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Welche Risiken entstehen bei einer Elektrokardioversion?

Lesezeit: 2 Min.

Die Elektrokardioversion als Behandlung bei Herzrhythmusstörungen führt selten zu Komplikationen

Die Kardioversion ist ein medizinisches Verfahren, mit dem sich schnelle (tachykarde) Herzrhythmusstörungen beheben lassen. Es handelt sich meist um ein Vorhofflimmern des Herzens, das mit der Methode der Elektrokardioversion erfolgreich behoben werden kann. Ziel ist, den regelmäßigen Herzschlag, den Sinusrhythmus wiederherzustellen. Hierbei werden in der Regel Defibrillatoren (Stromstöße abgebende Geräte) eingesetzt. Es handelt sich bei der Elektrokardioversion nicht um eine akute Defibrillation als Wiederbelebungsmaßnahme, sondern um gezielt und punktuell eingesetzte Stromreize über sogenannte Paddles auf der Haut. Eine weitere Möglichkeit ist die medikamentöse Therapie, wenn der Einsatz von Stromstößen ein zu hohes Risiko für den Betroffenen darstellt.

Die Elektrokardioversion ist ein relativ harmloses Verfahren und beim sonst gesunden Menschen kaum mit Risiken behaftet, die, wenn sie auftreten, meist während der Behandlung erfolgen. Die Methode sollte auf keinen Fall eingesetzt werden, wenn bereits ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde oder sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) gebildet hat.

Die Elektrokardioversion geschieht unter Narkose und der Patient liegt auf der Seite. Die Paddles werden am Brustkorb beziehungsweise am Rücken angesetzt, und es wird ein kurzer gezielter Stromstoß in Richtung des Herzens abgegeben. Unter Umständen wird dieser Vorgang bis zu zwei Mal wiederholt. Die Vitalfunktionen und die Herztätigkeit werden bei dem Eingriff ständig überwacht.

Die Risiken

Die Komplikationen während des Eingriffs entstehen in den meisten Fällen durch die Narkose. Einerseits kann es zu Nebenwirkungen des Narkosemittels kommen, andererseits kann unter Umständen Mageninhalt eingeatmet werden. Das ist aber normalerweise nicht der Fall, da die Elektrokardioversion in nüchternem Zustand durchgeführt wird. Es muss immer eine sehr detaillierte Voruntersuchung erfolgen, um Risiken auszuschließen.

In sehr seltenen Fällen kann es zu einem Blutgefäßverschluss (Embolie) durch ein Gerinnsel oder zu einem Schlaganfall kommen. Dieses Risiko wird aber durch eine mehrwöchige blutverdünnende Therapie vor dem Eingriff relativ gering gehalten. Auch nach dem Eingriff sollte der Patient noch die Gerinnungshemmer einnehmen. Über die Ursachen einer thromboembolischen Komplikation kann bisher nur spekuliert werden. Möglich wäre hier, dass durch den Stromstoß Blutgerinnsel (Thromben) im Vorhof des Herzens entstehen. Dies kommt aber nur bei 0,5 bis 1 Prozent aller Behandlungen vor.

Aufgrund der Paddles, die auf die Haut aufgebracht werden, kann es darüber hinaus zu Hautreizungen kommen.

Wurde das Vorhofflimmern durch zu hohen Blutdruck ausgelöst, sollte der Patient zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente zur Nachbehandlung einnehmen.

Wann kann keine elektrische Kardioversion durchgeführt werden?

In manchen Fällen gibt es auch sogenannte Kontraindikationen, also Gegenanzeigen. In diesem Fall sollte keine elektrische Kardioversion durchgeführt werden.

Herzschrittmacher

Wenn der betroffene Patient einen Herzschrittmacher implantiert bekommen hat, dann sollte besser keine Elektrokardioversion durchgeführt werden. Durch den Strom kann dieser nämlich ausfallen. In den meisten Fällen lassen sich die Sonden aber so einstellen, dass der Schrittmacher nicht beeinträchtigt wird.

Thromben

Sind Blutgerinnsel im Herzen vorhanden, sollte von einer Elektrokardioversion lieber abgesehen werden. Durch den Stromstoß besteht die Gefahr, dass diese sich lösen und eine lebensbedrohliche Embolie auslösen. Vor dem Eingriff wird der Patient auf Blutgerinnsel untersucht.



M. Weitz Miriam Weitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 25.11.2016
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