Die Dermatoskopie (Epilumineszenzmikroskopie) ist ein nichtinvasives und einfach durchzuführendes Untersuchungsverfahren aus der Dermatologie. Es wird vor allem zur Früherkennung von bösartigen (malignen) Hauttumoren (wie dem Basaliom oder dem malignen Melanom) eingesetzt. Die Dermatoskopie ist eine Form der Auflichtmikroskopie. Das zugehörige Instrument nennt man Dermatoskop.
Wie funktioniert die Dermatoskopie?
Bei der Dermatoskopie kann die Haut mit einem Mikroskop unter Zuhilfenahme von speziellem Öl bis in tiefere Schichten betrachtet werden. Normalerweise wird Licht, das auf die Haut auftrifft, zum größten Teil von der mehrschichtig aufgebauten Epidermis (der obersten Hautschicht) reflektiert. Durch das Auftragen eines speziellen Öls (Immersionsöl) wird die Brechungszahl der Haut auf einen Wert von 1,5 - 1,8 angehoben und die Reflexion der Epidermis somit vermindert. Das ermöglicht eine Darstellung von tieferen Hautschichten - bis in die oberen Schichten der Dermis. Einige Geräte verwenden zudem polarisiertes Licht, was die Darstellung weiter verbessert. Der Hautarzt kann so Hautveränderungen, insbesondere Pigmentflecken, mit dem Dermatoskop um das Zehnfache vergrößern, was eine genauere Diagnosestellung ermöglicht. Auf diese Weise kann er gutartige von bösartigen Hautveränderungen unterscheiden.
Ob eine pigmentierte Hautveränderung gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein kann, wird mit Hilfe der so genannten ABCDE-Regel festgestellt. Dabei bedeutet:
A - Asymmetrie: Liegt eine Unregelmäßigkeit in der Symmetrie vor, kann dies ein
Anzeichen für eine bösartige Veränderung sein: auffällig ist ein Fleck, der in seiner Form nicht gleichmäßig rund oder oval ist
B - Begrenzung: Gutartige Veränderungen sind meist scharf begrenzt, während bei malignen
Tumoren in der Regel verwaschene, unscharfe Randbegrenzungen oder
Ausläufer zu finden sind.
C - Color /Farbe :Man geht davon aus, je dunkler die Hautveränderung ist, desto größer ist
auch der Verdacht auf eine bösartige Veränderung. Auch farbliche
Schwankungen innerhalb eines Pigmentfleckes können ein Anzeichen für
Bösartigkeit sein.
D - Durchmesser : Jedes Pigmentmal, das größer als 5 mm ist, sollte genau beobachtet
werden.
E - Erhabenheit/Entwicklung : Erhabenheit von der Haut, Höcker und Knoten sind nicht
natürlich.
Des Weiteren werden bei der Dermatoskopie markante Differentialstrukturen beurteilt: diese sind unter anderem Gefäßnetze, Punkte oder strukturlose Areale, die dem Arzt wichtige Hinweise über die Art der Hautveränderung geben können. All diese Veränderungen sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen, so dass nur mittels Dermatoskop eine sichere Diagnosestellung möglich ist.
Nach einem Punktesystem wird der Dermatoskopie-Befund dann ausgewertet. Je höher der errechnete Wert ist, desto höher ist der Verdacht auf eine bösartige Hautveränderung.
Wann wird die Dermatoskopie eingesetzt?
Die Dermatoskopie wird in der Dermatologie sehr vielseitig eingesetzt und ermöglicht in vielen Fällen bereits eine relativ verlässliche Diagnose aufgrund typischer Gewebsveränderungen der Haut, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar wären. Vor allem wird sie zur Differenzierung von Hauttumoren herangezogen, beispielsweise zur Unterscheidung von Melanomen und Pigmentnävi.
In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen an bösartigen Hauttumoren in Europa fast verdoppelt. Etwa 2-3 Prozent der Deutschen sind jährlich neu von Hautkrebs betroffen. Etwa ein Prozent der Krebstodesfälle gehen auf das maligne Melanom zurück.
Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) breitet sich schnell aus. Die frühzeitige Diagnose bösartiger Hautveränderungen ist daher dringend notwendig, um rechtzeitig Therapiemaßnahmen einleiten zu können. Die Erkennung bösartiger Hautveränderungen kann somit durch eine rechtzeitige Therapie dazu beitragen, eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Gleichzeitig wird durch die gezielte Differenzierung zwischen gut- und bösartiger Veränderungen eine unnötige Entfernung gutartiger Hautveränderungen vermieden.
Letzte Aktualisierung am 22.07.2010.