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Inwiefern besteht beim Sport ein erhöhtes Risiko für ein Herzversagen?

Lesezeit: 2 Min.

Sport ist gut fürs Herz - aber es gilt, einiges zu beachten

Mit der Aussage „No sports“ soll Winston Churchill sein stolzes Alter begründet haben. Tatsächlich sterben mehrere hundert Menschen pro Jahr am Plötzlichen Herztod, während sie Sport treiben – das sind nach den Erhebungen der Deutschen Herzstiftung etwa zwischen 0,2 und 0,5 Prozent aller Fälle in Deutschland. Trotzdem ist das launige Zitat weder belegt noch inhaltlich richtig.

Herzstillstand und Sport - gibt es einen Zusammenhang?

Rein statistisch gesehen scheint Sport das Risiko eines Herzversagens zu erhöhen. Doch die Zahlen allein sagen wenig aus. Das Gegenteil ist der Fall: Wer regelmäßig sportlich aktiv ist, trainiert seinen Herzmuskel, hält Herz-Kreislauf-System und Blutgefäße fit und tut der Psyche Gutes. Obendrein lässt sich auf diese Weise Übergewicht vermeiden oder abbauen.

Richtig ist: In den seltenen Fällen, in denen es durch körperliche Anstrengung zum Herztod kommt, ist ein Vorschaden die Ursache. Nicht alle Herzfehler machen sich im Laufe des Lebens so bemerkbar, dass eine Behandlung erfolgt.

Die sportliche Belastung selbst ist lediglich ein möglicher Auslöser eines Herzversagens aus einer ganzen Reihe. Häufig sind Männer ab der Lebensmitte betroffen, die sich ohne ausreichende Vorbereitung extrem verausgaben. Aktive Leistungssportler erleiden äußerst selten ein Herzversagen.

Diese Ursachen führen dabei zum (oft tödlichen) Herzkammerflimmern:

  • heftig auf den Brustkorb aufprallende Gegenstände (z. B. Bälle) oder Stürze, die den Brustbereich treffen – immerhin in einem Fünftel dieser Fälle wurden solche Ereignisse als Auslöser identifiziert
  • versteckte neurologische Störungen, die die Herzfunktion beeinträchtigen
  • Störungen im Elektrolythaushalt: Wichtige Elektrolyte werden zu wenig zugeführt oder nicht verarbeitet. Insbesondere Kalium-Mangel kann zu Herzrhythmusstörungen führen
  • vorgeschädigte Herzkranzgefäße (etwa 15 Prozent) – bereits ab dem 35. Lebensjahr können solche Defekte vorliegen
  • unbemerkte entzündliche Erkrankungen (5 Prozent)
  • bereits diagnostizierte Herzmuskelerkrankungen (in etwa 30 Prozent aller Fälle)

So lässt sich ein Herzrisiko beim Sport vermeiden

Wer nach längerer „Passivität“ wieder in den Sport einsteigen möchte, sollte bereits ab 35 langsam und systematisch vorgehen.

  • Ein ärztlicher Vorab-Check kann nicht schaden. Das gilt ganz besonders, wenn bereits Herzerkrankungen in der Familie vorkamen oder wenn der Betreffende übergewichtig ist.
  • Ausdauer-Sportarten wie Joggen oder Radfahren: Wieder-Einsteiger starten extrem langsam und gemütlich mit zwei oder drei Trainings-Einheiten pro Woche. Die Puls- und Atemfrequenz darf ruhig mehrmals pro Übungseinheit deutlich gesteigert werden. Auch kräftiges Schwitzen schadet nicht. Doch nie darf der „Anfänger“ sich bis zur Atemnot verausgaben!
  • Auch beim Schwimmen oder Walken ist es wichtig, zunächst innerhalb enger Belastungsgrenzen zu bleiben.
  • Viele Sportvereine bieten Kurse für intensives Intervall- und Fitness-Training an: Auch hier heißt es, langsam einsteigen, geduldig und regelmäßig mitmachen.
  • Tennis, Squash, Fußball und ähnliche Sportarten setzen bereits eine gute Grundkondition voraus. Gleiches gilt für anstrengende Wanderungen, bei denen große Höhenunterschiede überwunden werden.
  • Wichtig ist es, stets auf Körpersignale zu hören. Enge oder Schmerzen in der Brust sind ein Alarmsignal. Wer nach fünf Minuten nicht wieder tief und schmerzlos Luft holen kann, ist bereits ein Fall für den Notarzt! Das Gleiche gilt für fühlbare Herzrhythmusstörungen, Schwindelattacken oder gar Ohnmachtsanfälle.
  • Ruhe ist angezeigt, wenn akute Infekte vorliegen. Werden Erkrankungen der Atemwege verschleppt, können weitreichende Schäden bleiben, unter anderem die gefürchtete Herzmuskelentzündung.

Wer diese Tipps beherzigt, kann auch nach einer längeren Pause nach Krankheiten oder stressigen, zeitraubenden Lebensphasen wieder unbesorgt Sport treiben.

Der Plötzliche Herztod geht vielfach auf eine Störung im Herzrhythmus und Herzkammerflimmern zurück. Die nachfolgende Unterversorgung des Organismus mit Blut und Sauerstoff kann bei schneller Hilfe aufgehalten werden, doch die Chancen auf Wiederbelebung sinken mit jeder Minute, die das Herz still steht.



B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 06.07.2017
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Herzversagen

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fragt Rettungsdienst   vor 3 Monate  290

Sehr geehrte Damen und Herren,

in meiner Tätigkeit als Rettungsassistent habe ich in fast 40 Jahren Rettungsdiensttätigkeit mehrer Patienten mit ... mehr

 
sagt Nici1985   vor > 6 Jahre  2507

Hallo! Also wenn ich du wäre, würde ich mal zum Arzt gehen und ein EKG machen lassen, normal ist das mit sicherheit nicht.

Lg

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fragt Nano   vor > 7 Jahre  2545

Mein Mann ist vor drei Monaten laut Ärzten an sekunden Herzversagen verstorben. Aber er hatte keine ausgeprägteHerzbeschwerden: nur Bradikardie- 53 ... mehr

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