Die Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine nicht-ansteckende chronisch-entzündliche Hauterkrankung, von der in Westeuropa 1–2 % der Bevölkerung betroffen sind. Für die Entstehung der Schuppenflechte spielen genetische und Umweltfaktoren eine bedeutende Rolle. Begünstigende Faktoren dabei sind u. a. Infekte, Hautschädigungen, Stoffwechselstörungen und hormonelle Veränderungen (Menarche, Schwangerschaft).
Charakteristisch zeigen sich flache, scharf begrenzte, teils juckende rötliche Inseln, die mit silbrigen, leicht abkratzbaren Schuppen bedeckt sind. Diese Hautveränderungen können am ganzen Körper auftreten, die am häufigsten befallenen Stellen sind jedoch Ellbogen, Knie und die behaarte Kopfhaut.
Bei etwa 60 – 70 % der Leidtragenden treten zusätzlich Nagelpsoriasis auf, d.h. Finger- und Zehennägel bekommen kleine Dellen, werden dicker und verformen sich.
Etwa 7 % aller Menschen mit Psoriasis leiden an entzündlichen Gelenkveränderungen im Sinne einer Psoriasis-Arthritis.
Über die genauen Gründe der Schuppenflechte gibt es nach heutigem Forschungsstand nur Annahmen. Gesichert gilt, dass die Anlage für eine Schuppenflechte genetisch bedingt ist und vererbt wird. Die alleinige Veranlagung reicht allerdings nicht aus, sondern als mögliche Ursache wird das Zusammenwirken von äußeren und inneren Faktoren diskutiert, die dem Krankheitsausbruch Vorschub leisten.
Diese Auslöser sind sehr vielfältig, doch treffen keineswegs alle immer auf jeden zu. Die Reizfaktoren verweisen nur auf Möglichkeiten hin, was alleine oder in Kombination die Schuppenflechte zum Vorschein bringt und aufrechterhalten kann.
Die Psoriasis kann in jedem Lebensalter auftreten. Säuglinge sind relativ selten davon betroffen, häufig manifestiert sich eine Psoriasis erstmalig in der Pubertät oder zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr.
Typisch an der Psoriasis ist eine rote Erhebung, die man meistens scharf abgrenzen kann. An den geröteten Stellen kommt es zu silbrig-glänzenden Schuppen. Wenn man die Schuppe abkratzt, löst sie sich wie Kerzenwachs. Bei weiterem kratzen kommt es zu punktförmigen Blutungen (Auspitz-Phänomen).
Der Erkrankungsverlauf ist unterschiedlich. Die Schuppenflechte kann innerhalb von Wochen oder Monaten auch ohne Behandlung verschwinden.
In zwei Drittel der Fälle jedoch ist der Krankheitsverlauf hartnäckiger. Die Ausheilung ist sehr langsam und der Ausschlag kann zwei bis dreimal im Jahr auftreten.
Charakteristisch für die Psoriasis ist der schubförmigen Verlauf, mit einer Besserung der Symptome in den Sommermonaten und eine Verschlechterung in den Wintermonaten.
Folgende Erscheinungsformen können auftreten:
Ist die häufigste Form. Typische Stellen sind Ellenbogen, Knie, behaarter Kopf und Steißbein
Betroffen sind bevorzugt die Körperfalten, also in den Achselhöhlen, der Leiste, im Anogenitalbereich oder am Bauchnabel. Auch die Nägel können betroffen sein, sie zeigen typische gelb-bräunliche Verfärbung der Nagelplatte.
Betroffen sind die Gelenke. Meist Finger- oder Zehengelenke, die schmerzhaft gerötet und geschwollen sind.
Zeigen das Merkmal einer Pustelbildung, die am ganzen Körper oder nur Hände und Füße betreffen kann.
Die Diagnose der Schuppenflechte kann in der Regel aufgrund der typischen Hautveränderung vom Hautarzt gestellt werden.
Charakteristische Zeichen sind:
Wenn man an der Plaque kratzt, kommt es zu einer Aufhellung der Schuppenschicht, wie bei einem Kerzenwachsfleck.
Beim weiteren Entfernen der Schuppe kommt ein glänzendes letzten Häutchens zum Vorschein.
Kratzt man weiter, kommt es zu punktförmigen Blutungen
Um die Diagnose zu sichern, kann in einer örtlichen Betäubung eine Hautprobe (Biopsie) entnommen und mikroskopisch untersucht werden. Durch dieses Vorgehen kann man das Vorliegen einer anderen Hauterkrankung, die unter Umstände eine andere Behandlungsweise erfordert, ausschließen.
Viele Krankheiten sind durch Hautveränderungen gekennzeichnet, die der Schuppenflechte ähnlich sind. Dazu zählen folgende Erscheinungsformen:
Da es sich bei einer Schuppenflechte nicht nur um eine kosmetische, sondern um eine schwerwiegende Erkrankung handelt, sollte die Therapie unter Aufsicht eines Hautarztes durchgeführt werden. Der betreuende Arzt wählt dann für den Patienten, eine ideale individuelle Therapie aus. Die Behandlung hängt von folgenden Einflüssen ab:
Durch das Überangebot von Medikamenten und Therapieverfahren, soll an dieser Stelle nur eine grobe Übersicht gegeben werden:
z.B. mit Vitamin D oder Kortison-Zubereitungen. Auch Pflanzliche Produkte wie Aloe Vera oder Teebaumöl kommen zum Einsatz.
In weniger stark ausgeprägten Fällen ist eine Bestrahlung mit UV-Licht wirksam, führt allerdings erst bei einer Sitzung von 15-20 Behandlung zu einer Abheilung. Bei der Photochemotherapie kombinierte man die Bestrahlung mit Medikamenten, was die Lichtempfindlichkeit der Haut herabsetzt.
Es hat sich als sehr günstig erwiesen, zur Nachbehandlung und in den behandlungsfreien Zeiträumen Vollbäder mit rückfettenden Substanzen einzusetzen. Damit wird zum einen, eine gewisse Geschmeidigkeit der Haut erzielt, zum anderen eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und den Gesamtorganismus erreicht.
Wird bei schwerer Form der Schuppenflechte eingesetzt, wenn die äußerlichen Behandlung zu keinem Erfolg geführt haben. Zur Behandlung stehen u.a. Fumarsäureester, Ciclosporin, Methotrexat zur Verfügung. Alle diese Medikamente wirken entzündungshemmend und unterdrücken die Zellvermehrung aber relativ unspezifisch. Daraus erklärt sich auch die Gefahr von Nebenwirkungen.
Insgesamt hat die Schuppenflechte eine gute Prognose, auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist. Die Schuppenflechte ist eine gutartige Hauterkrankung, die nicht zu Hautkrebs oder Tumoren anderer Organe führt. Die frühzeitige und konsequente Behandlung führt in den meisten Fällen zu einer Verbesserung und langen beschwerdefreien Phasen, denn die Basismedikamente greifen aktiv in den Krankheitsverlauf ein und wirken der fortschreitenden Entzündungen entgegen.
Dennoch kann es in manchen Fällen zu erneuten Krankheitsschüben kommen, deren Verlauf sehr lästig sein kann und den Betroffenen zu sozialer Isolation und psychischen Problemen führen.
Eine vollwertige, ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich empfehlenswert. Mit reichlich viel Obst, Gemüse, Getreide sowie fettarmen Milchprodukten. Günstig sind Obst- und Gemüsesorten mit einem hohen Gehalt an Beta-Karotiden (z.B. Karotten, Kohlgewächse, Bohnen, Orangen, Melonen), Tomaten und Nahrungsmittel mit hohem Ballaststoffgehalt. Auch sollte ein über- oder regelmäßiger Alkoholgenuss vermieden werden, da es einerseits ein bekannter Provokationsfaktor der Schuppenflechte ist und andererseits zur Verschlechterung bereits bestehenden Symptomen führt.
Betroffene und Angehörige können sich mit Beratungsstellen in Verbindung setzen und sich Information und praktische Tipps für den Arztbesuch, über Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation, über Heilpraktiker und Selbsthilfegruppen holen.