszuatmen, geschieht das Umgekehrte: Der Druck in den Lungen wird erheblich zu hoch. Die Luft in der Lunge hat dann die Tendenz, sich stark auszudehnen, und so zu einer heftigen Beanspruchung und Quetschung des Gewebes führen. Ein Riss der Lunge oder eine Eröffnung von Lungengefäßen kann geschehen. Luft kann in die Blutbahn gelangen und eine lebensbedrohliche Luftembolie auslösen. Im Einzelnen sind durch so ein schweres Barotrauma noch viele weitere gefährliche Geschehnisse möglich.

Am Zahn kann ein luftgefüllter Hohlraum beim Barotrauma Probleme bereiten, etwa durch eine schlechte Füllung. Der Zahn kann bersten oder in sich zusammenfallen. Betroffene verspüren dann auch Zahnschmerzen.

Die Augen können vor allem unter einer Tauchermaske beziehungsweise einer Taucherbrille geschädigt werden. Schäden wie z. B. Blutungen sind möglich, auch die umgebende Haut ist oft in Mitleidenschaft gezogen.

Außerdem können sich als Barotrauma Gasblasen in Magen und Darm bemerkbar machen. Blähungen können entstehen, es kann zu Schmerzen kommen. Schäden der Magen- oder Darmwand durch solche Ursachen sind sehr selten.

Allgemeine Symptome eines Barotraumas treten ebenfalls oft auf. So kann es etwa zu Kopfschmerzen oder zu vermehrten kleinen Blutungen an Schleimhäuten kommen.

Eine Variante des Barotraumas ist die Dekompressionskrankheit, bei der sich durch den Wegfall eines Überdruckes (meist beim Auftauchen) Bläschen von Gas im Gewebe bilden. Hauptsächlich handelt es sich um Stickstoff. Das hat mögliche schwere Folgen wie Gasblasen im Blut, die somit zu einer Luftembolie führen und teils lebensgefährlich sind. Nicht von allen Fachleuten wird die Dekompressionskrankheit zu den Barotraumen gerechnet.

Letzte Aktualisierung am 15.03.2016.
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fragt Franz123   vor 1 Tag  15

Guten Tag,
Ich habe ständig das Gefühl, einen Klos im Hals zu haben und räuspere mich deshalb sehr oft. Manchmal kommt ein wenig Schleim beim ... mehr

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fragt Heinz1940   vor 1 Tag  8

Hallo
ist nach einer Operation eines Tumors in der Ohrspeicheldrüse eine REHA erforderlich.

Danke für prompte Anwort

Gruß
Heinz Gabriel

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fragt MOHEI   vor 1 Tag  8

Hallo,

ist nach einer Operation eines Tumors in der Ohrspeicheldrüse erforderlich?

Danke für prompte Antwort

Gruß
Heinz Gabriel

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